Blame the Victim

24. April 2006 § 26 Kommentare

Hat nicht Hatun Sürücü durch ihr aufreizendes Verhalten gegenüber ihrer Familie ihre Ermordung ein kleines bißchen mitprovoziert? Wer diese ungeheuerliche Unterstellung zu Recht zurückweist, sollte sich eigentlich auch in anderen Fällen darüber empören, wenn dem Opfer eines Gewaltverbrechens eine Mitschuld zugeschrieben wird, zudem wenn dies dem eindeutigen Zweck dient, die Täter zu entlasten. Und dies nicht etwa noch selbst betreiben, wie es heute leider auch die WELT tut, und das gleich in drei Beiträgen. Der Aufmacher auf Seite 1 wartet mit Informationen aus Ermittlerkreisen auf:

Nach Informationen der WELT aus Ermittlerkreisen könnte das Opfer, der 37jährige Ermyas M., den Streit mit den beiden Beschuldigten provoziert haben. Dokumentiert sind Kraftausdrücke und Fußtritte des Mannes, die dem Angriff vorausgegangen sein sollen. Darüber hinaus soll die lebensgefährliche Kopfverletzung, die der Wasserbauingenieur und zweifache Familienvater von dem Vorfall am Ostersonntag davongetragen hatte, von seinem Aufprall auf den Bordstein herrühren. Bisher war man davon ausgegangen, daß ein Fausthieb eines der beiden Inhaftierten dafür verantwortlich war. (Hervorhebungen von mir; I.W.)

Warum sind die Kraftausdrücke des Mißhandelten so wichtig, daß dieser Umstand an prominentester Stelle berichtet werden muß? Nun gut, vielleicht ist heute nichts anderes passiert. Doch der Kommentar von Andrea Seibel, ebenfalls auf der ersten Seite, fragt bedächtig:

Erst vom Ende her wird man sehen, ob es ein geplanter Mord war, eine niederträchtige Tat, ein unglücklicher Unfall unter gewaltbereiten Betrunkenen, das Opfer eingeschlossen, das auch schwer alkoholisiert war.(Hervorhebungen von mir; I.W.)

Das mit dem unglücklichen Unfall hat mir am besten gefallen, aber die gewaltbereiten Betrunkenen sind auch nicht schlecht. Merke: Wenn ein Opfer schwer alkoholisiert ist, ist es irgendwie nicht mehr so ein ganz vollwertiges Opfer, irgendwie fast schon Täter. Doch nicht genug, Thorsten Thissen weiß auf Seite 3 ganz genau, wie die Tat abgelaufen ist, so als wäre er dabei gewesen:

Es ist früher Morgen des Ostersonntags, als ein 37 Jahre alter Wasserbauingenieur an der Haltestelle „Charlottenhof“ in Potsdam steht. Der Ingenieur hatte sich im Laufe der Nacht in einer Disco gestritten, es war zu einer Rauferei gekommen, dann wollte er mit dem Bus nach Hause fahren. Doch der Busfahrer hatte ihn rausgeschmissen. Auch hier hatte der Ingenieur gepöbelt, weil der Fahrer ihm auf einen 20-Euro-Schein nur Münzen herausgeben konnte.

