Erziehungsdiktatur – neue Folge

15. Mai 2007 § 3 Kommentare

War doch klar, daß es in der ganzen Pseudodebatte um „Komasaufen“ und „Flatrate-Parties“ nicht um Jugendschutz ging. Wie immer geht es darum, die erwachsenen Bürger zu sittlichem Verhalten zu ermahnen. Hier folgt die zweite Stufe:

Anlässlich des bevorstehenden „Vatertags“ hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), Deutschlands Väter zu einem maßvollen Alkoholkonsum aufgerufen. „Ich will da keinem Vater sein Glas Bier vermiesen, aber es geht um einen verantwortungsbewussten Umgang“, sagte Bätzing am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Wer nach einem Ausflug an Christi Himmelfahrt abends nach Hause komme und es kaum durch die Tür schaffe, gebe für seine Kinder kein gutes Vorbild ab. „Wenn wir über Flatrate-Trinken und über Komasaufen reden und uns Gedanken machen, warum tun die Jugendlichen das, sollten wir auch darauf schauen, was wir ihnen vorleben“, betonte sie. (Quelle)

Und wenn die bloße Ermahnung nichts fruchtet, folgt das Verbot. Darauf wette ich. Aber Wetten wird sicher auch bald verboten.

§ 3 Antworten auf Erziehungsdiktatur – neue Folge

  • mrnex sagt:

    Nicht nur verboten sondern durch staatliche Monopolfirmen ersetzt – welche dann auch noch mit Jugendschutz usw werben…

  • Alrik sagt:

    Eigentlich ist Frau Bätzings Argumentation sogar noch erstaunlich rational, wenn man sie mit der Killerspieldebatte vergleicht.

    Weil die lieben Kleinen schon mit 12 Jahren Egoshooter spielen die erst ab 16 oder 18 freigegeben worden sind müssen diese Spiele jetzt verboten und die Hersteller wie die Produzenten von Kinderpornos bestraft werden.
    Findet der Herr Beckstein.

    Bislang hat er sich nicht dazu geäußert ob auch Bierbrauer und Winzer wie Produzenten von Kinderpornos bestraft werden sollen wenn sich 12 bis 14 jährige Kinder mit Bier und Schnaps (die ja auch erst ab 16 bzw 18 freigegeben sind) zuschütten. Auch zum nötigen Alkoholverbot hat er sich noch nicht geäußert…
    Gut, er will ja auch noch Ministerpräsi in Bayern werden…

    Nett ist auch der Professor Pfeiffer aus Niedersachsen. Der ist zwar nicht der Meinung das Verbote was bringen, fordert sie aber trotzdem.
    Als Kriminologe und ehemaliger Justizminister kennt er sich da aus.

    Und ohne einen Tester der Unabhängigen Kontrolle für Software (USK) zu Fragen hat sein kriminologisches Institut festgestellt das die Tester entweder die Spiele nicht lang genug testen („nur 20 Stunden“) oder schon völlig abgestumpft sind (20 Stunden sind wohl schon zuviel…)
    Auf alle Fälle belegt das dass die USK viel zu milde ist.
    Aus Bayern kommt schon der Vorschlag die USK abzuschaffen und eine rein staatliche Stelle zu schaffen, in der dann auch Kriminologen sitzen. Bei solchen Gutachten werden die dann wohl aus Professor Pfeiffers Institut stammen. Oder gibts bessere Experten ?

    Wie gut, das Professor Pfeiffers Institut in der neuesten Ausgabe des Spiegels alarmierende Statistiken liefert – leider hat es der Spiegel seltsamerweise seit letzter Woche nicht mehr so mit alarmiernden Botschaften, so das dass Titelthema etwas mild ausfällt.
    Die Autorin wagt sogar zu fragen ob man denn den Werther verbieten will weil das Buch nachweislich eine Selbstmordwelle ausgelöst hat.

  • Alrik sagt:

    Berichtigung:
    Der Vorschlag die USK abzuschaffen kommt vom Schleswig-Holsteinschen Innenminister.

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