Heute im Tagesspiegel: meine Rezension von Bernard-Henri Lévys “American Vertigo”:
Garrison Keillor war richtig sauer. Der Komiker und Kolumnist – hierzulande bekannt als Drehbuchautor und Hauptdarsteller des letzten Films von Robert Altman, „A Prairie Home Companion“ – warf dem Autor von „American Vertigo“ in der New York Times Book Review vor, in seinem Bericht über seine neunmonatige USA-Reise lediglich all die Klischees reproduziert zu haben, die ein durchschnittlicher Europäer von den Vereinigten Staaten nun einmal im Kopf hat. Lévy porträtiere, so Keillor, in seinem Buch nur Freaks und Absonderlichkeiten – Evangelikale, Amish-People, Waffenfetischisten, Gefängnisinsassen und linke Hollywoodstars –, nicht aber normale Durchschnittsamerikaner, die arbeiten, Geld verdienen, essen und Witze erzählen und die das Gesicht des Landes viel mehr prägen als all die Kuriositäten, die Lévy so faszinieren.
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