Nun ruft er seine Frau an, die aber nicht abnimmt. Er spricht unverständlich und lallend (2,08 Promille), auf die Mailbox. Von hinten kommen zwei Männer. Nach allem, was man weiß, handelt es sich um den 29 Jahre alten Björn L. und den 30jährigen Thomas M. aus der Potsdamer Türsteherszene, bullig, groß, kräftig. Doch auch der Ingenieur ist kräftig, 1,97 Meter groß. Er ruft den beiden „ihr Schweine“ hinterher, als sie ihn links und rechts überholen. Die Männer drehen sich um und beschimpfen ihn. Er fängt an, sie zu treten. Da schlägt einer von ihnen – nach Informationen der WELT Thomas M. – dem Mann mit aller Kraft ins Gesicht. Der Ingenieur fällt zu Boden und schlägt so hart und so unglücklich mit dem Kopf auf dem Bordstein auf, daß er das Bewußtsein verliert. Später stellen die Ärzte fest, daß die Verletzung, die der Ingenieur durch den Sturz auf den Bordstein erlitten hat, lebensbedrohlich ist. Eine zwölfköpfige Sonderkommission bei der Potsdamer Polizei nimmt ihre Arbeit auf. Sie ermittelt wegen versuchten Mordes und schweren Raubes. Es ist ein Streit zwischen drei Betrunkenen mit unglücklichem Ausgang an diesem Ostersonntag in Potsdam, ein Streit, wie er tagtäglich in Deutschland passiert. Was ihn von den Tausenden anderen Fällen, wenn aggressive Betrunkene übereinander herfallen unterscheidet, ist die Hautfarbe des Opfers Ermyas M. (Hervorhebungen von mir; I.W.)

Was muß der „Scheiß-Nigger“ auch durch seine Hautfarbe provozieren – erst die beiden Jungs aus der Türsteherszene, dann den Torsten Thissen, nicht zu vergessen die vielen blonden blauäugigen Opfer, denen wegen der falschen Hautfarbe nicht die angemessene Medienaufmerksamkeit zukommt.

Laut des Mitschnitts des Streits auf der Handymailbox der Frau des Opfers, der zustandekam, weil Ermyas M. sein Handy eingeschaltet ließ (nachzuhören hier), lief der Wortwechsel allerdings so ab:

Täter1: „So, Nigger…“
Täter2: „Wie heißt deine Mutter, Mann?“
Täter1: „Was soll ’n passieren, sag’?“
Täter2: „Was meinst du, Schwein?“
Opfer: „Warum sagst du Schwein? Was denn? Geht doch mal bitte, ja?“
Täter2: „Scheiß Nigger!“
Täter1: „Was soll uns passieren? Wir machen dich platt, du Nigger! Was soll passieren?“

(via Sendungsbewußtsein)

„Scheiß Nigger“ – ich meine, was muß man denn noch sagen, damit es für einen „fremdenfeindlichen Hintergrund“ reicht? Und wer angefangen hat, ist ebenfalls zu hören und zu lesen: nicht nannte der eine Betrunkene, der rein zufällig schwarz war, die beiden anderen Betrunkenen, die nicht rechtsradikal sondern bloß Türsteher sind, Schweine, sondern jene diesen Schwein. Ermyas M. sagt zwar tatsächlich „Schwein“, das ist der einzige Punkt, an dem der WELT-Autor die Wahrheit sagt, doch benutzt er das Wort in einem metasprachlichen Sinne, den zu verkennen der Auffassung gleichkäme, jemand, der etwas für so sicher wie das Amen in der Kirche hält, müsse zwangsläufig ein gläubiger Christ sein, da er ja „amen“ gesagt hat. Aber ein Neger, der sich schon vorher gestritten hat, ist von vornherein schuldig, auch wenn offenbar der vorangegangene Streit in der Disco ebenfalls mit den beiden rassistischen Türstehern stattfand, die er später an der Haltestelle wiedertraf und es daher nicht unbedingt ausgemacht ist, daß der kräftige Ingenieur an diesem Streit die Schuld trug und sich damit als aggressiver Betrunkener ausgewiesen hat, der ausgewiesen gehört. (Ab 2,08 Promille Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft.) Warum eine Zeitung, die sonst zu Recht darauf pocht, Gewalttaten moslemischer Migranten nicht zu verharmlosen, im Falle dieses von durch ihre „Scheiß Nigger“-Rufe ausreichend als Rassisten qualifizierten Deutschen verübten Halbtotschlags an einem Schwarzen dagegen in gleich drei Beiträgen auf der Lebensweisheit denkfauler Kindergärtnerinnen beharrt, daß zu einem Streit immer zwei gehören, weiß ich nicht und will es lieber gar nicht wissen.

