Importierte Ehemänner

Ferda Ataman schreibt auf SPIEGEL ONLINE (27. November 2005) über das Thema Heiratsmigration und erzählt den (exemplarischen?) Fall eines aus der Türkei “importierten” Bräutigams:

(…) Aykut (…) bezeichnet sich selbst als einen “Import-Ehemann”. “Wir sind hier nichts wert und werden auch so behandelt”, meint er.

Aykut verliert seine erste Frau 1999 bei einem großen Erdbeben in Istanbul. Später führt er eine Fernbeziehung mit seiner Jugendfreundin Selma, die in Deutschland lebt. Da er einen kleinen Sohn aus der ersten Ehe hat, will er Selma heiraten. Zwar hat er einen guten Job bei einer Firma in Istanbul, doch sie überzeugt ihn, gemeinsam nach Deutschland zu ziehen. Sie erzählt ihm, wie einfach das Leben in Deutschland ist. “Ich wollte, dass mein Sohn eines Tages in Europa studieren kann,” erklärt Aykut.

Doch in Deutschland verändert Selma sich (more…)

Religion ist eine Bücherbürste

Weiß gar nicht, was die Leute immer gegen den Eckhard Fuhr haben. Seine gestrige Kolumne in der Mottenpest war jedenfalls fast so lustig wie Max Goldt etwa um 1997 herum:

Diese Woche war ich auf der Suche nach der Bürgerlichkeit. Ich fand sie im Monatsbrief von Manufactum. Dort wird die Bürgerlichkeit in Form einer Bücherbürste aus Schweineborsten und Ziegenhaar für 16 Euro angeboten. Mit den kräftigen Schweineborsten löst man den Staub von den Büchern, mit dem Ziegenhaar nimmt man ihn auf. Ein Bürger ist ein Mensch, der seine Bücher bürstet. Joachim Fest und Wolf Jobst Siedler besitzen sicherlich eine solche Bücherbürste. Allerdings keine von Manufactum. Die Kundschaft dieses Versandhauses des Guten und Bewährten muß man sich als durchaus postbürgerlich vorstellen. Es sind die Laptop-Nomaden unserer Tage, die sich bei Manufactum Bleistifte aus echtem Zedernholz oder eben Bücherbürsten bestellen.

Fest und Siedler haben die Bücherbürsten ihrer Urgroßväter noch in Gebrauch. Wahrscheinlich sind die Borsten handgezupft. Ich kann es mir nicht anders denken. (more…)

Veröffentlicht in: Allgemeines on at 1:48 Kommentare (1)

Was ich letzte Woche albern fand

Wenn deutsche Radiomoderatoren die schottische Rockband Franz Ferdinand “Frähns Föhdinäänd” aussprechen.

Daß sich die Sprecherin in der Wallstreet-Institute-Reklame nicht entscheiden kann, ob sie nun einen englischen Akzent simulieren soll oder nicht.

Beim Zeitschriftenhändler: “Der Hund”, kynologische Fachzeitschrift, hervorgegangen aus “Der Hund” und “Mein Hund”. Titelthema: “Denkfehler rund um’s Wachstum”.

Was ich letzte Woche lustig fand:

In der Bäckerei. Bäckerin A (zu Bäckerin B): “Nu mach ma’n bißchen hinne.”
Bäckerin B: “Jaja, ich hab nur zwei Hände.”
Bäckerin A: “Das merkt man auch.”

Veröffentlicht in: Allgemeines on November 25, 2005 at 8:34 Kommentare (0)

Fernsehtip

Das guck’ ich mir heute Abend mal an. Bin gespannt, ob’s was taugt:

BBC-Exklusiv: MANN UND FRAU - Was uns wirklich unterscheidet. Start der dreiteiligen Dokumentationsreihe. VOX, 23 Uhr.

Die BBC-Dokus sind ja oft ganz gut. Und das es gar keine biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern gäbe, behaupten wirklich nur noch einige loony lefts. Aber das man etwa an der Länge des Ringfingers die sexuelle Orientierung ablesen könnte, klingt für mich doch eher nach Scharlatanerie. Vielleicht bin ich hinterher schlauer.

Veröffentlicht in: on November 24, 2005 at 7:35 Kommentare (3)

Judenbashing auf der Bahamas?

