Die intellektuelle und moralische Verarmung des Feminismus

Die kluge Bettina Röhl rechnet mit den Sex-Mythen des Feminismus ab.

Zitate:

“Was treibt eigentlich die Profi-Feministen um? Was hält sie – oft ein Leben lang – im Geschlechterkampf gefangen? Wer sind diese gewerbsmäßigen Sex- und Feminismusexperten? Wäre nicht zu erwarten, dass sie zunächst einmal sich selber zu erkennen geben und ihre Motive und ihre eigene Sex-Geschichte auf den Tisch legen und dies nicht nur in befangener Eigenanalyse, die auf Veröffentlichungsfähigkeit getrimmt ist? Wer derart massiv in das wohl wichtigste Thema der Menschheit und bei jedem einzelnen Individuum ins Eingemachte eingreift, müsste sich doch wohl permanenter, öffentlicher Supervision unterziehen.”

“Wir haben gelernt und hören es jeden Tag: Wir Frauen sind die besseren Menschen, unser Leben ist wertvoller, wir sind die clevereren Managerinnen, das lebenstüchtigere Geschlecht und die emotional Stärkeren. Dass Frauen heute statistisch sieben Jahre länger leben als Männer, ficht uns nicht an. Frauen haben, so die Biologisten des Feminismus, eben einfach die besseren Chromosomen. Oder gibt es etwa männerspezifische Nachteile in dieser Gesellschaft?”

“Da, wo der Feminismus gekippt ist und einzelne Frauen den Feminismus nur noch für ihre persönliche Karriere missbrauchen – und dies nicht nur gegen Männer, sondern auch unter Aufgabe jener Frauensolidarität, die den Feminismus einst ausmachte –, ist der Feminismus heute nicht nur intellektuell, sondern auch moralisch verarmt. Fehlt dem Feminismus ein Spielgefährte, ein dialektischer Widerpart?”

Veröffentlicht in: on März 31, 2005 at 2:25 Kommentare (0)

Es gibt Reis, Baby!

Auf unser Lob der besonders Vitamin-A-haltigen Reissorten, die zahlreiche Menschen vor dem Erblinden bewahren können, wurde uns entgegengehalten, daß dies den Armen in der Dritten Welt ja gar nichts nützen würde, da sie diesen Reis ja schließlich nicht geschenkt bekämen. Bekommen Sie aber doch, wie man hier nachlesen kann.

Veröffentlicht in: on März 24, 2005 at 4:38 Kommentare (9)

Dem Magnus seine Klaue

Schöner als die Kollegen von der Titanic in ihrer neuesten Ausgabe hätten auch wir es nicht ausdrücken können:

“Magnus Klaue (”konkret”)!
Sie sind so was wie Gremlizas Frauenbeauftragter (und also so eine Art Gegen-Matussek) und glauben, daß Väter, die wissen wollen, ob ein Kind auch wirklich von ihnen ist, Nazis sind: “Ein Haus bauen, einen Baum pflanzen, einen Sohn zeugen - seit die gesellschaftlichen Bedingungen es dem deutschen Mann schwermachen, die Voraussetzungen gelebter Virilität zu erfüllen, fühlt er sich als Outcast in einer weibischen Welt. Hinter dem Traumbild von väterlicher Fürsorge, mit dem der Durch-schnittspapa für seine Sache wirbt, stecken Machtphantasien. Haus und Baum erinnern an das Territorialrecht des Kolonialherren, und der Sohn ist dem Mann, was er dem psychoanalytischen Gerücht zufolge den Frauen ist: Phallusersatz, Zeugnis und Objekt imaginärer Potenz” - aber ja. Nur ist es nach unserer bescheidenen Erfahrung so, daß Häuser nicht nur sehr gerne von Frauen bewohnt, sondern mitunter sogar von ihnen in Auftrag gegeben werden; daß es mehr weibliche Baumfreunde gibt als männliche (die via PS-Wahn die Bäume eher kaputtmachen); und daß Frauen Söhne auch ziemlich gut finden, sich hin und wieder sogar welche wünschen! Und überhaupt auf gelebte Virilität voll abfahren und reinfallen!
Einfach wieder runterkommen.

Ihre Männer von der Titanic”"Gremlizas Frauenbeauftragter”, das wird er nimmer los. Naja, wir Gesellschaftsfreunde bleiben eh weitehin kinderlos, aber was sollen wir machen, wir kriegen ja keine ab. *seufz*

Antihumanistisches Denken

Ob da wohl jemand ein wenig bei Tjark Kunstreich abgespickt hat? Sei’s drum, der Artikel von Jörg Lau über den Meisterdenker und den Ajatollah ist gleichwohl sehr lesenswert.

Ein Franzose, ein Engländer und ein Deutscher wurden mit einer Studie über das Kamel beauftragt.
Der Franzose ging in den Jardin des Plantes, hielt sich dort eine halbe Stunde auf, befragte den Aufseher, warf dem Kamel etwas Brot hinüber und stieß es ein paarmal mit der Spitze seines Regenschirmes. Wieder zu Hause, schrieb er für seine Zeitung eine Fortsetzungsreihe voller geistreicher und witziger Einsichten.
Der Engländer, mit Teekanne und bequem zum Zelten ausgerüstet, schlug sein Lager in einem orientalischen Land auf. Er weilte dort zwei oder drei Jahre und kehrte dann mit einem Band voller Fakten zurück, die zwar jeder Ordnung entbehrten und zu keiner Lehre führten, dafür aber von echtem dokumentarischen Wert waren.
Der Deutsche schließlich, der den Franzosen um seiner Frivolität willen und den Engländer wegen des Fehlens einer allgemeinen Idee verachtete, schloß sich in sein Studierzimmer ein und verfaßte dort ein mehrbändiges Werk mit dem Titel: „Die Idee des Kamels, entwickelt aus dem Begriff des Selbst.“

„Le Pélerin“, 1.September 1929, S. 13

(zit. nach: Luc Ferry, Alain Renault: Antihumanistisches Denken)

Veröffentlicht in: Allgemeines on at 8:10 Kommentare (0)

Ein Franzose, ein Engländer und ein Deutscher wurden mit einer Studie über das Kamel beauftragt.
Der Franzose ging in den Jardin des Plantes, hielt sich dort eine halbe Stunde auf, befragte den Aufseher, warf dem Kamel etwas Brot hinüber und stieß es ein paarmal mit der Spitze seines Regenschirmes. Wieder zu Hause, schrieb er für seine Zeitung eine Fortsetzungsreihe voller geistreicher und witziger Einsichten.
Der Engländer, mit Teekanne und bequem zum Zelten ausgerüstet, schlug sein Lager in einem orientalischen Land auf. Er weilte dort zwei oder drei Jahre und kehrte dann mit einem Band voller Fakten zurück, die zwar jeder Ordnung entbehrten und zu keiner Lehre führten, dafür aber von echtem dokumentarischen Wert waren.
Der Deutsche schließlich, der den Franzosen um seiner Frivolität willen und den Engländer wegen des Fehlens einer allgemeinen Idee verachtete, schloß sich in sein Studierzimmer ein und verfaßte dort ein mehrbändiges Werk mit dem Titel: „Die Idee des Kamels, entwickelt aus dem Begriff des Selbst.“

„Le Pélerin“, 1.September 1929, S. 13

(zit. nach: Luc Ferry, Alain Renault: Antihumanistisches Denken)

Veröffentlicht in: Allgemeines on at 8:10 Kommentare (3)