Tobias Kaufmann schreibt im Standard über Ariel Scharon:
Der “Bulldozer” war ein willkommenes Feindbild. Selbst als er mit dem Abzug aus dem Gazastreifen etwas vollbrachte, woran alle seine Vorgänger gescheitert waren, hat man ihm dies noch als Taschenspielertrick auf Kosten der Palästinenser ausgelegt. Wäre Sharon über das Meer gewandelt – aus Paris wäre die hämische Bemerkung gekommen: “Seht ihr, nicht mal schwimmen kann er!” Was die Europäer am meisten ärgerte: Sharon hat das nicht im Geringsten beeindruckt.
Der niederländische Schriftsteller Leon de Winter schrieb diese Woche in der Welt: “Ihm war gleichgültig, was der Westen über ihn denken würde. Ihm ging es nur darum, was seine arabischen Feinde denken würden.” Diese Feinde haben ihn gehasst und gefürchtet. Und sie haben ihn respektiert, weil er keine Schwäche zeigte. (mehr…)