Der 11. September als günstige Gelegenheit

Karl-Eduard von Gremliza hat sich von seinem Redaktionspraktikanten erklären lassen, wie die Suchmaschine Google funktioniert, und ist gleich fündig geworden:

Heute findet die
Suchmaschine Google unterm Stichwort “Gremliza” in 0,22 Sekunden 10.400
Nennungen, was unter jedem vernünftigen Aspekt jene 10.000 zuviel sind, die
einem früher der Zensor, der durchaus auch ein Springer-Redakteur sein
konnte, erspart hatte. Beispielsweise die Sudelei eines Autors, der den 11.
September als günstige Gelegenheit ergriffen hat, sich von seinen alten
Göttern (Marx & Mao) ab- und neuen (Lambsdorff und Springer) zuzuwenden,
deren einem er unter dem Titel “Hermann L. Gremlizas lebenslanger Kampf
gegen die israelfreundliche Springerpresse”
huldigt:
“Selbstkritik ist Gremlizas Sache nicht, stattdessen haut er auf den alten
Popanz und Pappkameraden namens Springer-Presse ein …”
Hießen die Pappkameraden vor der Bekehrung nicht Papiertiger? Aber wozu
gäbe es ein Internet, wenn darin dem Schmierfinken, der Gremlizas Kritik an
Springers Blättern gegen deren “Israelfreundschaft” gerichtet sieht, nicht
sogleich zwei Kollegen an die Seite träten. Einer schreibt:
“Ich dachte nicht nur, daß Gremliza schon im unverdienten Ruhestand wäre,
sondern leider auch daß man ihn schon ins Heim verbracht hätte.”
“Rübe ab” wär’ auch ‘ne gute Idee gewesen. Der andere macht von seiner
Fähigkeit, nicht lesen zu können, Aufheben:
“Es reicht allemal, sich in der neuen KONKRET Gremlizas Glosse über Suicide
Bombers, Armut und die Schuld des Westens daran zu Gemüte zu führen …
gelernt hat dieser Mann nichts.”
Nicht daß an der Armut die Powerteh Schuld trägt, noch daß der größte
deutsche Zeitungskonzern, Verleger der “größten Zeitung der westlichen
Welt” (Eigenwerbung) und zugleich eines ihrer ekelhaftesten Hetzblätter,
ein Popanz ist. So wird er nie ein nützliches Glied der Gesellschaft.

Wenn man Gremliza draufkommt, liegt’s immer daran, daß man nicht lesen kann. Gelernt hat der Mann wirklich nichts. (Außerdem heißt es “Aufhebens“.) Der Schmierfink legt allerdings wert darauf, daß nicht Marx und schon gar nicht Mao je zu seinen Göttern gehört haben, da er keine Götter braucht, und wenn, dann bestimmt nicht diese - die dürfen Gremliza und seinesgleichen gerne behalten.

Veröffentlicht in: on August 26, 2005 at 2:24 Kommentare (1)

Die Suche nach Erlösung

Ralf Schröder teilt uns folgendes mit:

Die Staatsoper unter den Linden Berlin vermeldet: „festaufführung parsifal: Der Regisseur und Filmproduzent Bernd Eichinger übernahm mit Richard Wagners Bühnenweihfestspiel parsifal erstmals eine Opernregie. Die Frage und die Suche nach Erlösung - dieses zentrale Thema seines Schaffens hat Wagner am eindringlichsten in seinem parsifal dargestellt.
Daniel Barenboim dirigiert diese Festaufführung…“

Wer so sehr unter der eigenen Geschichte leidet, daß er sie zum rührseligen Kammerspiel werden läßt (DER UNTERGANG, Produktion: Eichinger) und der so sehr von den brutalen Zumutungen Israels bedrückt wird, daß er dem zeitgemäßen Judenmord in Form des palästinensischen Suicide Attacks Verständnis entgegenbringt (PARADISE NOW, Vertrieb: Eichinger, Filmstart 29.9.05), der sucht zu Recht nach Erlösung. Er findet sie mit Wagner.

