Auf den Spuren Tocquevilles

14. Mai 2007 § 2 Kommentare

Heute im Tagesspiegel: meine Rezension von Bernard-Henri Lévys „American Vertigo“:

Garrison Keillor war richtig sauer. Der Komiker und Kolumnist – hierzulande bekannt als Drehbuchautor und Hauptdarsteller des letzten Films von Robert Altman, „A Prairie Home Companion“ – warf dem Autor von „American Vertigo“ in der New York Times Book Review vor, in seinem Bericht über seine neunmonatige USA-Reise lediglich all die Klischees reproduziert zu haben, die ein durchschnittlicher Europäer von den Vereinigten Staaten nun einmal im Kopf hat. Lévy porträtiere, so Keillor, in seinem Buch nur Freaks und Absonderlichkeiten – Evangelikale, Amish-People, Waffenfetischisten, Gefängnisinsassen und linke Hollywoodstars –, nicht aber normale Durchschnittsamerikaner, die arbeiten, Geld verdienen, essen und Witze erzählen und die das Gesicht des Landes viel mehr prägen als all die Kuriositäten, die Lévy so faszinieren.

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§ 2 Antworten auf Auf den Spuren Tocquevilles

  • RH sagt:

    Lieber ingo Way, vielen Dank und Glückwunsch zu dieser ausgezeichneten und fairen Rezension des Lévy-Buches. Entgegen der Häme und der Niedermache, die schon nach Erscheinen des amerikanischen und französischen Originals von allen Seiten auf den Autor niederprasselten, hatte ich schon damals das Buch ganz ähnlich wie Sie gelesen (und rezensiert). Gerade weil Lévy seinen voreingenommenen europäischen (sehr französischen!) Blick auf die USA nicht verschweigt, sondern in gerdezu penetranter Weise und mit der ihm eigenen Selbstverliebtheit in den Vordergrund stellt, ist das eine sehr glaubwürdige, originelle und spannende (vielfach auch sehr amüsante) Begegnung mit Amerika geworden. Dem grassierenden europäischen Antiamerikanismus wirkt Lévy so jedenfalls viel überzeugender entgegen, als wenn er apologetisch nach „dem Positiven“ in den USA gesucht hätte.

  • Ich habe das Buch zu Hause, habe es gerne gelesen. Die Kritik ist nicht ganz falsch, aber man konnte von dem linken B.H.L. nichts anderes erwarten. Wobei er eine gewisse Bewunderung für die USA trotzdem nicht verschweigt…

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