Empathie hätt’s auch getan

21. März 2006 § 6 Kommentare

Die New Yorker Journalistin Norah Vincent – Feministin und lesbisch – verkleidete sich und gab sich anderthalb Jahre lang als Mann aus, um für ihr Buch „Self-Made Man : One Woman’s Journey into Manhood and Back“ herauszufinden, wie Männer ticken. Sie schloß Männerfreundschaften, flirtete mit Frauen – und entwickelte Verständnis und Sympathie für Männer und einen nicht unerheblichen Ärger auf Frauen.

Zitate (aus der Rezension der WELT):

Über männliche Herzlichkeit: „Dieser Mann, den ich noch nie zuvor getroffen hatte, gab mir die Hand, und es gab mir ein echtes Gefühl. Er hieß mich willkommen. Die meisten Frauen, denen ich jemals die Hand gegeben habe, hatten dabei etwas Wesentliches zurückgehalten. Als ob wir uns in ständigem Wettkampf miteinander befinden würden … Begrüßungen unter Frauen erscheinen mir häufig gespielt und herzlos, voll falscher Gefühligkeit. Sich umarmende Frauen sind wie zwei gleichgepolte Magnetstücke, die von der Konvention gegeneinandergedrückt werden sollen. Frauen berühren sich an den Armen und Wangen, aber nur flüchtig. So flüchtig es eben der Höflichkeit geschuldet ist. Das geschieht aus Gewohnheit und des schönen Scheins wegen.“

Über ein Date: „Sie beschrieb mir zwei Stunden lang ihre qualvolle Scheidung und alle Umstände, die dazu geführt hatten. Sie war völlig am Ende, ein Zwangscharakter, der in seiner eigenen Herzschmerz-Leier gefangen war. Sie tat mir leid, aber es ging ihr ja nicht schlechter als anderen Frauen. Im übrigen war ich ziemlich unwillig, gleich beim ersten Date zu ihrem Therapeuten gemacht zu werden.“

Über Rollenanforderungen: „Von einem Mann wurde erwartet, den Feminismus in jeder Hinsicht zu unterstützen, Frauen als gleich anzuerkennen und so zu behandeln, dabei aber traditionell männlich zu bleiben, die Frau wie eine Dame zu behandeln, sie zu führen und die Rechnung im Restaurant zu bezahlen.“

Weitere Rezensionen:

SonntagsZeitung

Berliner Literaturkritik

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§ 6 Antworten auf Empathie hätt’s auch getan

  • Sven sagt:

    Das Geschlechter-Thema hat’s Euch aber irgendwie angetan, oder?

  • bevanite sagt:

    Der Artikel in der WELT reiht sich doch lediglich in die öde und typisch deutsche Anti-68er-Front ein, es ist immer der gleiche Unterton, „der böööse Feminismus“ etc. *gähn*
    Fällt den Jungkonservativen nicht mal langsam ein neues Feindbild ein?

  • Ingo Way sagt:

    Fällt den Alt- und Junglinken nicht mal langsam ein einziges Argument ein?

  • bevanite sagt:

    Fallst Du damit mich angesprochen haben solltest: Feminismus=individuelle Freiheit. (Auch wenn das sicher nicht Deiner Generallinie entspricht)

  • Popper sagt:

    Na, dann gehen Sie doch erstmal mit gutem Beispiel voran.

  • neutrinix sagt:

    „Feminismus=individuelle Freiheit“

    Ist DAS ernst gemeint?
    Oder wolltest Du Dich nur lächerlich machen?

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