Joschka, ein verkappter Neocon?

Im gestrigen Tagesspiegel erschien meine Rezension des letzten Buches von Paul Berman “Idealisten an der Macht. Die Passion des Joschka Fischer”, aus Platzgründen geringfügig gekürzt. Hier die Manuskriptfassung:

„I am not convinced“, schleuderte Joschka Fischer auf der NATO-Sicherheitskonferenz im Februar 2003 dem amerikanischen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld entgegen, der daran erinnert hatte, dass der geplante Krieg gegen den Irak auch ein Krieg gegen eine totalitäre Diktatur wäre und somit auch für Befürworter humanitärer Interventionen zustimmungsfähig sein müsste. Der linksliberale Historiker Paul Berman hatte den Irakkrieg aus eben solchen Gründen befürwortet, und seinem Buch „Idealisten an der Macht“ merkt man die Enttäuschung über seinen Freund Joschka Fischer an. Warum hat Fischer eine humanitäre Intervention im Irak nicht gutgeheißen?

Um diese Frage zu klären, schlägt Berman einen historischen Bogen zum Jahr 1969, in welchem Fischer den PLO-Kongress in Algier besucht hatte, auf dem die Auslöschung Israels gefordert worden war. (mehr…)

Veröffentlicht in: on Mai 9, 2006 at 5:48 Uhr nachmittags Kommentare (0)