Richard Herzinger ist wieder da.

Das heißt, er war natürlich nie weg. Wohl aber sein Blog “Ideen und Irrtümer”. Und das ist wieder da. Wie dem auch sei, das ist jedenfalls einmal eine wirklich erfreuliche Nachricht.

Was Herzinger zu den Kriterien schreibt, nach denen er Leserkommentare löscht oder freigibt, ist übrigens so gut, daß ich mich ärgere, es nicht selbst geschrieben zu haben. Tja, Pech, hab ich aber nicht. Da es immer wieder Leutchen gibt, die sich nach der Löschung eines ihrer Kommentare aufgrund von Schwachsinn, Unfug oder Allotria dergestalt mokieren: “Haha, Ihr seid doch, hihi, die Freunde der offenen Gesellschaft, höhö, da dürft Ihr doch keine Zensur ausüben, hehe”, kann ich die folgende Lex Herzinger ruhigen Blutes unterschreiben:

Jetzt werden Sie fragen, wer wohl diese ganzen Regeln eigentlich auslegt und darüber entscheidet, wo im Einzelnen die Grenze verläuft, jenseits derer gegen sie verstoßen wurde. Nun, die Antwort lautet in strengster basisdemokratischer Bescheidenheit: Ich. Ich ganz allein, mit allem Mut zur Ungerechtigkeit. Es hat also gar keinen Sinn, “Zensur” zu schreien, wenn ein Kommentar hier nicht veröffentlicht werden sollte. Denn ein Blog ist das ganz persönliche Reich seines Autors, und ein Recht der Öffentlichkeit, sich darin breit zu machen, existiert nicht. Sie können ja auch nicht in meinen Vorgarten spazieren (sofern ich einen hätte, was ich Ihnen natürlich auch nicht verrate) und dort zelten, wenn mir das nicht paßt. Sie können aber sicher sein, daß ich selbst sehr daran interessiert bin, möglichst viele, auch und gerade meinen eigenen Ansichten widersprechende, Leserbeiträge in meinem Blog zu haben, und daß ich von der Löschtaste deshalb nur in seltenen Fällen Gebrauch machen werde.

Veröffentlicht in: on Oktober 25, 2005 at 11:21 Uhr nachmittags Kommentare (3)

Gleichbehandlung

Hamburger Abendblatt, 22. Oktober 2005:

Frauengefängnis ohne Mauern und Gitter

Keine Mauern, keine Gitter, kein Stacheldraht. Von außen sieht das einstöckige Gebäude aus wie ein ganz normaler Klinkerbau in Glasmoor (Norderstedt). Und doch ziehen am Montag elf Frauen nicht ganz freiwillig ein. Das Haus ist Hamburgs erstes Frauengefängnis nur für den offenen Vollzug. 46 Einzelhaftplätze bietet die neue Einrichtung, davon 27 in der offenen Abteilung. Für die anderen 19 Plätze gibt es eine intensive sozialtherapeutische Betreuung.

Zwei Hafträume sind als sogenannte Mutter-Kind-Zellen hergerichtet. Sie sind mit Kinderbettchen, Spielzeug und Kuscheltieren ausgestattet, die Wände in hellem gelb gestrichen. Inhaftierte Mütter müssen daher nicht von ihren Kindern getrennt werden. (mehr…)

Veröffentlicht in: on at 12:54 Uhr vormittags Kommentare (2)