Für die erlösungssuchenden Volksmassen spendiert TOM TAILOR eine kostenlose Liveübertragung in den PALAST DER REPUBLIK. „Jeans- und T-Shirt-Kissen“ sollen für „entspannten Operngenuss“ sorgen.

Die Festaufführung findet zum richtigen Zeitpunkt statt: 11. September 2005.

Veröffentlicht in: on August 24, 2005 at 2:25 Kommentare (0)

“Respekt erhält man für Respekt.”

Nach der Welle neokatholischer Frömmelei im Gefolge des Papstwechsels und des Weltjugendtages in Köln tut es gut, mal wieder eine Stimme säkularer Vernunft zu vernehmen. Und wie so oft ist es die von Jan Philipp Reemtsma. Er macht sich Gedanken über die Frage: Muss man Religiosität respektieren?

Religiosität bedeutet die Überzeugung, über einen privilegierten Zugang zu einer nur in diesem Zugang als einheitlich zu verstehenden Welt - sagen wir: zur Wahrheit - zu verfügen.
Die Öffentlichkeit einer säkularen Gesellschaft kennt die Vorstellung eines solchen privilegierten Zugangs zur Wahrheit nicht. Die säkulare Gesellschaft ist keine profane Theokratie: Die “wissenschaftliche Weltanschauung” tritt in ihr nicht an die Stelle einer Religion, auch wird der Religiöse aufgrund seiner Ansichten von sich selbst, seiner Idee, einen privilegierten Zugang zur Wahrheit zu haben, nicht für wahnsinnig gehalten oder sonst wie diskriminiert. Aber das erfolgt nicht deshalb, weil Religiosität es sozusagen verdiene, dass man so mit ihr umgeht. Es erfolgt deshalb, weil eine säkulare Gesellschaft eine säkulare Gesellschaft ist. Sie gäbe sich selbst auf, wenn sie eine besondere nichtreligiöse Weltanschauung auszeichnete und ihr das Deutungsmonopol übertrüge, denn dieses bekäme durch eine solche Rolle selber religiöse Züge. [...]

Das Problem des Respekts liegt in dem Umstand begründet, dass viele - vor allem Religiöse - der Ansicht sind, die säkulare Gesellschaft brauche das religiöse Element, weil nur darin etwas zu finden sei, was jede Gesellschaft dringend nötig habe, die säkulare Gesellschaft aber aus sich heraus nicht produzieren könne. Auf Nachfrage, was das sei, bekommt man zu hören: “Sinn” oder “verbindliche Werte” oder “Orientierung”. [Die Religiösen behaupten,] dass in einer säkularen Gesellschaft eben keine verbindlichen Sinnangebote gemacht werden, Menschen aber solche brauchten. Nun ist der erste Teil dieser Interpretation die Definition von “säkularer Gesellschaft” und heißt, kombiniert mit dem zweiten, nichts weiter als: Menschen sind für säkulare Gesellschaften nicht geschaffen. Das ist, wie der historische Erfolg des Modells der säkularen Gesellschaft zeigt, falsch. [...] Es stimmt, dass es viele Menschen gibt, die sich von der Moderne überfordert fühlen, die eine Gesellschaft funktionaler Differenzierung mit Rollenpluralismus, unklarer Wertehierarchie, rollenabhängigen Inklusionsmodi etc. zu sehr anstrengt und die deshalb danach streben, ihre Weltsicht drastisch zu vereinfachen. Im Extremfall werden sie Mitglied einer Bande, die klar zwischen Gut und Böse unterscheidet, sich zum Guten in der Welt erklärt und dem Rest der Welt den Krieg erklärt - die Banden heißen dann al-Qaida, Rote Armee Fraktion, Manson Family oder Aum. Es geht auch weniger militant bis hinunter zu milderen Formen weltanschaulicher Paranoia à la Michael Moore. [...]

