Wir sind immer noch Welterbe-Spitzenreiter!

Veröffentlicht in: on Juni 27, 2007 at 11:19 Kommentare (0)

2+2=4

Seit Solschenizyn ist Glucksmann jeder Versuch, das Himmelreich auf Erden zu errichten, verdächtig - das Ergebnis sind immer Wachtürme, Stacheldraht, Hunde-Laufgräben.

schreibt Hannes Stein in seinem Geburtstagsgruß an den antitotalitären Philosophen André Glucksmann, der heute 70 wird. Wir schließen uns an. Bon anniversaire, Monsieur Glucksmann!

Veröffentlicht in: on Juni 19, 2007 at 9:55 Kommentare (0)

Das Kempner-Gedicht der Woche

Sieh, es grünt an allen Ecken
Und auf allen Länderei’n,
Und es tummeln sich die Gecken
In des Frühlings Sonnenschein.

Nachtigallen singen, flöten,
Lerchen steigen jubelnd auf,
Doch die Frösche und die Kröten
Hemmen der Begeist’rung Lauf.

Gehabt euch wohl, Gott segne euch,
Euch all’ im Sonnenlicht,
Dich Vöglein, Röslein, Immergrün.
Die Dornen und die Würmer nicht!

Aus: Friederike Kempner, Gedichte (1903)

Veröffentlicht in: Allgemeines on at 9:43 Kommentare (0)

Es macht immer Tutu

Gestern habe ich noch mit S. darüber gewitzelt, wann wohl der erste Vertreter der internationalen Gutmenschenmafia Israel die Schuld am innerpalästinensischen Bürgerkrieg geben würde. Und fünf Minuten später kommt folgende Meldung der Evangelischen Presseagentur. Als erster durch die Ziellinie lief nicht Joostein Garder, nicht José Saramago, nicht Günter Grass. The winner is:

Der ehemalige anglikanische Erzbischof von Kapstadt, Desmond Tutu, hat Israel einen Teil der Verantwortung für die Gewalt im Gazastreifen zugewiesen. Unterdrückte Menschen wie die Palästinenser seien verzweifelt und fügten sich selbst Schaden zu, sagte der Friedensnobelpreisträger, der im Auftrag des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen als Sonderermittler tätig war, am Mittwoch in Genf. Die Palästinenser müssten seit Jahrzehnten Gewalt und Unrecht erdulden, unterstrich Tutu.

Vor lauter Verzweiflung bleibt den Palästinensern gar nichts übrig, als sich gegenseitig aus Hochhausfenstern zu werfen und Krankenhäuser zu beschießen, in denen sie Feinde vermuten. Weil sie seit Jahrzehnten Gewalt und Unrecht erdulden, sind sie jetzt gleichsam süchtig danach. Und wer hat sie angefixt? Die Israelis. So sprach der Erzbischof. Doch Tutu kann nichts dafür. Auch er mußte jahrzehntelang Gewalt und Unrecht erdulden und ist daher für seine verzweifelten Worte nicht verantwortlich zu machen.

Und für solche Leute wurde einst Südafrika boykottiert.

Veröffentlicht in: on Juni 14, 2007 at 10:26 Kommentare (9)

Das Kempner-Gedicht der Woche

Die Poesie, die Poesie,
die Poesie hat immer recht.
Sie ist von höherer Natur,
von übermenschlichem Geschlecht.

Und kränkt ihr sie, und drückt ihr sie,
sie schimpfet nie, sie grollet nie,
sie legt sich in das grüne Moos,
beklagend ihr poetisch Los!

Aus: Friederike Kempner, Gedichte (1903)

Veröffentlicht in: Allgemeines on Juni 11, 2007 at 12:52 Kommentare (1)

“In Amerika ist das anders”

Heute erscheint in der Jüdischen Allgemeinen die Kurzfassung eines Interviews, das ich mit dem Physiker Steven Weinberg geführt habe. Weinberg hat beschlossen, als Reaktion auf antiisraelische Boykottaufrufe britischer Akademiker, Großbritannien vorerst nicht zu besuchen. Inzwischen hat Weinberg auch eine Petition unterschrieben, die sich gegen solche Boykottaufrufe richtet.

