Erdgas von Mahmud

Andreas Wildhagen, Redakteur der Wirtschaftswoche,  schreibt in der Jüdischen Allgemeinen vom  4. Oktober über die lukrativen Geschäfte deutscher Firmen mit dem Iran:

Pumpen, Banken und Nabucco. Trotz drohender UNO-Sanktionen: Deutsche Firmen wollen sich den attraktiven iranischen Markt nicht entgehen lassen

Für den Iran wird es eng – das merken auch deutsche Firmen, die sich auf dem iranischen Markt tummeln oder dort große Pläne hegen. Dabei sind drei große Gruppen im Fokus: die illegalen Lieferanten, die kein Embargo schreckt; die Großindustrie, die in größeren Zeiträumen denken will und auf gute iranische Marktbedingungen nach dem Ende des Mullah-Regimes setzt; und viele Mittelständler, die bisher noch ganz legal Niederlassungen in Teheran betreiben und auf den Tag X warten, an dem sie den Rückzug antreten müssen. Bis dahin liefern sie, was das Zeug hält – vor allem Ersatzteile für Maschinen.

            Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt: Es geht um verdächtige Schaltschränke und Pumpen für das halb fertige iranische Atomkraftwerk Buschehr. Aufgefallen war ein Foto: Ein ramponierter Stahlschrank, aus dem Drähte hängen. Daneben ein Schreiben: Ein iranischer Baustellenleiter mahnt eine deutsche Firma an, das Teil wieder zurückzunehmen. Der Brief befindet sich in einem Ordner bei der Staatsanwaltschaft Potsdam. Dort heißt es Anfang Oktober: „Bei zwölf deutschen Firmen besteht aufgrund der Indizien der Verdacht, dass sie technische Ausrüstung böswillig in den Iran liefern wollten.“ Diese Teile sind dann über „eine russische Frontcompany“, so die Staatsanwaltschaft, erst nach Russland und dann zum Teil, so der dringende Verdacht, in den Iran weiterverkauft worden. Bestimmungsort: Buschehr.

            Bereits vor 16 Jahren hat die Bundesregierung Lieferungen für das iranische Atomprogramm und Buschehr untersagt. Das gilt auch für kleinste Teile. (mehr…)

Veröffentlicht in: on Oktober 9, 2007 at 3:14 Uhr nachmittags Kommentare (0)