Wir haben schon vor einiger Zeit unsere Verwunderung darüber geäußert, daß unsere ehemaligen Mitstreiter von der Zeitschrift Bahamas offenbar inzwischen auch sämtliche Juden und Israelis, die sich nicht zu ihrer speziellen Variante des “antideutschen Kommunismus” bekennen wollen, als unsichere Kantonisten der Israelsolidarität betrachten. Einigen Besucher der Bahamas-Konferenz am letzten Wochenende scheint das ebenfalls übel aufzustoßen, siehe hier:

Ein sehr persönlicher Eindruck vom Kongreß der Zeitschrift ‘Bahamas’ am 19.11.05 in Berlin von A. S.

Um das Wichtigste vorauszuschicken: Ich habe seit Jahren ein Abonnement der Zeitschrift ‘Bahamas’ und das wird auch so bleiben, (more…)

Veröffentlicht in: on November 22, 2005 at 6:42 Kommentare (0)

Mainstream? Anti-Mainstream?

Der Fairneß halber sei hier zu unserem Arne Hoffmann/eigentümlich-frei-Posting nachgetragen, was eifrei-Herausgeber André F. Lichtschlag an Michael Miersch schrieb (vgl. www.achgut.de):

„ …irgend etwas scheint mir da total verwechselt worden zu sein.
Erstens habe ich z.B. erst jüngst einen Beitrag Arne Hoffmanns abgelehnt, weil ich zum Thema Israel schon fast ein wenig antideutsch denke (übrigens in unserem Nahost-Heft auch durchaus nachlesbar). Zweitens wird kein Mensch seit mehr als einem Jahr in ef mehr was zu konservativ-libertären Aktionen gelesen haben … Schon daher glaube ich, dass ich hier nicht ganz treffend abgestraft werde. Viertens ist mir allerdings völlig wurscht, wo ef-Autoren Intervies geben. Da bin ich durchaus tolerant und liberal …
… Kopie aus meinem Mail an Arne Hoffmann, welches ich ihm vor ein paar Tagen, am 16.11. schickte: ‚Das Problem ist, dass ich viele Aussagen einfach auch nicht für richtig halte. Sharon-Gegner kommen doch außerhalb von FAZ und Welt (und einiger Exoten wie Weltwoche, Konkret, etc.) ständig zu Wort, von der Jungen Welt und taz bis zur Jungen Freiheit. Und teilweise auch mal im Spiegel, oder der SZ … Vielen anderen erscheinen Leute wie Broder eher als Exoten und eben nicht als Mainstream. Die taz ist doch wohl nicht Israel-freundlich. Und die Antideutschen sind dort garantiert in der Mini-Minderheit …‘

Wie gesagt, ich fühle mich jetzt irgendwie total verarscht!“

Vielleicht sollte es Hoffmann tatsächlich bei der Jungen Freiheit versuchen, da eifrei nun offenbar auch zum verhaßten “Mainstream” gehört.

Veröffentlicht in: on November 21, 2005 at 4:46 Kommentare (0)

Elisabeth Badinter: Die Wahrheit über Partnergewalt

Die französische Feministin Elisabeth Badinter, geboren 1944, Professorin für Philosophie an der Ecole Polytechnique in Paris, Autorin der Bücher “Die Mutterliebe”, “Ich bin Du” und zuletzt “Die Wiederentdeckung der Gleichheit”, hat stets die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen angestrebt und feministischen Opferkult sowie die Verteufelung alles Männlichen abgelehnt. Im Juni dieses Jahres hielt sie in Lyon einen Vortrag bei einer Veranstaltung von Amnesty International, in dem sie mit einigen Fehlwahrnehmungen auf dem Gebiet der häuslichen Gewalt aufräumte. Die Zeitschrift L’Express dokumentierte diesen Vortrag, den wir Ihnen hier in deutscher Übersetzung präsentieren. (Dank an Alex Bark für den Hinweis.)

