Die Grundtorheit des Jahrhunderts hat Thomas Mann den Antikommunismus genannt. Das, so läßt sich nach den einschlägigen Erfahrungen jenes 20. Jahrhunderts mit dem Kommunismus sagen, war wohl doch eher die Grundtorheit Thomas Manns. … Hatten wir kritischen Antiantikommunisten nicht in den Behauptungen jener antikommunistischen Propaganda eine Beleidigung unserer Intelligenz gesehen? Und dann stellte sich spätestens in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts heraus, daß es die Realität des Kommunismus war, die unsere Intelligenz beleidigte.
So beginnt der Artikel “Eine Grundtorheit des Jahrhunderts existiert weiter. Über Mao und den chinesischen Kommunismus” von Siegfried Kohlhammer in der soeben erschienenen Januar-Ausgabe des MERKUR, dem Fachblatt für Utopiekritik, die ich Ihnen, liebe Leserin, eigentlich deswegen ans Herz legen wollte, weil sich darin mein Artikel “Respekt!” über antiliberales neoreligiöses Eiferertum am Beispiel des katholischen Philosophen R. Spaemann abgedruckt findet, das nun allerdings zuförderst wegen des glänzenden Essays von Kohlhammer zu empfehlen ich nicht umhin komme. (mehr…)