Judenmord diskutieren

Ralf Schroeder von Typoskript schreibt uns folgende Mail:

Liebe Freunde, zum Filmstart von PARADISE NOW gibt es in Berlin eine Podiumsdiskussion:
Donnerstag, den 29.09. um 18.00 Uhr im CinemaxX Potsdamer Platz, Filmvorführung, 20.00 Uhr Podiumsdiskussion. Das ganze wird organisiert von „Entertainment Kombinat GmbH“ in Kooperation mit bpb und Constantin. Julia Hoffmeister vom „Entertainment Kombinat“ ist hier zu erreichen:

Boxhagener Strasse 106

10245 Berlin

Tel.: 030-29 77 29-35

Fax: 030-29 77 29-77

j.hoffmeister@entertainmentkombinat.de

Der Zentralrat der Muslime nimmt auf alle Fälle teil und läßt schon einmal auf www.islam.de über den Film nachdenken. Dort heißt es:

“Bei allem Elend in den besetzten Gebieten, bei der Höhe und Länge der neuen Mauer, bei den Generationen von Palästinensern, die unwürdig in Lager eingepfercht leben, bei den fast täglichen Bombardierung einer ungleich stärkeren und bis auf die Zähne bewaffneten Militärmacht… ist dadurch das „In-die-Luft-sprengen“ in einem von Wohnbevölkerung durchmischten Gebiet in Tel Aviv und anderswo, gerechtfertigt?”

Die Frage wird absichtsvoll unbeantwortet gelassen:

“Wie verworren ist zudem die Tatsache, dass von nahezu allen islamischen Theologen die Tat der Selbstmordattentäter von New York z.B. als haram (d.h. verboten) und mörderisch erklärt wird, diejenige in Palästina aber von nicht wenigen, als Widerstandskampf? Das sind keine leichten Fragen in keiner leichten Zeit. Aber können wir uns vor diesen Fragen verschließen?”

Es gibt Fragen, die man nicht mehr beantworten muß, und die schon in der Fragestellung auf das gemeinsame Ansinnen abzielen. „Darf man Israel nicht kritisieren?“ gehört auch in diese Kategorie.

Als ich den Film auf der Berlinale sah, die Publikumsreaktion erfuhr und nun weiß, daß der Film an deutsche Schulen geht (http://images.bpb.de/files/FMO78Q.pdf), glaube ich wirklich: Die Diskussion über etwas Indiskutables, nämlich die Legitimität des antisemitischen Selbstmordattentates, ist eröffnet, und wir haben ganz schlechte Karten.

Mit besten Grüßen,

Ralf Schroeder, Berlin.

Veröffentlicht in: on September 29, 2005 at 9:38 Uhr vormittags Kommentare (4)