In den Untersuchungen und Abhandlungen über Partnergewalt klingt die Rollenteilung wie eine Selbstverständlichkeit: die Männer sind Täter und die Frauen sind Opfer. Eine begründete Annahme, die sich auf die Fakten und Statistiken stützt, wenn es sich um physische Formen der Gewalt, Schläge, Vergewaltigungen oder Morde handelt. Jedoch werden in der Mehrzahl der dazu vorliegenden Arbeiten und der daraus abgeleiteten Beschwörungsformeln alle Arten von Partnergewalt - die der Handgreiflichkeiten und die der Worte - miteinander vermengt. Dieser Aufsummierung unterliegt auch die einzige, in Frankreich zu diesem Thema durchgeführte und 2001 veröffentlichte seriöse Studie, die “Enquête nationale sur les violences envers les femmes en France” (Enveff). Aus deren Ergebnissen wurde ein “globaler Index” für Partnergewalt abgeleitet: 10% der Frauen erklären, Opfer derselben zu sein. Diese erschreckende Zahl und die verwendete Terminologie verdecken jedoch den Umstand, dass drei Viertel dieser “Gewalt” aus psychischen Aggressionen wie Beschimpfungen, Verunglimpfungen oder Belästigungen besteht. Daraus ergibt sich die Frage: werden nicht auch die Männer Opfer dieser psychischen Aggressionen, deren sie so massiv beschuldigt werden? Nach der vom Meinungsforschungsinstitut BVA für L’Express durchgeführten Studie erklären Männer und Frauen etwa in gleichem Umfang, Opfer dieses Beziehungskrieges zu sein, bei deren Einordnung in die Kategorie “Gewalt” man unwillkürlich zögert. Zu gravierend ist dieses Phänomen, um es Wortgefechten zu überlassen. Stattdessen gilt es, sich an die Fakten zu halten: genau dies ist der Sinn der von der Philosophin Elisabeth Badinter zu diesem Thema geführten Auseinandersetzung. Wir veröffentlichen ihren Vortrag, den sie bei einer Diskussionsveranstaltung von Amnesty International am 16. Juni in Lyon gehalten hat. (L’Express)

Diese Untersuchung ist eine große Premiere. Frauen und Männern dieselben
Fragen zu den innerhalb ihrer Partnerschaft bestehenden Spannungen zu
stellen, kommt einem Bruch mit dem herrschenden Diskurs über
“Partnergewalt” gleich. Die Feststellung, dass sich Männer und Frauen etwa
gleichermaßen übereinander beklagen (und dass Männer sogar doppelt so
viele Beschimpfungen über sich ergehen lassen müssen wie Frauen),
verstärkt das von mir stets empfundene Unbehagen, (more…)

Veröffentlicht in: on November 18, 2005 at 9:39 Kommentare (1)

Feministische Planwirtschaft. Neue Folge

“Kleine Zeitung”, Steiermark, 12.11.2005:

Norwegen will per Gesetz mehr Frauen in Chefsessel hieven

Norwegens Regierung will den Frauen-Anteil in den Chefetagen von Unternehmen per Gesetz auf mindestens 40 Prozent steigern. Widerspenstige Firmen müssten bei Nichtbefolgen der Neuregelung Sanktionen befürchten, sagte die Gleichberechtigungsministerin Karita Bekkemellem am Freitag in Oslo. Im schlimmsten Fall drohe eine Auflösung solcher Unternehmen durch die Behörden.

Betroffen von der Regelung seien etwa 500 Aktiengesellschaften, in denen Frauen in den Vorständen bisher deutlich unterrepräsentiert seien. Ab dem 1. Jänner 2006 hätten die Firmen maximal zwei Jahre Zeit, dies zu ändern.

Das Gesetz wurde bereits 2003 verabschiedet, bisher vor allem wegen des heftigen Widerstands der Wirtschaft aber von der Regierung nicht umgesetzt. Auch am Freitag sprach sich der einflussreiche norwegische Unternehmensverband NHO erneut gegen das Gesetz aus und verwies auf ein eigenes Programm zur Frauenförderung.
Oslo (APA/ag.)

Siehe auch Spiegel-Online.

Veröffentlicht in: on November 12, 2005 at 4:35 Kommentare (11)

Wer den Kram zusammenhält

EinE LeserInnenbriefschreiberIn der taz fügt den vielen Theorien über die Gründe der Randale in Frankreich noch eine weitere hinzu:

Die eigentlichen Probleme sind, vollkommen offensichtlich und vollkommen ignoriert, geschlechtsspezifischer Art. Randalieren tun nicht “die Jugendlichen”, sondern zu 100 Prozent junge Männer. Die Frauen räumen auch hier im Hintergrund auf und halten den Kram zusammen. Es ist also möglich, friedlich zu bleiben - unter exakt denselben Verhältnissen, in genau derselben trostlosen Lage (wenn nicht noch trostloser). “Sozial” und “ethnisch” bedingte Gewalt ist zuallererst geschlechtsbedingt, sonst würden Frauen permanent und überall zuschlagen.

Permanent und überall, in Schweden wie in Afghanistan, heute wie vor tausend Jahren, kein Fortschritt, keine Verbesserung, nirgends. Frauen waren und sind Opfer, Hoffnung gibt es keine, permanent müßte eigentlich zugeschlagen werden, es gibt keine Ruhepause, keine Zeit für Kino, Kneipe, Klönen, immer gälte es, die Unterdrückung zu bekämpfen, doch, ach, es fehlt die Zeit, Frauen müssen ja im Hintergrund aufräumen und den Kram zusammenhalten.

