Tobias Kaufmann kommt im Kölner Stadtanzeiger sowie auf achgut.de zu dem Schluß, daß die Europäer sich angesichts des Umgangs mit afrikanischen Flüchtlingen in den marokkanischen Exklaven ihre gouvernantenhaften Mahnungen an die USA, die beste Antiterrorpolitik sei Armutsbekämpfung, sonstwohin stecken können:
An kenternde Flüchtlingsboote hat sich Europa längst gewöhnt. Wenn Flüchtlinge tot aus LKW-Anhängern kippen, regt sich kaum jemand auf. Seit Wochen nun stürmen verzweifelte Menschen gegen die Mauern und Stacheldrahtzäune der spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika. Und wir sitzen beim Essen. So hart, so ungerecht ist die Normalität. Aber nur Träumer können glauben, dass die Not auf dem afrikanischen Kontinent schon bald nicht mehr zu dieser Normalität gehört, und niemand erwartet ernsthaft, dass Europa diese Not beseitigen kann – schon gar nicht, indem es alle Verzweifelten und Verfolgten dieser Erde bei sich aufnimmt. Staaten haben das Recht, ihre Grenzen vor illegaler Einwanderung zu schützen.
Das beschämende an der europäischen Politik ist jedoch, dass sie dies nicht zugibt. Lieber trägt sie vermeintliche moralische Überlegenheit wie eine Monstranz vor sich her und erteilt beispielsweise den USA (und Israel) Belehrungen. (mehr…)