Die Vorstellung, die säkulare Gesellschaft bedürfe der Kompensation ihrer Sinndefizite durch Religiosität, ist einfach eine falsche Beschreibung der Sachlage. Nur in der theokratisch verfassten Gesellschaft wird Sinn verordnet - und nur dieser Verordnung mangelt es der säkularen Gesellschaft. Aber dieser Mangel ist ihre Würde. [...] Der Respekt, den die säkulare Gesellschaft dem Religiösen entgegenbringt, ist derselbe, den sie dem Nichtreligiösen entgegenbringt. Es ist der Respekt vor seinem Privatleben. [...] “Du kannst glauben, was du willst” - dieser liberale Grundsatz erscheint ihm [dem Religiösen] als bloße Gleichgültigkeit - und: eine Verkennung. Wer glaubt, glaubt nicht, dass er glaubt, weil er es sich ausgesucht hat, dies und nicht das zu glauben. [...]

Nicht jeder Unfug, nur weil einer ihn für wichtig hält, kann Achtung verlangen, wenn man unter Achtung mehr versteht, als ihn einfach machen zu lassen, sofern er keinen Schaden damit anrichtet.
Reden wir über Respekt. [...] Ich respektiere keine geistigen Gehalte, die für mich bedeutungslos sind oder die ich für Unfug halte - interessanten Unfug vielleicht, aber eben Unfug. Ich respektiere auch nicht, wenn sich jemand ohne Not das Leben schwer macht. [...] Tatsächlich kann ich vor Fanatikern keinen Respekt haben. Ich kann sie nicht achten wie eine Art ritterlichen Feind - man schlägt einander vielleicht tot, respektiert sich aber. Das mag in den Haushalt kriegerischer Tugenden gehören, in den ziviler gehört es nicht. Respekt erhält man für Respekt. Und damit wird klar, dass ich den Religiösen nicht für das respektiere, worauf es ihm ankommt. Ich empfinde keine Achtung vor dem, was ihm im höheren Sinne heilig ist, sondern vor ihm, zu dessen Lebensentwurf gehört, Empfindungen des Heiligen zu forcieren. Wenn er das im Rahmen bürgerlicher Dezenz tut. [...]

Wenn ich die Religionsfreiheit nicht abschaffen will, muss ich hinnehmen, dass es solche Ansichten [Abtreibung sei mit dem Holocaust gleichzusetzen; wir lebten in einer "Kultur des Todes" usw.] gibt. Daraus lässt sich aber schwerlich herleiten, dass ich sie auch zu respektieren habe. Ich respektiere die Freiheit meines Mitmenschen, religiöse Überzeugungen zu haben, die ich zutiefst missbillige. Dass diese Freiheit das Potenzial birgt, Mitbürger zu kränken, muss - bis zu einem gewissen Grade - hingenommen werden. [...] Man muss sich aber klar machen, was für ein Urteil die zitierte Auffassung über unser Gemeinwesen fällt. [...] Der Jargon, in dem der verstorbene Papst sein Urteil über die säkulare Gesellschaft abgab, unterscheidet sich in keiner Weise von fundamentalistischem Jargon anderswo, wo von den USA als dem “großen Satan” gesprochen wird. [...]

