Ein Bürger hat einen Namen

Wolf Lotter, Redakteur von brand eins, über Anonymität im Internet:

Nicht sinistre Geheimdienste und die Produkte anderer Hirngespinste bedrohen die Freiheit im Internet, sondern jene, denen es schlicht an Anstand und Mut fehlt, zu dem, was sie zu sagen haben, auch zu stehen.

Blogs und Foren sind mittlerweile der Tummelplatz anonymer Heckenschützen. …

Nun behaupten jene, die die Anonymität im Netz verteidigen, ihre freie Rede wäre gefährdet, wenn sie sich mit ihrem Namen dazu bekennen würden. Sie würden Nachteile erleiden müssen. Wer so argumentiert, spielt dem wachsenden Kontrollbedürfnis - etwa des Staates - erst recht in die Hände. … Anonymität führt zum Generalverdacht und, schlimmer noch, zur Bedeutungslosigkeit. Ein Netz, dessen Bewohner weder Name noch Adresse haben, hat auch keine Stimme, wenigstens keine ernstzunehmende, … (more…)

Veröffentlicht in: on Mai 31, 2007 at 4:33 Kommentare (9)

Keine Fragen

Erfrischend: Mariam Lau über das feministische Spießertum der Alice Schwarzer.

Veröffentlicht in: on at 4:17 Kommentare (6)

Schön wär’s

Eine gute Fee begegnet einem Kommunisten, einem Faschisten und einem Juden.

Sie fragt alle drei nach ihren Wünschen, die sie ihnen erfüllen kann.

Zunächst fragt sie den Kommunisten.

“Ich wünsche mir, daß alle Faschisten tot sind”, antwortet dieser.

Dann fragt sie den Faschisten.

“Ich wünsche mir, daß es keine Kommunisten mehr gibt”, antwortet der Faschist.

Zum Schluß wendet sie sich an den Juden: „Und was möchtest du?“

Der Jude fragt: „Sind Wünsche der beiden anderen bereits erfüllt?“

“Ja”, antwortet die Fee.

Der Jude: „Dann wünsche ich mir eine Tasse Kaffee.“


(Dank an Anna für den guten Witz.)

Veröffentlicht in: Allgemeines on Mai 29, 2007 at 11:46 Kommentare (2)

Das Kempner-Gedicht der Woche

Poesie ist Leben,
Prosa ist der Tod,
Engelein umschweben
Unser täglich Brot.

Veröffentlicht in: on at 3:16 Kommentare (0)

Wer hat hier Lenin gelesen?

Veröffentlicht in: on Mai 28, 2007 at 9:27 Kommentare (0)

Und wenn er’s doch ist?

Das Wadi-Blog und Planet Hop machen auf eine Kundgebung vor der chinesischen Botschaft aufmerksam, die sich gegen das chinesische Regime richtet. So weit, so verdienstvoll. Drängte sich nicht angesichts des etwas albern wirkenden Mottos “Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus!” der Eindruck auf, hier ginge es weniger um den Protest gegen eine autoritäre kommunistische Diktatur, als vielmehr um die Reinwaschung des Begriffs Kommunismus.

In der Tat werden zwar im Aufruftext die Verbrechen des chinesischen Regimes beim Namen genannt, nichts wird verharmlost. Doch die Pointe ist, daß all dies als kommunistischer Theorie und Praxis völlig äußerlich beschrieben und stattdessen dem Kapitalismus, in Gestalt des “Staatskapitalismus”, in die Schuhe geschoben wird. Als würde sich dieser nicht notwendig überall dort einstellen, wo Kommunisten zuvor bürgerliche Gesellschaften zerstört haben. Eine moderne Wirtschaft funktioniert eben entweder kapitalistisch oder gar nicht. Wenn Bolschewiki Demokratie, Markt und freiheitliche Verfassungen wegputschen - also den liberalen Kapitalismus -, bleibt als Alternative eben nur der autoritäre Staatskapitalismus.

Die Veranstalter lassen wissen: “Imperialismus, Repression und Staatskapitalismus sind kein Kommunismus! Wir wollen die Idee der allgemeinen Emanzipation nicht länger mit solchen Erscheinungen assoziiert sehen!” Grund der Kundgebung ist mithin das Gefühl der Peinlichkeit, das sich angesichts ideologischer Nähe einstellt. Wohlfeil wird sich vom schmuddeligen Bruder im Geiste, der sich blutige Hände geholt hat, distanziert, um weiter an der umbefleckten Utopie festhalten zu können. Es geht also darum, in gut deutscher Tradition die Idee gegen die Verschmutzung mit der schnöden Wirklichkeit zu retten. Jene will man nicht mit ihren realpolitischen Konsequenzen assoziiert sehen.