Hier die ungekürzte Fassung des Interview:

Herr Professor Weinberg, Sie haben im Mai eine Einladung des Imperial College in London ausgeschlagen, dort einen Vortrag zu Ehren Ihres Kollegen Abdus Salam zu halten, mit dem gemeinsam Sie 1979 den Nobelpreis für Physik bekommen haben. Warum?

Steven Weinberg: Schon seit einiger Zeit fällt mir die antiisraelische, antisemitische Stimmung in Großbritannien auf, besonders in intellektuellen Kreisen. Aufgrund eigener Erfahrungen hatte ich bereits Bedenken, dorthin zu fahren. Doch dann erfuhr ich von einem Boykottaufruf gegen Israel von Seiten der National Union of Journalists. Das fand ich besonders schlimm, denn Journalisten sollten eigentlich unparteiisch sein. Wenn Journalisten ein einzelnes Land herauspicken, um es zu boykottieren, ist das schon schlimm genug. Wenn es dann auch noch ein Land ist, dessen Existenz seit seiner Gründung bedroht ist, das außerdem eine Demokratie ist, in dem jeder Bürger gleich welcher Religion Rechte genießt, und das nur versucht zu überleben, ist das eine derartige Ungerechtigkeit, eine solche moralische Blindheit, daß ich das Gefühl hatte, ich müßte etwas tun. Ursprünglich wollte ich das gar nicht öffentlich machen. Ich habe einfach nur Professor Michael Duff, der mich eingeladen hatte, geschrieben, daß ich nicht kommen würde. (more…)

Veröffentlicht in: on Juni 7, 2007 at 12:17 Kommentare (2)

Mee too!

Gay West über einen besonders perfiden Fall von Opferkonkurrenz im Namen des Gender Mainstreaming.

Veröffentlicht in: on Juni 6, 2007 at 10:05 Kommentare (0)

Avantgarde

Martin Kloke beschreibt im MERKUR, wie der westdeutschen Linken der Sechstagekrieg zum Vorwand wurde, den inneren antisemitischen Schweinehund freizulassen - aber auch, welchen Widerstand es von linker Seite dagegen gab.

Veröffentlicht in: on Juni 5, 2007 at 4:46 Kommentare (0)

Das Kempner-Gedicht der Woche

Der Räuber liegt am Strande.
Er lauschet den Akkorden,
Er ist nicht mehr imstande
‘nen Menschen zu ermorden.

Aus: Friederike Kempner, Gedichte (1903)

Veröffentlicht in: Allgemeines on Juni 4, 2007 at 10:25 Kommentare (3)

Stolz auf die eigene Ignoranz

Michael Kreutz schreibt über die Protestierer von Heiligendamm, die in ihrem antikapitalistischen Furor nicht wissen,

dass niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit die Armut auf dieser Welt so gering war wie heute. Die nicht wissen können, dass eine grosse Mehrheit der Bewohner des ärmsten Kontinents, Afrika, die Globalisierung willkommen heisst. Dass weltweit die Unterernährung niemals so gering und die Lebenserwartung so hoch war wie jetzt. Dass Entwicklungshilfe nur arm macht, anstatt reich. Dass die absolute Armut auf diesem Planeten in den letzten zweihundert Jahren dramatisch gesunken ist. Dass nicht nur die reichen Länder vom Freihandel profitieren.

Und er hat auch eine Vermutung, warum sie’s nicht wissen. Er glaubt allerdings, daß sie’s nicht wissen können. Ich vermute eher, daß sie’s nicht wissen wollen. Weil ihr Selbstbild als Häuflein Gerechter und Wissender gegen das Böse, dessen eine und einzige Ursache sie genau zu kennen glauben, damit gefährdet wäre. Das gilt auch für diejenigen Linken, denen die No Globals zu plebejisch sind, was auf linksakademisch als “verkürzte Kapitalismuskritik” bezeichnet wird. Als dürfte die verlängerte Kapitalismuskritik es sich leisten, über o.g. Phänomene hinwegzusehen.

Veröffentlicht in: on Juni 3, 2007 at 11:17 Kommentare (0)