In der Tat: Mit der Regelung, dass kein Priester, kein Papst, kein Imam, kein Rabbi, kein Inquisitor und kein Guru das Recht haben soll, festzulegen, wie die Gesetze aussehen sollen, nach denen eine Gesellschaft lebt, wie die Kunst beschaffen sein soll, an der Menschen Vergnügen haben, wie das Wissen beschaffen sein soll, das an den Schulen gelehrt wird, sagt die säkulare Gesellschaft, dass es ihre Bürger sind, die die Gesetze machen und sich untereinander darüber einigen, welchen Wertorientierungen diese folgen. [...] Dass der Sinn von außerhalb kommt und festgelegt ist, ist die Ansicht der Religiösen, nicht unsere. Unsere Ansicht nennt der gegenwärtige Papst “Diktatur des Relativismus”, und er sagt klipp und klar, dass die Ansicht, Religion sei Privatsache und ihre mögliche öffentliche Rolle definiere sich aus dem Umstand, dass sie eine Privatsache sei, eine Aggression gegen die Religion sei. Und der verstorbene Papst nannte als bekennender Feind einer offenen, säkularen Gesellschaft, diese Ansicht die “Sünde wider den Heiligen Geist, die nicht vergeben werden kann”. Darin lag für ihn - eine stimmige theologische Auslegung - der Sinn der Geschichte vom Sündenfall: “Darauf beziehen sich die Worte des Buches Genesis: ,Ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse’, d. h., ihr werdet selbst entscheiden, was gut und was böse ist.” Der Stolz einer säkularen Gesellschaft besteht in der Tat darin, in dieser Art von Sünde zu leben.

Veröffentlicht in: on August 22, 2005 at 7:51 Kommentare (10)

FdoG live on stage

Am Dienstag, den 27. September, um 19 Uhr 30 gibt es im gutbürgerlichen Hamburg (im Maritim Hotel Reichshof) die Gelegenheit, die beiden Gründer der Freunde der offenen Gesellschaft bei einer Podiumsdiskussion mit Michael Miersch (Achse des Guten) und Christoph Sprich (”klassischer” Liberaler) zu sehen und zu hören.

Veröffentlicht in: on August 21, 2005 at 10:58 Kommentare (4)

Sollte eine Partei …

… die solche Sprüche plakatiert, nicht auch noch den nächsten Schritt gehen und sich gleich in NSPD umbenennen?

Veröffentlicht in: on August 19, 2005 at 12:26 Kommentare (11)

Statements, die die Welt braucht

Der katholische Weltjugendtag in Köln ist uns sowas von egal.

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P.S.: In gewisser Hinsicht dann doch nicht, aber dazu hat Alan Posener schon passendes geschrieben.

Veröffentlicht in: on August 17, 2005 at 5:19 Kommentare (0)

Islamistisches Pogrom an Aleviten / Presseerklärung der alevitischen Gemeinde

Almanya Alevi Birlikleri Federasyonu
Alevitische Gemeinde Deutschland e. V.
Stolberger Str. 317- 50933 Köln -Tel.: 02 21/94 98 560 - Fax: 02 21/94 98 56
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06.08.2005
An die Presse

Unter uns leben verurteilte Täter des Massakers von Sivas/Türkei.

Dagegen protestieren wir!

Was ist in Sivas am 2. Juli 1993 passiert?

Bei einem alevitischen Kulturfestival wurde das Hotel der Teilnehmer - unter Ihnen berühmte Schriftsteller, Musiker und Denker - von einer wütenden Menschenmasse belagert. Schließlich wurde das Holzhaus durch Brandsätze, die aus der Menge geworfen wurden, angezündet. 37 Menschen sind dabei getötet worden.

Obwohl Polizei und Feuerwehr frühzeitig alarmiert waren, griffen sie erst nach acht Stunden ein. Das Staatsicherheitsgericht in Ankara kam zu dem Urteil, dass die Menge die Feuerwehr bei den Rettungsarbeiten behinderte.”

Einer der Täter - Muhammed Nuh Kýlýç - wurde in der Türkei rechtskräftig zu 7,5 Jahren Haft verurteilt. Er lebt heute unbehelligt in Mannheim.

Obwohl dies dem Türkische Generalkonsulat in Karlsruhe und der Botschaft in Berlin bekannt ist, haben sie bis heute seine Auslieferung nie beantragt. Sie gaben ihm sogar Unterlagen, die ihm zu einer deutschen Aufenthaltserlaubnis verhalfen.

Dagegen protestieren wir!