Vermutlich halten sich die Veranstalter für überaus avanciert. Dabei wärmen sie zum x-ten Male ein schon immer schal schmeckendes Gericht auf. Seit annähernd hundert Jahren behaupten Kommunisten im Westen, wenn sie mit den realen Schrecknissen kommunistischer Länder konfrontiert werden, das sei aber gar nicht der Kommunismus, der eigentliche Kommunismus müsse erst noch hergestellt werden. Komischerweise kommt er dann aber doch nie, der wahre, gute, menschenfreundliche Kommunismus, sondern immer nur der mit der Unfreiheit und den Arbeitslagern. Unter dem Label Kommunismus sind bisher ausschließlich Diktaturen entstanden - sich vom Kommunismus noch irgendwas zu versprechen ist nur noch töricht. Die Falun-Gong-Leute, die sich regelmäßig vor der chinesischen Botschaft einfinden und wesentlich effizienteren Protest zu organisieren im Stande sind, werden den Demonstranten hoffentlich was erzählen. Jene kommen im Aufruftext übrigens nicht vor. Sollten sie etwa nicht solidaritätsfähig genug sein - weil zu reaktionär und antikommunistisch?

Veröffentlicht in: on at 12:13 Kommentare (22)

Das Kempner-Gedicht des Tages

“Die Kempner wäre nicht so komisch, wenn sie nicht so gut wäre.” (Peter Hacks)

Die Nachtigall schlägt,
Der Frühling ist da,
Das Herz ist bewegt,
Die Freude ist nah!

Die Freude ist nah,
Das Herz ist bewegt,
Der Frühling ist da,
Die Nachtigall schlägt!

Aus: Friederike Kempner, Gedichte (1903)

Veröffentlicht in: on Mai 25, 2007 at 12:56 Kommentare (0)

Erziehungsdiktatur - neue Folge

Wie ein grüner Volkspädagoge von seinem gallischen Dorf aus den Kampf gegen das ungesunde Schweinesystem führt - und wie die Leserkommentare einen dann doch wieder mit der Menschheit versöhnen.

Veröffentlicht in: on Mai 22, 2007 at 4:29 Kommentare (3)

Echte Fründe ston zesamme

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat seinen weißrussischen Kollegen Alexander Lukaschenko bei einem Besuch in Minsk als einen seiner besten Freunde bezeichnet. Wie das weißrussische Präsidialamt weiter mitteilte, erklärte Lukaschenko am Montag, Weißrussland und den Iran verbinde eine strategische Partnerschaft. Sein Land sei “zur Zusammenarbeit in allen Richtungen bereit”. (Quelle)

Veröffentlicht in: on Mai 21, 2007 at 4:26 Kommentare (0)

Zum Vatertag

Emanzipation der Väter. Ein Interview mit dem Berliner Politologen und Männerforscher Peter Döge:

Döge: (…) ich finde es auch wichtig, dass Väter ihre Interessen beim Vater-Sein nicht vergessen. Wenn man der Frage nachgeht, warum bleiben Männer kinderlos, es sind ja nicht nur Frauen kinderlos, sondern auch Männer. Da führen Männer viel stärker als Frauen an, dass sie befürchten ihre Interessen nicht mehr verfolgen zu können. Und von daher ist es schon auch wichtig, dass Männer, die Väter sind, sich auch diese Auszeit nehmen und sagen, ich möchte auch mal was für mich machen. Dasselbe Recht sollten sich auch Frauen nehmen. Es gibt ja auch die Empfehlungen, dass eine Partnerschaft, die eine Elternschaft wird, sich auch ganz bewusst diese Auszeiten vom Kind nimmt, damit auch diese Partnerschaft lebendig bleibt.

Heise: Ich würde jetzt gern mal auf diese Zeiteinheiten zu sprechen kommen. Sie haben nämlich vor einigen Jahren mal eine Studie zum Zeitbudget von Männern mitgemacht, vorgelegt. Darin heißt es, Männer, die Väter von Kindern zwischen 0 und 3 Jahren sind, widmen sich täglich 4 Stunden dem Haushalt und den Kindern. Das erscheint mir eine wahnsinnig hohe Zahl zu sein. (more…)

Veröffentlicht in: on Mai 17, 2007 at 6:40 Kommentare (0)
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