Ich bin doch nicht Deutschland

Vorhin während des Fußballspiels eingekauft. Herrlich: nichts los und ergo viel Platz in den Läden. Leiser Unmut kommt erst auf, als ich an der Käsetheke nicht bedient werde, da das Personal sich im Hinterzimmer vor dem Fernseher versammelt. Als ich auf dem Rückweg mit gefüllter Kaisers-Tüte an der Altberliner Kneipe in meiner Straße vorbeikomme, ruft mir einer hinterher: “Jetze jeht der einkaufen. Dit is keen deutscher Mann!”

Da habe ich ja noch einmal Glück gehabt.

Veröffentlicht in: Allgemeines on Juni 30, 2006 at 8:17 Kommentare (9)

Bau doch selber Musisches!

Ob da wohl eine neidisch auf den Erfolg einer Konkurrentin ist? Die Autorin Jana Hensel im Interview mit Zeit-Online über den Text von Kathrin Passig, der diesjährigen Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preises:

Eine Fingerübung, nichts weiter als eine Schreibkurs-Arbeit. Passig hat hinterher erzählt, wie sie sich vor einem Jahr vor dem Fernseher, als sie den Bachmann-Preis verfolgte, dachte: “Das kann ich auch” und spontan beschloss, selbst einen Text einzureichen.

Offenbar “kann” sie es ja tatsächlich “auch” und hat deswegen den Preis gewonnen. (more…)

Veröffentlicht in: on Juni 27, 2006 at 5:21 Kommentare (2)

Hernando de Soto in Berlin

Am Mittwoch, 21. Juni 2006 um 18:30 Uhr lädt die Friedrich-Naumann-Stiftung ein zu einer Abendveranstaltung

“Ways to Get Out of Poverty” mit Hernando de Soto, Präsident des Instituts of Liberal Democray, Lima,

in die Reinhardtstraßenhöfe in der Reinhardtstraße 14-16 in Berlin-Mitte ein.

Weitere Infos und das Anmeldeformular finden Sie auf folgender Webseite:
http://berlin-brandenburg.fnst.de/webcom/show_all_seminare.php/_c-476/_nr-296/i.html

Veröffentlicht in: on Juni 15, 2006 at 1:19 Kommentare (1)

Pluralismus …

… ist was wunderschönes: denn so kann Victor Davis Hanson in der taz schreiben.

“Wir haben doch von nichts gewußt!”

… behaupten diejenigen, die einst Mao und Konsorten bewundert haben. Bullshit, meint Alan Posener:

… ja, als junge Menschen hatten wir ein Recht auf Irrtum. Allerdings hat man als älterer Mensch die Pflicht, seine Irrtümer zuzugeben und zu korrigieren.

Oh ja, wir sahen die Bilder von johlenden Studenten, die ihre gedemütigten Lehrer durch die Straßen trieben; wir hörten von Kindern, die ihre Eltern als Konterrevolutionäre denunzierten; wir wussten, dass Bücher verbrannt, Kunstwerke vernichtet, dass die Traditionen von Jahrtausenden ausgelöscht wurden; wir kannten die Mao-Poster und die revolutionären Peking-Opern, die an deren Stelle traten. Und wir waren begeistert.

Schlimmer aber als unsere damalige Naivität ist unser heutiger Zynismus. Was gab es für eine Empörung über das angebliche Blutgeld des Kunstmäzens Friedrich Flick! Ohne Gedenken an die Opfer der Nazis soll niemand die Sammlung Flick im Hamburger Bahnhof sehen dürfen. Aber wir goutieren Warhols Mao und fordern kein Gedenken an die 70 Millionen.

Veröffentlicht in: on Juni 14, 2006 at 6:48 Kommentare (0)

Frankreich hatte Glucksmann, Deutschland leider nur Nolte

Ernst Nolte habe im Historikerstreit vor zwanzig Jahren durchaus die richtigen Akzente gesetzt, so Richard Herzinger in der Welt am Sonntag. Nur sei er der falsche Mann gewesen, da er tatsächlich apologetische und geschichtsrevisionistische Thesen vorgetragen habe.

Dessen ungeachtet traf Nolte mit seiner Forderung, den Nationalsozialismus stärker im Zusammenhang mit anderen totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts zu betrachten, bei seinen linksliberalen Gegnern einen wunden Punkt. (…) Die Fixierung auf Auschwitz als einem unvergleichlichen Verbrechen führte paradoxerweise dazu, daß andere totalitäre Bedrohungen aus der Wahrnehmung ausgeblendet wurden. (more…)

Veröffentlicht in: on Juni 9, 2006 at 2:49 Kommentare (0)

Noch’n Blog

Ivo Bozic, einer der wenigen Autoren, die die Jungle World erträglich machen, bloggt jetzt auch. In vielen Punkten differieren wir, doch ihm fehlt erfreulicherweise völlig, was die meisten anderen Linksradikalen — traditioneller wie “antideutscher” Provenienz — auszeichnet: Selbstgerechtigkeit, Altklugheit, verdruckste Machtfantasien, Herrenreiterattitüde.* Bozic propagiert unter anderem das Euston Manifesto. Ihm ist es nicht links genug, mir etwas zu sehr, aber das sind Dinge, über die zivilisierte Leute vernünftig reden können.
Ich werd’ da öfter mal reingucken. (more…)

Veröffentlicht in: on Juni 8, 2006 at 12:28 Kommentare (0)