Wie die antike Al Qaida einmal sogar ein veritables 9/11 veranstaltete …
… und später eine Verschwörungstheorie in die Welt setzte, die die Schuld daran Kaiser Nero in die Schuhe schob, der nur einen Vorwand gebraucht habe, um die friedlichen und unschuldigen Christen zu verfolgen.
Wann immer man sich daran begibt, festgefügte Überzeugungen zu überpfüfen, merkt man sehr bald, daß kein Stein auf dem anderen bleibt. Kaiser Nero - war das nicht der brutale Christenverfolger, der Rom angezündet hat? Nun, brutal war er so sehr, wie es dem damaligen Zeitgeist entsprach. (Hoffentlich läuft die so drastische wie historisch ungeschönte Fernsehserie “Rome” bald im deutschen Fernsehen.) Darüber hinaus war er allerdings geradezu ein Sozialreformer und bei den Plebejern überaus beliebt. Darauf, daß er den großen Brand Roms im Jahre 64 ausgelöst hat, gibt es keine Hinweise. Darüber sind sich Historiker heute einig. Nicht einig sind sie sich, ob das Feuer durch Zufall, Fahrlässigkeit oder Brandstiftung ausgelöst wurde. Jedenfalls deutet für einige Nero-Biographen einiges darauf hin, daß eine Gruppe früher Christen den Brand gelegt hat, um der Hure Babylon einen vernichtenden Schlag zu versetzen. Die frühen Christen waren nämlich keineswegs friedliche Gutmenschen, die von früh bis spät der Nächstenliebe frönten und demütig der Erlösung harrten. Sondern eine apokalyptische Sekte, die einen weltumspannenden Gottesstaat auf Erden errichten wollte.
Dazu ein längerer Essay von Richard Herzinger: Opfer der Legenden: Wie der römische Kaiser Nero zum Sündenbock der Geschichte wurde