Er mag ihn nicht

29. September 2008 § 4 Kommentare

Thomas von der Osten-Sacken vom WADIblog findet Leo Sucharewicz, den Gründer der Initiative I like Israel (ILI), die unter anderem den jährlichen Israeltag organisiert, kritikabel. Warum? Man weiß et nit jenau. Denn Osten-Sacken verrät es dem Leser nicht. Er macht nur ein paar raunende Bemerkungen über Sucharewicz, die suggerieren sollen, daß der ILI-Chef … naja, halt irgendwie blöd ist.

Der Herrn Leo Sucharewicz wäre ein wirklich talentierter Verkaufsagent und verfügte bestimmt über die Fähigkeit dem Tuikonzern aus der Krise zu helfen. Statt aber mit flotten Sprüchen mediterrane Beachressorts an den Mann bzw. die Frau zu bringen, hat Herr Sucharewicz sich entschieden, seine Fähigkeiten ganz in den Dienst Israels zu stellen, und einen eingetragenen Verein namens “I like Israel” gegründet.

So weit, so gut. Noch ist für mich kein Problem erkennbar.

Der Name, der so kligt, als handele es sich bei dem jüdischen Staat um irgend ein Produkt, das auf dem verstopften Werbemarkt an den Mann zu bringen sei, ist Programm: Wöchentlich erhält man von dem Verein sogenannte Ili-News, die unter anderem über neueste technologische Errungenschaften und die Geburtenrate in Israel informieren. Das ganze soll dann ein “Think Tank für Pro Israel Organisationen” sein.

Das erscheint mir auch noch nicht allzu schimpflich. Der ILI-Newletter ist recht nützlich, wenn auch stark verbesserungswürdig. So fehlen zum Beispiel Quellenangaben und Nachweise – für jemanden, der weiterrecherchieren möchte, ist das etwas ärgerlich. Aber das scheint es nicht zu sein, was von der Osten-Sacken kritisieren möchte.

Da das jüdische Neujahrsfet (sic) naht, gratuliert ILI schon einmal allen, die Israel auch liken, in unnachahmlicher Form:

Happy New Year 5769. Was für ein gesegnetes Alter hat das Judentum erreicht, auch wenn es nicht immer „gesegnet“ war. Abenteuerlich ist die jüdische Geschichte auf jeden Fall. Sie beinhaltet Siege und Niederlagen, Erfolge und Verfolgungen, beispiellose Errungenschaften für die Welt -nicht immer mit Dankbarkeit belohnt.

Das sind in etwa Formulierungen, die auch der Praktikant einer mittelständischen Firma aus der Provinz, sich aus dem Internet zusammenklauben würde, um in seiner Lokalzeitung eine Anzeige zum fünfjährigen Bestehen der Wäscherei oder des Pizzaauslieferungsdienstes zu schalten, um dann fortzufahren, im neuen Jahr wünsche man sich ganz viele neue Pizzaesser.

Stilkritik ist gut und schön. Aber was genau macht ILI denn nun eigentlich falsch? Irgendwann wird Osten-Sackens inhaltlicher Einwand sicher noch kommen. Lesen wir weiter.

Mit ähnlicher Cleverness formuliert angesichts des “gesegneten Alters“, das das Judentum nun erreicht habe, Leo Sucharewicz seine Wünsche fürs neue Jahr:

Was bringt das neue Jahr? Niemand weiß es. Was soll es bringen? Hier ein paar Vorschläge:

Mehr Verstand für die Medien, die Israel mit libidinöser Lust kritisieren, sich am völlig falschen Adressaten festbeißen und seltsame Symptome der Selbstaufgabe und Erodierung der
wichtigsten europäischen Werte zeigen.

Mehr Sanktionen gegen Iran, um die Eskalation zu verhindern, auf die Irans irrer Präsident Ahmadinedschad hinarbeitet.

Wünschte man sich, bevor ILI die Bühne betrat, zu Neujahr noch Frieden, Glück, wahlweise vielleicht auch das baldige Kommen des Messias, oder anderes in marketingkonformer Sprache unausdrückliches, wird’s im Jahr 5796 (sic) etwas tiefer gelegt. Nicht etwa ein Ende der Diktatur im Iran und Freiheit für die Menschen dort, Frieden und Wohlstand im Nahen Osten und damit vor allem auch in Israel, nein ein paar Sanktionen wünschen wir uns vom neuen Jahr und dass in den Medien mindestens fortan so viel Verstand sei, wie im Vorstand von ILI.

Man könnte sich auch Frieden und Wohlstand für die ganze Welt wünschen (warum nur für den Nahen Osten?), und überdies Gesundheit, Glück und Unsterblichkeit für alle Menschen. Das könnte man. Herr Sucharewicz wünscht sich sicher all das und auch ein Ende der Mullah-Diktatur im Iran. Vorerst wünscht er sich Sanktionen. Wahrscheinlich, weil der erste Schritt vor dem zweiten kommt, und nicht, weil er Ahmadinedschad so sehr mag.

Und das war’s schon? Das war’s schon. Was hat der Herr Sucharewicz dem Herrn von der Osten-Sacken denn bloß getan, daß dieser ihn mithilfe sophistischer Korinthenkackerei als … ja, als was eigentlich entlarvt? Als Antisemit, Appeaser – oder einfach nur als jemanden, den er halt irgendwie doof findet, weil er nicht in geisteswissenschaftlichen Theoriehöhen schwebt, wenn er über Israel redet, sondern dies tut wie ein talentierter Verkaufsagent in – pfui – marektingkonformer Sprache für den Werbemarkt.

Jaja, schon schlimm, diese bürgerlichen Krämerseelen.

Das ist keine Kritik, das ist der Dünkel des linken Bildungsbürgers.

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§ 4 Antworten auf Er mag ihn nicht

  • jolly rogers sagt:

    Osten Sacken hat mit „links“ so viel zu tun wie Way mit den „nazis“.

  • n.n. sagt:

    korrektur:

    osten-sacken kommt aus der gleichen ultra-linken antifa-sekte der anti-deutschen in der auch u.a. der liza-feuerherdt organisiert ist.
    wobei anti-deutsch noch sehr milde ausgdrueckt ist fuer einen virulenten und teilweise auch irrationalen hass auf alles „deutsche“, bzw. das was die betroffenen wohl als deutsch empfinden.
    der irrationale teil dieser verachtung/hass fuehrt dann zu solchen wirklich schwer nachvollziehbaren blogposts wie dieser von ingo way oben angefuehrte.
    dies ist besonders bedauerlich, da beide o.a. deutschenhasser in einem betraechtlichen mass relevante und wichtige beitraege leisten (und ich meine nicht nur ihre blogs)…
    durch ihre manische ader entwerten leute wie osten-sacken zum einem gewissen teil ihre eigene arbeit (und ihre glaubwuerdigkeit sowieso). schade drum.

  • Jakob sagt:

    Kommt der Autor dieses Blogs nicht ebenfalls aus dieser „ultra-linken antifa-sekte“? Zumindest wirbt er doch mit seinen Insiderkenntnissen selbiger und publiziert sogar in ihrem brandgefährlichen Zentralorgan.
    @ n.n.: Kompliment jedenfalls für einen Enthüllungsjournalismus, der erschreckende Fakten zusammenträgt, die nicht nur jeder Idiot mit einem einzigen Google-Klick ermitteln kann, sondern die noch dazu weder Geheimnisse waren, sind noch es jemals sein werden.

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