§ 26 Antworten auf Blame the Victim

  • Rayson sagt:

    Danke.

    Diese Wendung war leider absehbar, weil vorher von einigen Medien zu sehr in die Klischeekiste gegriffen wurde. Jetzt, wo das eine Zerrbild nicht mehr zu halten ist, basteln andere an dem nächsten.

  • Schlens sagt:

    > Jetzt, wo das eine Zerrbild nicht mehr zu halten ist, basteln andere an dem nächsten.
    Sowohl in den Medien als auch ganz offensichtlich in der Blogosphaere.
    Ich versuche gerade, Ingos Beitrag und seine Schlussfolgerung zu verstehen. Mal voellig unabhaengig von den Handy-Mitschnitten, die ziemlich eindeutig sind: Wenn ich jetzt, aus welchen Gruenden auch immer, einen Schwarzen von mir wegschubse, der stolpert, unguenstig faellt und danach eine Weile im Krankenhaus liegt, bin ich automatisch Rassist? Wenn ich andererseits aufgrund meiner (relativ) eindeutigen Identifizierbarkeit als Deutscher von einem Mob Nachkommen von Gastarbeitern (oder was auch immer) krankenhausreif geschlagen werde, bin ich kein Opfer rassistischer Uebergriffe?
    Ingo: Du machst Dir das mit der Schlussfolgerung, die in diesem Fall zutreffen mag, eindeutig zu einfach.

  • Ingo Way sagt:

    Worüber wollen Sie eigentlich reden? Es geht doch hier um genau diesen Fall. Und hier wurde das Opfer eben nicht mit Wattebällchen beworfen, woraufhin es dann zufällig hinfiel, sondern massiv verprügelt. Und warum man von den eindeutigen Handy-Mitschnitten absehen sollte, weiß ich auch nicht. Dieses „Aber-andere-sind-doch-auch-nicht-besser-das-hat-doch-nichts-mit-dem-Islam-zu-tun“-Geschrei der Ehrenmordversteher geht mir auch auf die Nerven, warum sollte ich ähnliches in diesem Falle gutheißen? Es scheint im Moment ein riesiges Bedürfnis zu geben, das Offensichtliche nicht zu sehen.

  • orgname sagt:

    „Wenn ich jetzt, aus welchen Gruenden auch immer, einen Schwarzen von mir wegschubse, der stolpert, unguenstig faellt und danach eine Weile im Krankenhaus liegt, bin ich automatisch Rassist? “ – Merkwürdige Nachfrage. Steckt die hässliche Antwort drin? Könnte ich denken.

  • Rayson sagt:

    @Schlens

    Der Einschub „aus welchen Gründen auch immer“ ist eben genau der Fehler. Rassismus erkennt man meist nicht an der Tat als solcher, sondern an ihrer Motivation. Dazu haben wir den Handy-Mitschnitt, und wir wissen etwas über den Hintergrund der Täter.

    @Ingo

    „Verprügelt“ scheint falsch zu sein. Ein Schlag, ein Sturz. Im Bemühen, die Tat weiterhin für besonders verachtenswert zu halten, ist das Aufbauschen der Tatbestände letztendlich kontraproduktiv und spielt nur denen in die Hände, die das Ganze als Inszenierung abtun wollen.

  • […] nach dem provinzblatt “märkische allgemeine zeitung” und dem notorisch rechten focus widmet sich nun auch die welt der schuldumkehr, also der aufgabe, aus deutschen tätern nahezu unschuldige und aus dem opfer ein irgendwie mitschuldiges subjekt zu machen. erinnert mich stark an den fall sebnitz oder an theo van gogh. […]

  • Spielt es eigentlich eine Rolle, ob die Täter nun erklärte Rassisten sind oder einfach bloß ganz normales Lumpenproletariat?

