Bau doch selber Musisches!

27. Juni 2006 § 2 Kommentare

Ob da wohl eine neidisch auf den Erfolg einer Konkurrentin ist? Die Autorin Jana Hensel im Interview mit Zeit-Online über den Text von Kathrin Passig, der diesjährigen Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preises:

Eine Fingerübung, nichts weiter als eine Schreibkurs-Arbeit. Passig hat hinterher erzählt, wie sie sich vor einem Jahr vor dem Fernseher, als sie den Bachmann-Preis verfolgte, dachte: „Das kann ich auch“ und spontan beschloss, selbst einen Text einzureichen.

Offenbar „kann“ sie es ja tatsächlich „auch“ und hat deswegen den Preis gewonnen. Ist da Unredlichkeit im Spiel, wie Hensel insinuiert? Wohl kaum. Warum hat Kathrin Passig trotzdem zu unrecht gewonnen?

Der Text hat keine Relevanz, er ist eine intellektuelle Spielerei und kam nur deswegen an, weil er witzig ist.

Da verschmäht das Zonenkind die sauren Trauben und zieht es, da es weder intellektuell noch witzig ist, vor, relevant zu sein. Dieses Eigentor ist dann aber doch wieder sehr witzig.

Während es früher den Vorwurf gab, die Autoren erzählten nur von sich selbst, tun sie das heute, wie ich finde, zu wenig. Sie riskieren nichts, sondern erfinden stattdessen irgendwelche Geschichten, denken sich irgendeine Handlung aus.

Das tun die? Irgendeine Handlung? Und die denken sie sich auch noch selber aus? Erfinden einfach irgendwelche Geschichten? (Wir reden hier doch über Schriftsteller, oder?)

Dabei sind das wirklich unerträgliche jene Autoren, die nur von sich selber erzählen, weil sie sonst nichts zu erzählen haben, und dabei noch nicht einmal über das eigene Ich Relevantes zu berichten wissen, weshalb sie sich in die nostalgische Verklärung kindlicher Konsum- und Fernsehgewohnheiten flüchten. Wenn das jemand macht, der sein Handwerk versteht, kann so etwas durchaus unterhaltsam sein, wie etwa Florian Illies mit seiner Generation Golf. Jana Hensel kann es offenbar nicht überwinden, daß ihre Zonenkinder nicht halb so lustig sind wie jene und sie gegenüber der Komik und Intellektualität einer Kathrin Passig sowieso gleich einpacken kann.

Am unangenehmsten berührt bei all dem natürlich der völlige Mangel an Souveränität, mit dem hier eine gegenüber einer anderen, die sie offensichtlich persönlich nicht leiden kann, einen Zickenkrieg entfacht.

Wie dem auch sei, ich finde, Kathrin Passig hat ihren Preis verdient. Herzlichen Glückwunsch!

§ 2 Antworten auf Bau doch selber Musisches!

  • sopran sagt:

    Hensel redet auch noch Mist, Kathrin hat Klagenfurt 2005 in Klagenfurt live gesehen, nicht am Fernseher.
    Hensel reiste im Tross von Clemens Meyer nach Klagenfurt, als Hofberichterstatterin.

  • harpoon sagt:

    Danke. Endlich. Hensel nervt überall da, wo sie auftritt.
    die war mal zu gast im zdf-nachtstudio und hat da einen
    so unsouveränen auftritt hingelegt, dass man sich das
    gar nicht anschauen konnte. will immer überall mitreden,
    dabei hat sie gar nichts zu sagen…

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