Islamistisches Pogrom an Aleviten / Presseerklärung der alevitischen Gemeinde

16. August 2005 § Hinterlasse einen Kommentar

Almanya Alevi Birlikleri Federasyonu
Alevitische Gemeinde Deutschland e. V.
Stolberger Str. 317- 50933 Köln -Tel.: 02 21/94 98 560 – Fax: 02 21/94 98 56
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06.08.2005
An die Presse

Unter uns leben verurteilte Täter des Massakers von Sivas/Türkei.

Dagegen protestieren wir!

Was ist in Sivas am 2. Juli 1993 passiert?

Bei einem alevitischen Kulturfestival wurde das Hotel der Teilnehmer – unter Ihnen berühmte Schriftsteller, Musiker und Denker – von einer wütenden Menschenmasse belagert. Schließlich wurde das Holzhaus durch Brandsätze, die aus der Menge geworfen wurden, angezündet. 37 Menschen sind dabei getötet worden.

Obwohl Polizei und Feuerwehr frühzeitig alarmiert waren, griffen sie erst nach acht Stunden ein. Das Staatsicherheitsgericht in Ankara kam zu dem Urteil, dass die Menge die Feuerwehr bei den Rettungsarbeiten behinderte.“

Einer der Täter – Muhammed Nuh Kýlýç – wurde in der Türkei rechtskräftig zu 7,5 Jahren Haft verurteilt. Er lebt heute unbehelligt in Mannheim.

Obwohl dies dem Türkische Generalkonsulat in Karlsruhe und der Botschaft in Berlin bekannt ist, haben sie bis heute seine Auslieferung nie beantragt. Sie gaben ihm sogar Unterlagen, die ihm zu einer deutschen Aufenthaltserlaubnis verhalfen.

Dagegen protestieren wir!

Er und alle weiteren in Deutschland lebenden Beschuldigten – die das Leben von 37 Menschen auf dem Gewissen haben – sollten umgehend verhaftet und vor einem türkischen Gericht zur Verantwortung gezogen werden.

Wegen des Massakers vor 12 Jahren werden immer noch 26 Täter mit Haftbefehl gesucht, aber nur 6 davon per Interpol-Haftbefehl. Viele der Mörder dürfen sich also weiterhin frei bewegen und die Verantwortlichen schauen einfach weg.

Wir fordern, dass die Verfahren seitens des Bundesinnenministeriums gegen die in Deutschland lebenden Täter Adem Agbektaþ, Adem Bayrak,Etem Ceylan,Mehmet Yýlmaz, Hayrettin Gül,Sedat Yýldýrým schnellstmöglich beendet und die Personen in die Türkei zurückgeführt werden.

Der fundamentalistische Terror bedroht die Welt. Gerade deshalb müssen die deutschen Behörden auch gegen diejenigen Personen mit aller Entschiedenheit vorgehen, die Menschen aus religiösen Gründen am hellichten Tag verbrennen.

Hasan Öðütcü
Generalsekretär Alevitischen Gemeinde Deutschland e.V

Dank an Martin Riexinger für den Hinweis.

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