    Viel entscheidender ist doch, daß der Fall zeigt, welchen Grad an Verrohung und sittlicher Verwahrlosung wir bei einer Generation im Osten feststellen müssen, die als heute 30jährige zu DDR-Zeiten als Kinder von kleinauf staatlich und eben nicht familiär sozialisiert worden sind. Es ist der Kollektivismus, der hier seine häßliche Fratze zeigt, ganz gleich, welcher ideologischen Fragmente sich diese sozial deklassierten Unterschichten-Kriminellen auch bedienen mögen.

  • Luc sagt:

    @ Rayson

    [i]Im Bemühen, die Tat weiterhin für besonders verachtenswert zu halten,[/i]

    Da wünsche ich mal viel Erfolg.

    Im Übrigen ist das Opfer in anderen Kommentaren auch längst tot, unnd es ist nicht eines, sondern nur eines von Unzähligen.

    @ Ingo Way

    [i]Was muß der “Scheiß-Nigger” auch durch seine Hautfarbe provozieren[/i]

    Tatsache ist: Das ein besoffener Typ, zwei andere besoffene Typen angemacht hat. Aber was stört einen die Realität wenn man Vorurteile bestägt haben will.

  • Ingo Way sagt:

    @Luc

    „Tatsache ist: Das ein besoffener Typ, zwei andere besoffene Typen angemacht hat. Aber was stört einen die Realität wenn man Vorurteile bestägt haben will.“

    Das ist also Tatsache. Woher wissen Sie denn das?

    Man stelle sich vor: Zwei Schwarze verprügeln einen hellhäutigen Deutschen und beschimpfen ihn als „Scheiß-Deutschen“. Würde die gleiche Kamarilla aus Blogs und Zeitungen, die jetzt von einem Streit unter Betrunkenen spricht, der von dem krankenhausreif Geschlagenen provoziert worden sei, dies in einem solchen Fall auch tun? Die Antwort kann sich inzwischen wohl jeder selbst geben. Mich widert das an.

  • Luc sagt:

    „Man stelle sich vor“ Sie stellen sich aber viel vor. Eben genau so rauscht es durch den Wald der Betroffenheit. Und andererseits haben Sie die Frechheit mich zu fragen, woher ich denn etwas weiß? Während Sie genau wissen, daß „der Scheiß Nigger nur durch seine Hautfarbe Povoziert“ hat, obwohl die Quellenlage längst das Gegenteil bestätigt (Tipp: Die Quellen sind drei Klicks entfernt). Wie heisst es so schön: Was stört mich die Wirklichkeit ich habe eine Überzeugung. Und das geht in die eine wie in die andere Richtung. Statt sich mal ein bischen zurückzunehmen, immer noch einen drauf setzten. Sowas.

  • @Ingo Way:

    „Man stelle sich vor: Zwei Schwarze verprügeln einen hellhäutigen Deutschen und beschimpfen ihn als “Scheiß-Deutschen”. Würde die gleiche Kamarilla aus Blogs und Zeitungen, die jetzt von einem Streit unter Betrunkenen spricht, der von dem krankenhausreif Geschlagenen provoziert worden sei, dies in einem solchen Fall auch tun? Die Antwort kann sich inzwischen wohl jeder selbst geben. Mich widert das an.“

    Das kommt zwar bei Dunkelhäutigen empirisch so gut wie nie vor, aber es ist in der Tat eine in Polizeikreisen mittlerweile unumstrittene Realität, daß „Deutschenhaß“ mittlerweile ein häufig anzutreffendes Motiv ist für die Gewaltexzesse junger türkischer Zuwanderer. In der Tat ist hier die mediale Gewichtungg
    offenbar eine andere, wenn es sich bei den Opfern nicht um Angehörige aufmerksamkeitsprivilegierter Gruppen handelt.

