Was muß man eigentlich leisten, um einen deutschen Friedenspreis zu bekommen? Nicht viel. Eigentlich nur Antisemit seinIsrael kritisieren. Dann hat man ihn so gut wie in der Tasche. So wie jetzt Tony Judt. Der erhält nämlich den mit 15.000 Euro dotieren Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück, den auch schon Uri Avnery bekam. (Aber welchen deutschen Friedenspreis hätte Uri Avnery noch nicht bekommen?) Hoffentlich überlegt die Jury es sich nicht noch anders, sonst muß Judt wieder öffentlich darüber spekulieren, welcher Lobbyist wohl bei welchem Jurymitglied angerufen hat, um sanften Druck auszuüben, und sämtliche liberalen Publizisten der westlichen Hemisphäre sähen sich erneut gezwungen, einen Solidaritätsaufruf für Judt, dessen Ansichten sie natürlich niemalsnicht teilen, die er aber umgotteswillen äußern können dürfen muß, zu unterzeichnen.
Wer springt diesmal über Judts Stöckchen?
Erziehungsdiktatur - neue Folge
War doch klar, daß es in der ganzen Pseudodebatte um “Komasaufen” und “Flatrate-Parties” nicht um Jugendschutz ging. Wie immer geht es darum, die erwachsenen Bürger zu sittlichem Verhalten zu ermahnen. Hier folgt die zweite Stufe:
Anlässlich des bevorstehenden “Vatertags” hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), Deutschlands Väter zu einem maßvollen Alkoholkonsum aufgerufen. “Ich will da keinem Vater sein Glas Bier vermiesen, aber es geht um einen verantwortungsbewussten Umgang”, sagte Bätzing am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Wer nach einem Ausflug an Christi Himmelfahrt abends nach Hause komme und es kaum durch die Tür schaffe, gebe für seine Kinder kein gutes Vorbild ab. “Wenn wir über Flatrate-Trinken und über Komasaufen reden und uns Gedanken machen, warum tun die Jugendlichen das, sollten wir auch darauf schauen, was wir ihnen vorleben”, betonte sie. (Quelle)
Und wenn die bloße Ermahnung nichts fruchtet, folgt das Verbot. Darauf wette ich. Aber Wetten wird sicher auch bald verboten.