Lücke im Völkerrecht

Auf der Darfur-Demo der Berliner Darfurgruppe und der Gesellschaft für bedrohte Völker am 29. April, an deren Vorbereitung auch einige FdoGs beteiligt waren, sprach unter anderem der Frankfurter Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik.

Sein Redetext findet sich hier.

Veröffentlicht in: on Mai 8, 2007 at 1:40 Uhr nachmittags Kommentare (0)

40.000 oder fünf?

Die Empörungsindustrie hat wieder einmal falschen Alarm geschlagen. Bis zu 40.000 Frauen würden während der Fußball-WM 2006 in Deutschland zur Prostitution gezwungen, warnten u.a. der Deutsche Frauenrat und der Deutsche Fußball-Bund. Unterstützt von ParlamentarierInnen, GewerkschafterInnen und notorisch radikalfeministischen Gruppen wie Zartbitter lancierten sie eine Kampagne gegen Zwangsprostitution, um die Öffentlichkeit zu “sensibilisieren”.

Prostituiertenorganisationen hatten die verbreiteten Zahlen für übertrieben und die gesamte Kampagne für Panikmache gehalten. Selbst die taz war skeptisch:

Bei der WM sollen bis zu 40.000 Prostituierte nach Deutschland einreisen, schätzt angeblich der Städtetag. Eine Bordellchefin aus Berlin merkte kürzlich im britischen Guardian an, man könne locker noch eine Null anhängen. In der Emma werden aus 40.000 ausländischen Prostituierten plötzlich 40.000 Zwangsprostituierte, als gäbe es da keinen Unterschied.

Nun verbreitet die Internationale Organisation für Migration realistische Zahlen:

Zur Fußball-WM 2006 in Deutschland sind nur wenige ausländische Frauen als Zwangsprostituierte nach Deutschland eingeschleust worden. Das geht aus einer am Dienstag in Genf vorgestellten Untersuchung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hervor. “Insgesamt gab es 43 Anzeigen bei der Polizei und nur fünf bestätigte Fälle von Zwangsprostitution“, sagte IOM-Projektleiter Richard Danziger. Menschenrechtsorganisationen hatten vor der WM befürchtet, dass bis zu 40.000 Frauen während des Turniers zur Prostitution in Deutschland gezwungen werden könnten.

Danziger betonte, dass Menschenhändler einen enormen Aufwand hätten betrieben müssen, um eine solch hohe Zahl von Zwangsprostituierten zu den Spielorten der WM zu bringen. Da die Veranstaltung nur wenige Wochen gedauert habe, wäre ein ausreichender Profit für die Schleuser unwahrscheinlich gewesen.

Aber wie das bei Empörungskampagnen so ist: es geht ums Tamtam für die eigene pressure group, irgendwas bleibt immer hängen, Aufklärung verfängt nicht, und bald wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben.

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