  • Ingo Way sagt:

    @Luc:

    Gut, Sie sind also der Meinung, dass jemand, der „provoziert“ hat, halb tot geschlagen werden darf. Gut, dass wir das klargestellt hätten.

    @Dietmar-Dominik Hennig:

    Unbestritten, daß es Verbrechen aus Deutschenhaß gibt. Leute wie Luc suchen in solchen Fällen aber eben nicht mühevoll nach Entlastungsgründen für die Täter und nach angeblichen Provokationen vonseiten des Opfers, tun dies aber im Potsdamer Fall sehr wohl. Und eben dies macht den Rassismus aus.

  • anonymous sagt:

    @Luc:
    „Tatsache ist: Das ein besoffener Typ, zwei andere besoffene Typen angemacht hat.“

    mal angenommen es war wirklich so (was ich nicht glaube): rechtfertigt das etwa ein solches abschlachten als reaktion?

  • Luc sagt:

    „Gut, Sie sind also der Meinung, dass jemand, der “provoziert” hat, halb tot geschlagen werden darf. Gut, dass wir das klargestellt hätten.“

    @ Ingo Way:

    Mit den Unterstellungen geht es bei Ihnen genau so schnell wie mit dem Urteilen. Zwischen halbtotgeschlagen und unglücklich mit dem Kopf aufgekommen, ist immer noch ein kleiner Unterschied. Aber Ihnen gibt ja auch nicht zu denken, daß alle Beteiligten angetrunken und in Streitlaune waren. Wichtig ist das politisch unkorrekte Ausdrücke im Streit gefallen sind. Wirklich eine Sache die gerade bei Betrunkenen ungeheuren Anlass zur Besorgniss gibt. Da kann man schon schwarz sehen für Deutschland. Wenn die solche Worte schon Betrunkene in den Mund nehmen, was sagen die dann sonst? Vielleicht hatten die nichtmal Abitur? Gebt mir eine Fackel ich brenn den Osten nieder und Deutschland gleich mit. Faschistenpack, nichtmal die Betrunkenen wissen sich noch zu benehmen.

  • Luc sagt:

    @ Anonymus

    „rechtfertigt das etwa ein solches abschlachten als reaktion?“

    Abschlachten, aha.

  • Reinhard sagt:

    @Dietmar-Dominik Hennig,
    „Das kommt zwar bei Dunkelhäutigen empirisch so gut wie nie vor,…“

    Nicht in Deutschland, aber in Frankreich!
    (…)
    „Jagd auf weiße Schüler
    Am Rande der jüngsten Schülerdemonstrationen in Paris machten jüngst bis zu 1000 „Blacks“ aus den Vorstädten Jagd auf weiße Jugendliche, schlugen sie zusammen und raubten ihre Mobiltelefone. Zuweilen wurden erbeutete Handys vor den Augen der Opfer zertreten, nur um sie zu demütigen. „Ich habe nur Schwarze gesehen, die Weiße angegriffen haben“, berichtete der Geschichtslehrer Luc Colpart Journalisten. Die Täter hätten rassistische Parolen gerufen.

    Als wenn auf der Stirn „nimm meine Sachen“ stünde
    Ein Zeichen für den Wandel: Die verachteten „kleinen Weißen“ haben einen eigenen Namen bekommen: Bolos. „Ein Bolo ist eine Taube, ein Opfer“, erklärte Heikel, einer der „Casseurs“ (Schläger) bei den Schülerdemos, der Zeitung „Le Monde“. Ein anderer sagte, „Bolo“ sein sei, „als wenn auf der Stirn „nimm meine Sachen“ stünde“. Allerdings ist die Definition von Bolo verschwommen. „Bolos sind eher blond“, meint Rachid. Doch auch ein Maghrebiner (Nordafrikaner) könne Bolo sein, wenn er sich wie ein Franzose verhalte und mit der eigenen Schwester über Sex rede.“
    (…)
    Bericht von Hans-Hermann Nikolei, dpa

