Es macht immer Tutu

Gestern habe ich noch mit S. darüber gewitzelt, wann wohl der erste Vertreter der internationalen Gutmenschenmafia Israel die Schuld am innerpalästinensischen Bürgerkrieg geben würde. Und fünf Minuten später kommt folgende Meldung der Evangelischen Presseagentur. Als erster durch die Ziellinie lief nicht Joostein Garder, nicht José Saramago, nicht Günter Grass. The winner is:

Der ehemalige anglikanische Erzbischof von Kapstadt, Desmond Tutu, hat Israel einen Teil der Verantwortung für die Gewalt im Gazastreifen zugewiesen. Unterdrückte Menschen wie die Palästinenser seien verzweifelt und fügten sich selbst Schaden zu, sagte der Friedensnobelpreisträger, der im Auftrag des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen als Sonderermittler tätig war, am Mittwoch in Genf. Die Palästinenser müssten seit Jahrzehnten Gewalt und Unrecht erdulden, unterstrich Tutu.

Vor lauter Verzweiflung bleibt den Palästinensern gar nichts übrig, als sich gegenseitig aus Hochhausfenstern zu werfen und Krankenhäuser zu beschießen, in denen sie Feinde vermuten. Weil sie seit Jahrzehnten Gewalt und Unrecht erdulden, sind sie jetzt gleichsam süchtig danach. Und wer hat sie angefixt? Die Israelis. So sprach der Erzbischof. Doch Tutu kann nichts dafür. Auch er mußte jahrzehntelang Gewalt und Unrecht erdulden und ist daher für seine verzweifelten Worte nicht verantwortlich zu machen.

Und für solche Leute wurde einst Südafrika boykottiert.

Veröffentlicht in: on Juni 14, 2007 at 10:26 Uhr vormittags Kommentare (9)