Er und alle weiteren in Deutschland lebenden Beschuldigten - die das Leben von 37 Menschen auf dem Gewissen haben - sollten umgehend verhaftet und vor einem türkischen Gericht zur Verantwortung gezogen werden.

Wegen des Massakers vor 12 Jahren werden immer noch 26 Täter mit Haftbefehl gesucht, aber nur 6 davon per Interpol-Haftbefehl. Viele der Mörder dürfen sich also weiterhin frei bewegen und die Verantwortlichen schauen einfach weg.

Wir fordern, dass die Verfahren seitens des Bundesinnenministeriums gegen die in Deutschland lebenden Täter Adem Agbektaþ, Adem Bayrak,Etem Ceylan,Mehmet Yýlmaz, Hayrettin Gül,Sedat Yýldýrým schnellstmöglich beendet und die Personen in die Türkei zurückgeführt werden.

Der fundamentalistische Terror bedroht die Welt. Gerade deshalb müssen die deutschen Behörden auch gegen diejenigen Personen mit aller Entschiedenheit vorgehen, die Menschen aus religiösen Gründen am hellichten Tag verbrennen.

Hasan Öðütcü
Generalsekretär Alevitischen Gemeinde Deutschland e.V

Dank an Martin Riexinger für den Hinweis.

Veröffentlicht in: on August 16, 2005 at 1:06 Kommentare (0)

Was ist eigentlich der Steinberg für einer?

Der vollkommen durchgeknallte Verschwörungstheoretiker Thomas Immanuel Steinberg (Autor u.a. für Konkret und Junge Welt) hat eine neue Verschwörung entdeckt: die Freunde der offenen Gesellschaft. Genießen Sie den O-Ton, meine Damen und Herren:

Auf einer Internetseite wächst zusammen, was zusammen gehört: die North Korea Freedom Coalition mit Spiegel-Broder; Küntzel-der-Besessene mit dem CIA-Gewährsmann der frühen Bundesrepublik, Melvin J. Lasky; das manchester-kapitalistische Cato-Institut mit der Redaktion Bahamas. WADI e.V. unter Irak-Befreier Osten-Sacken ist dabei; die Verehrer des Mussolini-Nachfolgers Berlusconi von der Anti-Defamation League; und natürlich Jeffrey Gedmin aus der Nazi-Villa auf Schwanenwerder. Sie alle finden sich auf der hübsch gestalteten deutschen Homepage der Freunde der offenen Gesellschaft, abgekürzt: FdoG.

Steinberg beruft sich in seinen Texten zum 11. September u.a. auf Andreas von Bülow und Noam Chomsky, stimmt den Thesen von Mathias Bröckers und Gerhard Wisnewski zu, die 9/11 für das Werk amerikanischer Geheimdienste halten, und wußte 2002 - in Konkret, unter der Regentschaft Jürgen Elsässers - ganz genau, daß die Amis in Afghanistan nur wegen des Öls Krieg führen.
Wir behalten uns vor, über den garantiert nicht-antikommunistischen Referenten Steinberg, der über Melvin J. Lasky nur weiß, daß er irgendwie mit der CIA zu tun hatte; der es für einen Einwand gegen Jeffrey Gedmin hält, daß dessen Arbeitsplatz sich in einer Villa befindet, die bis zur Befreiung durch die Amerikaner einem Nazi gehörte; für den es ein Verdammungsurteil ist, für den Spiegel zu schreiben und sich über die Befreiung des Iraks zu freuen; der Nordkorea lieber weiterhin unter der Herrschaft Kim Yong Ils sähe; der nicht weiß, was der Manchester-Kapitalismus war; der die ADL als Mussolini-Bewunderer diffamiert - kurzum, über das idealtypische halbgebildete durchschnittslinksradikale Würstchen Steinberg in unserem Thomas-Immanuel-Steinberg-Watchblog weiterhin zu berichten. Bleiben Sie dran!