  • Reinhard sagt:

    Noch ein Auszug aus diesem Bericht von Hans-Hermann Nikolei:

    „Hassbewegung gegen weiße Franzosen und Juden
    Zu den Unterzeichnern gehören der Philosoph Alain Finkielkraut und der Regisseur Elie Chouraqui ebenso wie der Rassismusforscher Pierre-André Taguieff, der ehemalige Minister Bernard Kouchner, das jüdische Radio Shalom und der muslimische Theologe Ghaleb Bencheikh. Es sei „eine Hassbewegung“ gegen weiße Franzosen und Juden entstanden, sagt Finkielkraut.“

  • Schlens sagt:

    Koennten wir hier die Kirche im Dorf lassen? Ingo Way ist zum einen zu einem nicht zulaessigen, extrem verallgemeinernden Schluss gekommen, zum anderen klingt mir

    > Der Ingenieur fällt zu Boden und schlägt so hart und so unglücklich mit dem Kopf auf dem Bordstein auf, daß er das Bewußtsein verliert.

    absolut nicht danach, als sei der Mann „abgeschlachtet“ oder „halb tot geschlagen“ worden.
    Im Uebrigen sehr interessant zu sehen, wie einem hier das Wort im Munde herumgedreht wird.
    @orgname: Merkwürdige Nachfrage. Steckt die hässliche Antwort drin? Könnte ich denken.
    Ich hoffe doch mal nicht, dass Sie mir hier etwas unterstellen wollen? Ich nahm in meiner Aeusserung lediglich Bezug auf den absolut unzulaessig verallgemeinernden Schluss Ingo Ways.
    Ich war von diesem Blog bisher hoehere Qualitaet und weniger pawlowsche Reflexe gewohnt.

  • Luc sagt:

    Hier mal eine Quelle. Aber wahrscheinlich ist die Süddeutsche neuerdings Zentralorgan der rechten Szene..

    http://www.sueddeutsche.de/,polm3/deutschland/artikel/464/74390/

    Die ersten verständlichen Worte stammen nach einiger Zeit von Ermyas M. Er sagt: „Ihr Schweine“. Ein Täter beschimpft den Deutsch-Äthiopier daraufhin als „Scheiß Nigger“. Der andere Täter ruft: „Wir machen dich platt, du Nigger.“ Kurz darauf bricht der Mitschnitt ab. Ein vorbeifahrender Taxifahrer will beobachtet haben, dass Ermyas M. nach einem der beiden Täter getreten habe.

  • Ingo Way sagt:

    @Luc:

    Aus dem von Ihnen angeführten Süddeutsche-Artikel:

    Später am Abend wird der 37 Jahre alte Wasserbauingenieur in der Diskothek „Der Speicher“ gesehen. Gäste berichteten, dass es an diesem Abend Scherereien mit zwei kahl geschorenen Männern gab. Sie (!) pöbelten offenbar einige Personen an und stritten auch mit Ermyas M.

    Diesen Streit hat Ermyas M. entgegen den Behauptungen der Presse- und Blogmeute jedenfalls schon mal nicht angefangen.

    Auf dem minutenlangen Mitschnitt hört man zunächst nur unverständliches Gelalle von zwei Männern. Deshalb will die Potsdamer Polizei nicht ausschließen, dass die beiden Täter zur Tatzeit angetrunken sind.

    Die ersten verständlichen Worte stammen nach einiger Zeit von Ermyas M. Er sagt: „Ihr Schweine“. Ein Täter beschimpft den Deutsch-Äthiopier daraufhin als „Scheiß Nigger“. Der andere Täter ruft: „Wir machen dich platt, du Nigger.“ Kurz darauf bricht der Mitschnitt ab.