Es gibt offenbar kein Thema, auf dem die Männer-sind-scheiße-und-Frauen-sind-Opfer-Fraktion nicht ihr Süppchen kochen würde. Doch abgesehen von der durchaus anfechtbaren Behauptung, die Gewalttäter in den Banlieues seien zu 100 Prozent männlich, ließe sich, ein unbefangener Blick vorausgesetzt, durchaus fragen, ob die gleichaltrigen Geschlechtsgenossinnen der Kaputtmacher wirklich im Hintergrund aufräumen (darüber gab’s jedenfalls noch keine Berichte), oder ob nicht vielmehr derjenige, der die meisten angezündeten Autos vorzuweisen hat, auch das meiste Prestige bei jenen erwirbt. Würde männliche Gewalt weiblicherseits konsequent mit Mißbilligung und Liebesentzug quittiert, gäbe es kaum welche.

Die jungen und schlecht bezahlten Polizisten, die - unter anderem für diejenigen in den Banlieues, die lieber ihren Frieden haben wollen - ihren Kopf hinhalten und tatsächlich versuchen, den Kram zusammenzuhalten, sind übrigens zu einem mindestens ebenso großen Prozentsatz männlich wie die Randalierer. Aber das gilt wohl nicht. Sind schließlich die Bullen des Patriarchats.

Veröffentlicht in: on November 10, 2005 at 10:16 Kommentare (4)

“Nie wieder!” mehr als eine Floskel?

Protestkundgebung am 9. November 2005 um 17:00 Uhr vor der Paulskirche in Frankfurt am Main

– Aufruf zum Handeln –

Am 9. November 2005 wird in der Paulskirche zu Frankfurt am Main, wie jedes Jahr, an die Ereignisse des 9. Novembers 1938 in Deutschland erinnert.

Die Ereignisse dieses Tages im Jahre 1938 waren der Beginn der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung – bis hin zu ihrer massenhaften und industriell durchgeführten, bestialischen Ermordung.

Heute – im Jahre 2005 – ruft der Präsident der Islamischen Republik Iran offen dazu auf, „Israel von der Landkarte zu tilgen“. Das ist eine unverhohlene Aufforderung zur Vernichtung des Staates Israel und seiner Bürger.

Wenn ein Gedenktag wie der 9. November mehr als ein bedeutungsloses Ritual sein soll – müssen alle, die dieses Gedenken ernst nehmen, sich heute bewusst machen, dass mit dem Aufruf zur Vernichtung des jüdischen Staates eine Grenze überschritten wurde, und deutlich bekunden:

NIE WIEDER! NEVER AGAIN!

Ein entschlossenes „Nie wieder!“ bedeutet, schon den Anfängen entschieden entgegenzutreten!

Wir rufen die Gäste der Gedenkveranstaltung zum 9. November 2005 in der Frankfurter Paulskirche und alle rechtschaffenen Menschen auf, sich den weltweiten Protesten gegen die iranische Regierung anzuschließen und unmisverständlich zu erklären, dass der Aufruf zur Vernichtung Israels und alle derer die das Existenzrecht Israels anerkennen von der Gemeinschaft der Völker nicht hingenommen wird.

Es gilt, den iranischen Machthabern zu verdeutlichen, dass es Konsequenzen für sie hat, wenn der Präsident des Landes auch nach internationalen Protesten bei seinem Aufruf bleibt. Wir fordern darum, dass der so genannte „kritische Dialog“ der Bundesrepublik Deutschland mit dem Iran abgebrochen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit eingestellt wird. Die Isolation des Landes in der Völkergemeinschaft wäre die richtige Konsequenz.

Mahnen, Erinnern und Gedenken bringt Verantwortung mit sich:

NIE WIEDER! Keine Akzeptanz für Völkermord!
Keine Akzeptanz für die Androhung von Völkermord!

Veranstalter:
Honestly Concerned e.V., Zionistische Organisation Frankfurt e. V., Jüdischer Jugend- und Studentenverband Hessen, Wadi e.V., Prozionistische Linke Frankfurt, Frankfurt Loge B’nai B’rith

Ansprechpartner:
René Pollak, Vorsitzender, Zionistische Organisation Frankfurt e. V.,
0179-3980090 , <a href=”">

http://www.honestly-concerned.org/Temporary/Protestkundgebung_9.Nov_HC.pdf

Veröffentlicht in: on November 7, 2005 at 10:27 Kommentare (2)