Veröffentlicht in: on at 3:01 Kommentare (3)

Rutschky: Böse Mütter

Neulich haben wir auf den taz-Artikel von Katharina Rutschky über den neunfachen Kindermord in Brandenburg hingeweisen. In der WELT legt Rutschky nun nach:

Warum ist Feministinnen, deren Anliegen längst ein allgemeines ist und für dessen Vertretung sie oft auch bestallt und honoriert werden, zu Sabine H. noch gar nichts eingefallen? Es geht doch um eine Frau, die in einem bislang einmaligen Fall der neuen deutschen Kriminalgeschichte mit der genuin weiblichen Potenz, Leben hervorzubringen, einen horriblen Mißbrauch getrieben hat. Unerwünschten Kindersegen zu verhindern sind der Möglichkeiten viele, und im Notfall greift die von der Frauenbewegung hart erkämpfte Abtreibung. Sabine H., eine intelligente Frau, hat sie nicht ergreifen können, weil sie in der Euphorie der vielen Schwangerschaften und der Macht über Leben und Tod ein persönliches und sexuelles Glück erlebte, vor dem keine Moral, keine Vernunft bestehen konnte. Sie ist - horribile dictu - das weibliche Pendant der männlichen Kindermörder, Vergewaltiger und Sadisten, über die uns nicht zuletzt der Feminismus als ein Extrem männlicher Sexualität belehrt hat. Schlimmer noch, wir treffen in Sabine H. nicht nur auf eine weibliche Sexualtäterin, sondern gleich auf eine Serienkillerin. Da schweigt man wohl besser als Klagebeauftragte.

Veröffentlicht in: on August 12, 2005 at 1:04 Kommentare (0)

Weibliche Potenz

In der taz vom 8.8.2005 kommt good old Katharina Rutschky in bezug auf den neunfachen Kindermord in Brandenburg zu ähnlichen Schlüssen wie wir. “Wenn Mutter aus der Rolle fällt” heißt ihr Beitrag:

(…) Hat uns der Feminismus alter Schule mit den Entgleisungen der männlichen Potenz (Pornos, Vergewaltigung, Sexualmorde an Kindern, so genannte Familientragödien, bei denen ein Mann Frau, Kinder und sich selbst auslöscht et cetera) einigermaßen bekannt gemacht, so hat er die weibliche Potenz doch vollständig ausgeblendet. Was können Frauen, die nicht nur Opfer sind, mit ihrer spezifischen Fähigkeit zum Gebären der Kinder anrichten? Sie können, und das beweist der Fall der Sabine H., ihre weibliche Potenz genießen - und die Kinder töten. (…) Das Patriarchat ist zwar zu Ende, aber die weibliche Potenz ist nach dem Ende seiner langen Geschichte noch immer Terra incognita. (…) Weibliche Potenz und weibliche Sexualität stellt uns vor Denkaufgaben, denen wir ausweichen, weil wir alle eine mächtige Mutter hatten, auf die zu vertrauen eine anthropologische Notwendigkeit darstellt. Meistens geht es ja auch gut, aber Entgleisungen dieser Macht des Weiblichen wollen wir gerade heute nicht wahrhaben. Wo doch im Zeichen der Gleichberechtigung so viel für die Frauen getan wurde!
Wie auch immer Psychologie oder Politik die Tat deuten: Sabine H. muss irgendwann einmal entdeckt haben, dass der Zustand der Schwangerschaft ihr ein Glücksgefühl der Vollständigkeit und Macht verschaffte, wie es das Leben nie und nimmer zu bieten hätte - auch nicht das Leben eines Neugeborenen, das immer das Leben eines anderen bleibt und von der Mutter auch als solches wahrgenommen wird.
Frauen sind nicht gut. Frauen sind nicht friedlich. Sabine H. ist eine Sexualtäterin. Ein Einzelfall, der Anlass zu Erkundungen der weiblichen Potenz geben sollte. Sie hat auch schwarze Seiten.

Veröffentlicht in: on August 9, 2005 at 9:00 Kommentare (0)