    Wir lesen: Das erste, was man auf dem Mitschnitt hört, ist das Gelalle von zwei Männern, also wohl den beiden „Türstehern“. Die ersten verständlichen Worte stammen von Ermyas M. Folglich begann der Streit nicht erst mit dessen Worten, sondern dem ging bereits etwas voraus. Man strapaziert die Regeln der Wahrscheinlichkeit sicher nicht allzusehr, wenn man in Erwägung zieht, daß angesichts des später geäußerten „Wir machen dich platt, du Nigger.“ die vorangegangenen Äußerungen von ähnlichem Kaliber gewesen sein könnten.

    Wo leben wir eigentlich? Ein rassistisch Angegriffener soll sich nicht einmal mit einem relativ harmlosen „Ihr Schweine“ zur Wehr setzen dürfen? „Scheiß Nigger“ hingegen sind lediglich politisch nicht ganz korrekte Worte von Angetrunkenen, so Schoten halt, wie sie jeder bringt? Daß Sie, Luc, das offenbar für normal halten, möchte ich nicht weiter kommentieren.

  • anonymous sagt:

    interessant zu sehen, wie hier in einem „liberalen“ forum einige der beitragenden rassistische gewalt verharmlosen oder in schäuble-manier „die machen das doch genauso“ schreien. bestätigt im prinzip nur die eingangsthese von ingo way.

  • […] Mein ausdrücklicher Dank geht, trotz teilweise sachlicher Differenzen im Detail des konkreten Falls, an Ingo von den “Freunden der offenen Gesellschaft”, Joachim vom Antibürokratieteam und natürlich Statler bei Statler & Waldorf für den gemeinsamen Klartext. […]

  • Zu Gast bei Freunden – heute: Wismar…

    In der beschaulichen Hansestadt Wismar in Mecklenburg-Vorpommern wurde in der letzten Nacht ein 39-jähriger Mann mit schwarzer Hautfarbe auf offener Straße zusammengeschlagen. Drei 24, 23 und 19 Jahre alte alkoholisierte Tatverdächtige aus der Reg…

  • orgname sagt:

    @Schlens: so ist das mit der Sprache: ganz von selbst weckt sie die pawlowschen Reflexe, nicht wahr? Wer unterstellt Ihnen denn was? Nichts läge mir ferner. Ich versuche nur Ihren Beitrag zu verstehen. Wenn Sie jetzt, aus welchen Gruenden auch immer, einen Schwarzen von sich wegschubsen, der stolpert, unguenstig faellt und danach eine Weile im Krankenhaus liegt, sind Sie automatisch Rassist? Nein. Sie haben nur jemanden von sich so weggeschubst, dass er danach zufällig eine Weile im Krankenhaus liegt.
    Auf Ihre weitere Logik will ich lieber nicht weiter eingehen. Sie erweckt in mir einen Reflex nach dem anderen, wie die zufällig prügelnden, zündelnden Bürschchen in Frankreich auch. Das sehen Sie ganz richtig. Aus welchen Gründen auch immer.

  • Abwarten sagt:

    http://morgenpost.berlin1.de/content/2006/04/28/politik/825709.html

    http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/28.04.2006/2497494.asp

    http://www.pnn.de/Pubs/nachrichten/pageviewer.asp?TextID=14037

    „In Zeiten, da Täuschung und Lüge allgegenwärtig sind,
    ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionärer Akt.“

    George Orwell
    in 1984

  • […] Es wäre angebracht, dass die Schönwetter-Antinazis endlich einsehen, dass es nicht das Bombodrom ist, das die touristische Attraktivität des ödesten aller Bundesländer schmälert. Es sind jene Jugendlichen die keinem aufmerksamen Besucher entgehen, wenn er die nächtliche Dorfstraße benutzen muss. Und es sind überdies ihre abwiegelnden sind-doch-gute-Jungen-Hilfstruppen, die immer bereit sind zu beweisen, dass die Opfer neonazistischer Gewalt für ihr Unglück selbst verantwortlich seien. […]

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