Was unterscheidet die israelische Linke …
… von der europäischen Linken? Überlegungen dazu auf dem - ohnedies lesenswerten - Transatlantic Forum von Martin Riexinger und Michael Kreutz.
… von der europäischen Linken? Überlegungen dazu auf dem - ohnedies lesenswerten - Transatlantic Forum von Martin Riexinger und Michael Kreutz.
Ein Beispiel für Feminismuskritik, wie sie nicht sein soll, findet sich bei den Paläokonservativniks von Politically Incorrect.
Die New Yorker Journalistin Norah Vincent - Feministin und lesbisch - verkleidete sich und gab sich anderthalb Jahre lang als Mann aus, um für ihr Buch “Self-Made Man : One Woman’s Journey into Manhood and Back” herauszufinden, wie Männer ticken. Sie schloß Männerfreundschaften, flirtete mit Frauen - und entwickelte Verständnis und Sympathie für Männer und einen nicht unerheblichen Ärger auf Frauen.
Zitate (aus der Rezension der WELT):
Über männliche Herzlichkeit: “Dieser Mann, den ich noch nie zuvor getroffen hatte, gab mir die Hand, und es gab mir ein echtes Gefühl. Er hieß mich willkommen. Die meisten Frauen, denen ich jemals die Hand gegeben habe, hatten dabei etwas Wesentliches zurückgehalten. Als ob wir uns in ständigem Wettkampf miteinander befinden würden … Begrüßungen unter Frauen erscheinen mir häufig gespielt und herzlos, voll falscher Gefühligkeit. (more…)
Zum Beispiel das “Jugoblog” eines gewissen Marco Jovic alias Marco Polo, das unter dem Vorwand, islamismuskritisch und israelsolidarisch zu sein, platteste serbisch-nationalistische Pro-Milosevic-Propaganda betreibt. So schreibt Jovic über Peter Handkes Teilnahme an der Trauerfeier für Milosevic, auf der er, Handke, eine Rede hielt: “Man missversteht Handke also mal wieder als Bänkelsänger der ehemaligen Milosevic-Regierung.” Der Duktus des ewigen Opfers: immer mißverstanden, immer falsch interpretiert, vom Westen, von der NATO, von den Deutschen, vom Feuilleton: Wird doch einfach jemandem, der X sagt, unterstellt, daß er auch X meint - wie unverschämt!
Wozu ich das erwähne? Weil auf den Tickets “liberal” und “prowestlich” so manche Leute mitfahren, die ganz anderes auf der Agenda haben, und es daher ratsam ist, zweimal hinzuschauen.
… zur gewonnenen Wahlfälschung, Herr Lukaschenko. Aber warum nicht gleich 100%?
Micha Brumlik beschreibt, wie der Leiter des Evangelischen Studienwerks Villigst, Klaus Holz, versucht, Rufmord an dem Politologen Lars Rensmann zu begehen:
(…) seit den Gaskammern von Treblinka und Birkenau steht jeder, dessen Meinungen als antisemitisch bezeichnet werden, unter dem nicht ganz unbegründeten Generalverdacht, den Tod von Juden mindestens billigend in Kauf zu nehmen. Das hat dazu geführt, dass der Vorwurf des Antisemitismus als eine der schlimmsten Beleidigungen gilt, die man sich jenseits des gewiss nicht kleinen rechten Milieus zufügen kann. Anders ist nicht zu erklären, warum derzeit respektable Institutionen und Personen ihr Ansehen damit ruinieren, an einem ausgewiesenen Antisemitismusforscher, dem Politologen Lars Rensmann, der an der Universität Potsdam lehrt und forscht, einen strategisch geplanten Rufmord zu verüben. An diesem Unternehmen ist nicht nur der Antisemitismusforscher Klaus Holz, der Kulturwissenschaftler Matthias Lorenz, das Evangelische Studienwerk Villigst, sondern vor allem eben auch die unverzichtbare Internetrezensionszeitschrift der Berliner Humboldt-Universität mit dem sperrigen Namen HSozKult beteiligt. (more…)
Christoph von Marschall in der heutigen Sonntagsausgabe des TAGESSPIEGEL:
In Weißrussland wird heute gewählt. Das Ergebnis steht fest. Diktator Lukaschenko siegt. Regimekritiker werden verprügelt, ins Gefängnis gesteckt oder ermordet. So ähnlich waren die Machtverhältnisse in Saddams Irak und in Afghanistan, nur war das Leid noch größer. 2002 griffen die USA und ihre Verbündeten in Afghanistan ein, vor drei Jahren im Irak. Sie stürzten die Diktatur, besetzten das Land und versuchen Demokratie und Freiheit voranzubringen.
Weißrussland, Irak, Afghanistan – womit kann die Welt besser leben: mit der stabilen Friedhofsruhe einer Diktatur oder einer chaotischen und blutigen Demokratisierung? (more…)
Im New York Times Magazine vom 19. Februar (leider nicht kostenlos online) verkündete der neokonservative Vordenker Francis Fukuyama seinen Abschied von den Neokonservativen und erklärte seine Ablehnung des Irakkrieges. Christopher Hitchens polemisiert im Slate Magazine gegen Fukuyama - mit Argumenten, die auch für die hiesige Debatte nützlich sind. (Übersetzung: I.W.)
Das Ende Fukuyamas
Von Christopher Hitchens
Die vergangene Woche muß für Francis Fukuyama enttäuschend gewesen sein, da sein siebenseitiger Essay im New York Times Magazine „After Neoconservatism“ wegen der anti-dänischen Ausschreitungen und der Zerstörung der Goldenen Moschee in Samarra ziemlich untergegangen ist. Wer interessierte sich da für diesen groß angekündigten Austritt aus der neokonservativen Kirche? Eigentlich schade, denn Fukuyamas Essay enthält einige interessante Punkte.
Man muß jedoch sagen, daß Fukuyama es einem schwer macht, sich auf seine Inhalte zu konzentrieren. Er bedient sich aus einem Arsenal an Phrasen und stehenden Redewendungen, die in seinem inneren Textverarbeitungsprogramm gespeichert sind, so dass er nur auf eine bestimmte Taste drücken muss, um den ganzen Satz fertig zu haben. So erfahren wir gleich im ersten Absatz, daß der Irak zu einem „Magneten“ für Dschihadisten geworden ist, etwas später, daß die Demokratisierungsrhetorik sowohl von der Linken als auch von der Rechten kritisiert wurde, daß die Neokonservativen „übers Ziel hinausgeschossen“ sind, und schließlich, daß es „kein Zufall“ sei, daß viele Neokonservative früher „Trotzkisten“ waren.
Nicht jeder wird die unironische Schönheit dieser letzten beiden Formulierungen zu würdigen wissen. Bestimmten linken Sektierern werden sie jedoch gefallen. (more…)