Neue Frauen braucht das Land

24. August 2008 § 2 Kommentare

Robin Alexander widmet sich in der heutigen Wams der Frage, an wem es liegt, daß die Utopie vollendeter Geschlechtergerechtigkeit im Privatleben noch immer nicht verwirklicht ist:

Das Versprechen der Vätermonate, nach einer kurzen Babypause langfristig Aufgaben zu Hause und im Büro zu übernehmen, ist also Utopie.  Zu diesem Befund kommt auch Robert Habeck in seinem gerade erschienenen Buch „Verwirrte Väter“ (Gütersloher Verlagshaus). Habeck, 38 Jahre, vier Söhne, Teilzeit arbeitender Schriftsteller, nebenberuflich Vorsitzender der Grünen in Schleswig-Holstein, könnte selbst als Rollenmodell der viel bejubelten neuen Väter durchgehen. Will er aber nicht: „Die Vätermonate sind doch nichts als ein längerer Jahresurlaub“, meint er. Danach übernähmen die neuen Väter mitnichten mehr Anteile an der Familienarbeit, „im Gegenteil, junge Väter räumen der Karriere einen höheren Stellenwert in ihrem Leben ein, als sie es vor der Geburt ihres Kindes taten“. Dies tun die Männer nicht aus Egoismus. Im Gegenteil: Hinter der Arbeitswut der neuen Väter steht Verantwortungsgefühl – und oft eine Frau. „Plötzlich und irgendwie überraschend ist es da, das große Gefühl, nicht nur sich selbst verpflichtet zu sein. Und es ist ein Gefühl, das vor allen Dingen Männer haben. Frauen weichen diesem Druck offensichtlich und statistisch nachweisbar aus, indem sie ihn ebenfalls auf den Mann übertragen.Gerade im hedonistischen Großstadtmilieu, in dem der Emanzipationsgedanke theoretisch unumstritten ist, greife dieser Mechanismus: „Ich jedenfalls kenne eine Reihe von Paaren, von denen die Frau ihrem Partner nach der Geburt gesagt hat, dass jetzt die Zeit des Lotterlebens, der Minijobs und des Prekariats vorbei zu sein habe und die erste Vaterpflicht sei, Kohle ranzuschaffen.“ Auch berufstätige Frauen, die vorher sogar mehr als ihre Männer verdienten, verlangten als Mütter plötzlich nach einem Versorger. Habeck konstatiert kühl: „Moderne Väter erfordern offensichtlich auch moderne Frauen.“ Da die Frauen nicht so modern seien, wie sie vorgeben, haben die Väter zwar das Baby auf dem Arm, aber den Kopf schon wieder im Büro. „Männer tun, was sie tun, ab dem Moment der Vaterschaft auch unter dem Aspekt des Geldverdienens“, schreibt er. Sein Fazit: „Karriere machen und den Abwasch – das ist ziemlich viel verlangt.“

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§ 2 Antworten auf Neue Frauen braucht das Land

  • Jakob sagt:

    Also an den Frauen liegt’s, wusste ich’s doch! Null Verantwortungsgefühl, die. Pass bloß auf, dass die dich nicht kriegen, die lassen sich erst ein Kind machen und dann saugen sie dich bis auf’s Blut aus! Und dann stehst du da, vollgeschissene Windel in einer Hand, Geschäftsgesprächstelefonhörer in der anderen, während deine unemanzipierte Olle das Konto leermacht. Das ist statistisch nachweisbar, weil da gibt es Leute, die kennen jedenfalls Paare, die …

    … oder worauf wolltest du jetzt hinaus? Hältst du es wirklich für eine interessante Frage, ob Männer oder Frauen nun generell die verantwortungslosere Einstellung zu Arbeit&Familie haben? Oder sollen jetzt alle schon vor Ehrfurcht erstarren ob der simplen Erkenntnis, dass möglicherweise nicht immer nur Männer an allen Beziehungsproblemen Schuld sind?

  • marielinmohnroh sagt:

    Richtig: neue Frauen braucht das Land!

    Vielleicht ist jetzt die Zeit des Postfeminismus eingeläutet? Was könnte das Motto dieser Phase der Menschheitsgeschichte sein? Gemeinsam sind wir stark für die Zukunft?

    Ab mit den alten Zöpfen, Neues mus her!

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