„Affären sind Fluchtwege aus der Monogamiefalle“. So ist ein sonst ganz lesenswerter Artikel auf der Wissenschaftsseite der WELT überschrieben. Ach nee. Und nächste Woche überrascht uns die Wissensredaktion mit Erkenntnissen wie „Trinken ist ein Fluchtweg aus der Durstfalle“ oder „So besiegen Sie Ihre Müdigkeit: acht Stunden aufs Ohr legen“?
Wie Naomi Wolf einmal das Kopftuch als Fetisch entdeckte
Und wieder macht sich eine feministische Autorin daran, die Verwandtschaft zwischen feministischer und islamistischer Sexualmoral zu beweisen und zu begrüßen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Genderforscherin Christina von Braun beklagt, daß die Beschäftigung mit der Unterdrückung der Frauen in islamischen Gesellschaften nur davon ablenken will, daß Frauen im Westen eigentlich viel schlimmer unterdrückt werden – durch Sexualisierung und Schönheitskult. Jörg Lau berichtete damals in seinem Blog. Laus sarkastischer Kommentar:
Ich finde allerdings, man sollte das konsequent zuende denken: Nur das Kopftuch – nein, der Vollschleier, kann die Frau davor beschützen, zum Sexualobjekt degradiert zu werden, wie es im Westen gang und gäbe ist. Der Westen (i.e. der verhasste westliche Mann) mit seinem Fortschrittglauben und seinen kolonialen Eroberungen will nun auch noch die muslimische Frau befreien (und so genannte Feministinnen helfen ihm dabei!): Denn die muslimische Frau mit Kopftuch ist der letzte noch nicht kolonialisierte Flecken dieser Erde! Unterm Dirndl wird gejodelt, doch unterm Schleier wächst der Widerstand!
Jetzt hat es jemand konsequent zuende gedacht, und zwar Naomi Wolf – ja, genau die Naomi Wolf, die vor vier Jahren den damals schon schwer kranken Literaturwissenschaftler Harold Bloom öffentlich demütigte, indem sie ihm im New York Magazine vorwarf, er habe sie 20 Jahre zuvor sexuell belästigt und traumatisiert, indem er ihr eine Hand auf den Oberschenkel gelegt habe. (mehr…)
One Apple a Day Keeps the Doctor Away
Na bitte, Sport ist völlig überflüsig, es gibt besseres, um seine Gesundheit zu erhalten. Das berichtet das Rote Kreuz:
Das 10-minütige Betrachten von Frauenbrüsten ist für Männer genauso gesund wie eine halbe Stunde körperlicher Betätigung. Dies fand eine deutsche Studie heraus, die kürzlich in New England Journal of Medicine veröffentlichet wurde. Durch die sexuelle Erregung wird der Herzschlag beschleunigt und die Blutzirkulation angeregt. Dadurch verringert sich das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt um 50%. Durch das regelmäßige Betrachten großer Frauenbrüste könne der durchschnittliche Mann seine Lebenszeit um etwa 4-5 Jahre erhöhen, fassten die Untersucher das Ergebnis zusammen.
(Dank an Kasia für den Hinweis.)
Lulli-bulli
Die fand ich als VIVA-Moderatorin schon gut:
Fernsehmoderatorin Charlotte Roche verteidigt Pornofilme und Prostitution und distanziert sich von der Feministin Alice Schwarzer. Die Behauptung, in Pornofilmen würden Frauen erniedrigt, könne sie nicht nachvollziehen, sagte die 29-Jährige in einem Interview des Magazins „Playboy“. Ich glaube nicht, dass Männer süchtig nach Pornos sind, weil diese Industrie das anbietet. Diese Riesenindustrie ist da, weil es einen unglaublichen Bedarf an Pornografie gibt“, sagte Roche, deren erster Roman „Feuchtgebiete“ am 25. Februar erscheint.
Pornografie abstellen zu wollen, finde sie „totalen Schwachsinn“. Auch sie selbst schaue gelegentlich Pornos: „Aus Neugier. Zur Entspannung, Aufgeilung, Inspiration.“ Allerdings sehe sie keine Filme des Typs „Frauen machen Pornofilme für Frauen“. Die seien zu seicht und „vollkommen lulli-bulli. Da geht’s nur darum, dass eine Frau in Eselsmilch badet und aussieht wie Kleopatra“, meinte Roche.
Dr. Sex
Zum 60. Jubiläum des Kinsey-Reports singt Ella Fitzgerald den Cole-Porter-Klassiker „Too Darn Hot„.
It’s too darn hot!
It’s too darn hot!
I’d like to sup with my baby tonight,
Refill the cup with my baby tonight.
I’d like to sup with my baby tonight,
Refill the cup with my baby tonight,
But I ain’t up to my baby tonight
‘Cause it’s too darn hot (mehr…)
Wimmelbuch mit Pimmel
Mein Patenkind Jan liebt geradezu abgöttisch die Jahreszeiten-Wimmelbücher der Zeichnerin Rotraut Susanne Berner, seit ich ihm eines davon zu seinem ersten Geburtstag geschenkt habe. Daher erfüllt es mich mit großer Freude, daß das Winter-Wimmelbuch jetzt auch in den USA unretuschiert erscheinen darf.
Sarah Silverman
Holy sheet! Sie ist nicht nur tausendmal lustiger und provokanter als alle Pochers dieser Welt, sie ist außerdem noch unglaublich heiß. Heute ist ihr Geburtstag. Kaum zu glauben, der siebenunddreißigste. Happy Birthday, Sarah Silverman!
Gesittete Mysterienspiele
Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle über das Berliner Pornfilmfestival geschrieben. Der Schriftsteller Hans Christoph Buch war auch da. Aber er hat andere Filme gesehen als ich.
Reading Addicts Anonymous
Heute muß ich ein Geständnis machen: Ich bin lektüresüchtig. Ganz ähnlich wie Alkohol oder Kokain können Bücher und Zeitungen zur gefährlichen Sucht werden. Eine allgemein gültige Grenze gibt es zwar nicht, ab der man als lektüresüchtig gilt. Doch typische Anzeichen weisen darauf hin, ob man sich professionelle Hilfe gegen ein Abdriften in die Selbstzerstörung suchen sollte. So habe ich bereits wichtige Termine versäumt, weil ich mit Lesen beschäftigt war. Ich lese zwanghaft oft, sogar mehrmals am Tag. Ich habe viele Bücher. Oft lenkt mich ein interessanter Aufsatz von der Arbeit ab. Ich nutze regelmäßig Blogs und die Online-Angebote der Tageszeitungen. Ich werde nervös und schlecht gelaunt, wenn ich für längere Zeit vom Lesen abgehalten werde. Ganz klar, ich bin lektüresüchtig. Und Sie sind es auch. Wetten? Wenn Sie es nicht glauben, machen Sie den Test.