„Für immer verändert“

19. August 2008 § 2 Kommentare

30 Jahre lang hat er in seinem Heimatort Oxford Post ausgetragen – einem 700-Seelen-Dorf im US-Bundesstaat Iowa. Doch sogar vor engen Freunden gab James Hoyt ein Geheimnis selten preis: Er war einer der vier amerikanischen Soldaten, die im Jahr 1945 das nationalsozialistische Konzentrationslager Buchenwald befreiten. In der vergangenen Woche ist Hoyt im Alter von 83 Jahren gestorben.

Am 11. April 1945 entdeckte die US-Army das KZ Buchenwald bei Weimar und befreite 21.000 Gefangene, die noch am Leben waren. Die vier Soldaten, die das Lager als erste betraten, waren Frederic Keffer, Herbert Gottschalk, Harry Ward – und der damals 19jährige James Hoyt. Erst 2005 erzählte Hoyt dem Journalisten Stephen Bloom von den Greueln, über die er jahrzehntelang geschwiegen hatte: „Tausende von Leichen lagen aufgestapelt herum. Ich sah menschliche Herzen, die für medizinische Experimente herausgerissen worden waren. Lampenschirme, die aus tätowierter Haut gemacht worden waren.“

Diese Grausamkeiten, sowie die schiere Größe des Lagers, waren für den jungen GI völlig überraschend. Noch bis zu seinem Tod litt Hoyt deswegen an posttraumatischem Streß und besuchte eine wöchentliche Therapiegruppe. „So etwas zu sehen, verändert einen für immer. Ich habe immer noch Albträume.“ Zum 50. Jahrestag der Befreiung Buchenwalds war Hoyt eingeladen, blieb aber zu Hause, weil er die Erinnerungen nicht wieder auffrischen wollte.

Hoyt war der letzte Überlebende aus der Gruppe der vier Soldaten, die Buchenwald befreit hatten. In der katholischen Kirche von Oxford wurde er beigesetzt, Kriegsveteranen salutierten an seinem Grab.

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