“Bürgerliche Hacksrezeption”

Heute (Donnerstag) besteht die letzte Möglichkeit, den ersten Band der Reihe ARGOS. Mitteilungen zu Leben, Werk und Nachwelt des Dichters Peter Hacks zum günstigen Subskriptionspreis von 9 Euro 90 zu bestellen. Und zwar hier.

Warum ich das empfehle? Weil sich darin unter anderem mein bahnbrechender Hacks-Essay “Kapitalistische Manifeste” aus dem MERKUR vom März 2005 befindet - von ARGOS-Herausgeber André Thiele als Musterbeispiel “bürgerlicher Hacksrezeption” gelobt.

Den Herrn Thiele vermag ich zwar politisch nicht so recht einzuordnen, pflege aber seit einiger Zeit eine recht ersprießliche E-Mail-Korrespondenz mit ihm.

Und mit den ebenfalls in ARGOS vertretenen Autoren Martin Mosebach und F.W. Bernstein befinde ich mich allemal in guter Gesellschaft.

Veröffentlicht in: on August 29, 2007 at 11:59 Kommentare (0)

Norman Cohn gestorben

Der Historiker, Linguist und Religionswissenschaftler Norman Cohn ist am 31. Juli im Alter von 92 Jahren gestorben. Cohn trat mit Studien über endzeitliche Glaubensvorstellungen in der jüdischen und vor allem der christlichen Tradition hervor. Sein bekanntestes Werk ist Das neue irdische Paradies. Revolutionärer Millenarismus und mystischer Anarchismus im mittelalterlichen Europa von 1957. Norman Rufus Colin Cohn wurde 1915 als Sohn eines jüdischen Vaters und einer katholischen Mutter in London geboren. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete er für das britische Militär. Nach Kriegsende verhörte er in Wien ehemalige Angehörige der SS. Zahlreiche seiner eigenen Verwandten waren im Holocaust umgebracht worden. Infolgedessen, sowie durch seinen Kontakt mit Flüchtlingen aus der Sowjetunion, begann er sich mit den geistesgeschichtlichen Grundlagen totalitärer Systeme zu beschäftigen. Die Parallele zwischen Nationalsozialismus und Kommunismus sah Cohn darin, dass beide von einem apokalyptischen Endkampf fantasierten, nach dem das irdische Paradies anbrechen würde, in welchem die Guten überleben und die Bösen ausgelöscht wären. Beide speisten laut Cohn ihre Energie aus der Dämonisierung des Gegners. Diese Dämonisierung entdeckte Cohn bei seinen Studien auch im millenaristischen (endzeitlichen) Denken des Mittelalters, das sich durch die Verachtung des Diesseits auszeichnete. Opfer der Verteufelung waren Hexen, Ketzer – und immer wieder Juden. Eines der Bücher Cohns beschäftigt sich ausführlich mit der antisemitischen Hetzschrift Protokolle der Weisen von Zion. Cohn war bis zu seiner Emeritierung 1980 Professor an der University of Sussex.

(Nachruf im Telegraph.)

Veröffentlicht in: on August 14, 2007 at 2:23 Kommentare (0)

Mullahs: “Verdorbene Frau”

Veröffentlicht in: on August 13, 2007 at 4:00 Kommentare (0)

Sehr geehrter unbekannter Redakteur des Berliner Fensters, …

… um das ein für alle mal zu klären - und das betrifft auch alle anderen, die diesen Fehler wieder und wieder machen -: Es heißt nicht Triologie sondern Trilogie. Verstanden? Trilogie. Nicht Triologie.

Und wo wir schon mal dabei sind: Es heißt auch nicht Tolleranz, Interlektueller und Individium.

