Rutschky: Böse Mütter

12. August 2005 § Hinterlasse einen Kommentar

Neulich haben wir auf den taz-Artikel von Katharina Rutschky über den neunfachen Kindermord in Brandenburg hingeweisen. In der WELT legt Rutschky nun nach:

Warum ist Feministinnen, deren Anliegen längst ein allgemeines ist und für dessen Vertretung sie oft auch bestallt und honoriert werden, zu Sabine H. noch gar nichts eingefallen? Es geht doch um eine Frau, die in einem bislang einmaligen Fall der neuen deutschen Kriminalgeschichte mit der genuin weiblichen Potenz, Leben hervorzubringen, einen horriblen Mißbrauch getrieben hat. Unerwünschten Kindersegen zu verhindern sind der Möglichkeiten viele, und im Notfall greift die von der Frauenbewegung hart erkämpfte Abtreibung. Sabine H., eine intelligente Frau, hat sie nicht ergreifen können, weil sie in der Euphorie der vielen Schwangerschaften und der Macht über Leben und Tod ein persönliches und sexuelles Glück erlebte, vor dem keine Moral, keine Vernunft bestehen konnte. Sie ist – horribile dictu – das weibliche Pendant der männlichen Kindermörder, Vergewaltiger und Sadisten, über die uns nicht zuletzt der Feminismus als ein Extrem männlicher Sexualität belehrt hat. Schlimmer noch, wir treffen in Sabine H. nicht nur auf eine weibliche Sexualtäterin, sondern gleich auf eine Serienkillerin. Da schweigt man wohl besser als Klagebeauftragte.

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