Veröffentlicht in: Allgemeines on August 9, 2007 at 4:15 Kommentare (4)

Jungle World: 10 Jahre sind genug

„10 Jahre sind genug“ – mit diesem Slogan bewirbt die linke Wochenzeitung Jungle World sich selbst anläßlich ihres Bestehens seit einem Dezennium. 1997 von der Tageszeitung „junge Welt“ abgespalten, die seither immer stalinistischer und antisemitischer geworden ist, versuchte die Jungle-World-Redaktion, ohne Geld und fast ohne Werbung, ein linkes Debattenorgan zu etablieren, in dem linke Denkfehler, Lebenslügen und schlichte Ressentiments der Kritik ausgesetzt wurden: Antizionismus, Antiamerikanismus und das ganze romantisch-zivilisationskritische Gedöns. Eine Zeitlang gelang das der Jungle World ganz gut. Immer wieder gab es zwar auch in dieser Zeitung Beiträge, die einem die Zornesröte ins Gesicht trieben, doch bei welcher Zeitung wäre das nicht der Fall? Gut, daß die Blattmacher soviel Pluralismus gelernt hatten.

Doch in letzter Zeit neigte ich – als Abonnent der ersten Stunde – immer mehr dazu, den erwähnten Slogan wörtlich zu nehmen. Jetzt ist es soweit. Nach zehn Jahren kündige ich mein Abo. Denn die Jungle World hat den Bogen überspannt und gezeigt, daß sie nichts mit dem demokratischen Geist etwa des Euston Manifesto zu tun hat, auf das sich einige ihrer Redakteure so gern berufen.

Den Pluralismus wollte man so ernst dann offenbar doch nicht verstanden wissen. (more…)

Veröffentlicht in: Allgemeines on August 7, 2007 at 5:16 Kommentare (13)

Raul Hilberg gestorben

Soeben teilt der S. Fischer-Verlag mit, daß der Holocaust-Forscher Raul Hilberg am Samstag im Alter von 81 Jahren gestorben ist.

Hilberg wurde am 2. Juni 1929 in Wien geboren. 1939 flüchtete er mit seinen Eltern in die USA. Dort studierte er bei Franz Neumann, dem Verfasser des Behemoth.

1944 kam Hilberg als GI wieder nach Deutschland. Nach dem Krieg entdeckte er in München die Privatbibliothek Adolf Hitlers. Jahrelang erforschte er die Unterlagen der NS-Verwaltung, die in einer Torpedofabrik in Alexandria (Virginia) bei Washington D.C. gelagert waren.

Seine Forschungsergebnisse mündeten in dem dreibändigen Standardwerk Die Vernichtung der europäischen Juden. 1961 auf englisch erschienen, kam es erst 1982 zu einer deutschen Übersetzung in einem Kleinverlag.

1992 erschien Täter, Opfer, Zuschauer, 1994 seine Autobiographie Unerbetene Erinnerung, 2002 die Studie Die Quellen des Holocaust.

Raul Hilberg lebte in Burlington/Vermont, wo er seit 1956 Politikwissenschaft lehrte.

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Interviews mit Raul Hilberg:

Frankfurter Rundschau (2001)

taz (2002)

Der Standard (2006)

Veröffentlicht in: on August 6, 2007 at 11:21 Kommentare (1)

Die Verfolgung der Bahai im Iran

&tWahied Wahdat-Hagh:

;blockquote>In Iran nehmen die Übergriffe auf Bahai aller Altersgruppen in verschärfter Form zu. Verschwörungstheorien nähren den Boden für die staatliche Verfolgung. In einer breit angelegten und koordinierten Maßnahme verfolgt die iranische Regierung das Ziel, die Bahai-Gemeinden endgültig auszulöschen.

Bereits vor ca. 170 Jahren wurden bei einem zwischenzeitlich in Vergessenheit geratenen Pogrom rund 20.000 Babi, Angehörige einer Vorläuferbewegung der Bahai-Religion, bestialisch getötet. Die Bahai-Gemeinde im Iran ist bis heute von der Vernichtung bedroht.


(Weiter)

Veröffentlicht in: on August 4, 2007 at 7:23 Kommentare (0)

Gibt es jüdischen Antisemitismus?

Und wenn ja, warum sollte der einen mehr interessieren als “gewöhnlicher” Antisemitismus? Benjamin Weinthal und ich haben Alvin Rosenfeld, dem Autor des Essays “Fortschrittliches” jüdisches Denken und der neue Antisemitismus, einige Fragen gestellt.

Veröffentlicht in: on August 3, 2007 at 2:09 Kommentare (1)

Wieder verläßt ein Guter das Schiff

Veröffentlicht in: on August 2, 2007 at 12:45 Kommentare (2)