Henning Mankell haßt keine Juden, er will nur, daß sie verschwinden

7. August 2009 § 15 Kommentare

Eines kann man dem linken europäischen Jet Set nicht nachsagen: daß es damit hinter dem Berg halten würde, was es von dem einzigen Staat mit jüdischer Bevölkerungsmehrheit tatsächlich hält. So deutlich sämtliche Register des antizionistischen Antisemitismus gezogen – „Israel ist ein Besatzerstaat, und zwar schon seit 1948; Israel ist ein Apartheidsstaat; die Palästinenser sind die ausschließlich Guten, die jüdischen Israelis die ausschließlich Bösen; eine friedliche Zweistaatenlösung kommt nicht in Frage, Israel muß komplett verschwinden“ –  wie nun Henning Mankell, hauptberuflich Verfasser langweiliger und schlechtgelaunter Krimis, hat allerdings schon lange keiner mehr (er hieße denn Felicia Langer). Mankell schreibt,

der Staat Israel ist in seiner gegenwärtigen Form ohne Zukunft. Jene, die eine Zwei-Staaten-Lösung vertreten, denken ausserdem falsch.

1948, als ich geboren wurde, erklärte Israel seine Unabhängigkeit auf besetztem Gebiet. Es gibt keinerlei Gründe dafür, dass dies eine völkerrechtlich legitime Handlung war.

Lediglich einen UNO-Beschluß, aber UNO-Beschlüsse sind eben nur dann sakrosankt, wenn sie sich gegen den jüdischen Staat richten.

Man besetzte ganz einfach palästinensisches Land. Und man fährt fortlaufend fort, diesen Landbesitz zu vergrössern, etwa durch den Krieg 1967 und heute durch die ständige Zunahme an Siedlungen. Hin und wieder wird eine Siedlung abgerissen, um den Schein aufrechtzuerhalten. Aber bald taucht sie woanders wieder auf. Eine Zwei-Staaten-Lösung bedeutet nicht, dass die historische Besatzung aufgehoben wird.

Denn Israel muß weg. Eine Koexistenz zwischen Juden und Arabern im Nahen Osten würde den europäischen Antisemiten nicht befriedigen.

Israel wird es genauso ergehen wie Südafrika unter der Apartheidzeit. Die Frage ist nur, ob die Israelis Vernunft annehmen werden und freiwillig einer Abwicklung des Apartheidstaates zustimmen werden. Oder ob es zwangsweise geschehen wird. …

Wenn Veränderungen kommen, wird es von dem einzelnen Israeli abhängen, ob er oder sie bereit ist, auf seine Privilegien zu verzichten und in einem palästinensischen Staat zu leben.

Auf fremdem Arsch ist gut durch’s Fegefeuer reiten, nicht wahr, Herr Mankell?

Ich stiess auf meiner Reise auf keinen Antisemitismus. Hingegen auf einen normalen Hass auf die Besatzer. Es ist wichtig, diese Dinge auseinanderzuhalten. …

Natürlich, wie stünde man denn sonst auch da?

Die Israelis vernichten Leben. Aber sie können nicht die Träume zerstören. Der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems ist das einzig denkbare Resultat, da es notwendig ist.

Die Frage lautet also nicht ob, sondern wann es geschieht. Und natürlich auch, auf welche Weise.

Die Gewaltphantasien, die ihm bei der Formulierung dieses Satzes für den Leser deutlich spürbar durch den Kopf gingen, behält Mankell dankenswerterweise erst einmal für sich.

Das ganze läßt nur einen Schluß zu: Boykottiert Wallander!

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§ 15 Antworten auf Henning Mankell haßt keine Juden, er will nur, daß sie verschwinden

  • […] Nachtrag: Siehe auch Ingo Way: Henning Mankell haßt keine Juden, er will nur, daß sie verschwinden. Tags: Antisemitismus, Existenzrecht, Gesellschaft für bedrohte Völker, GfbV, GfbV Berlin, […]

  • joachimfulda sagt:

    Ich hatte vor einiger Zeit einen offenen Brief Henning Mankells im GfbV- Blog veröffentlicht. Leider habe ich in der Schnelle zwischen zwei drängenden und wichtigen Terminen nicht kritisch genug gegengelesen. Ich habe an dieser Stelle einen Fehler gemacht und Mankells Ausführungen zu Israel nicht näher bedacht in ihrer Tragweite. Ein nahezu unverzeilicher Fehler. Mein Dank geht daher an Sie: Ihre vollkommen berechtigte Kritik hat mich dazu bewogen, den Post zu löschen. An dieser Stelle sei nur klar: die GfbV und ich teilen Mankells Ansichten zu Israel NICHT. Ich hatte leider nur in der Hetze des Alltages den Text nicht vertieft gelesen und mir auch nicht die Zeit genommen, kritisch zu hinterfragen.

    Ich habe mir erlaubt, die Rückmeldungen zu diesem Post zusammenzufassen und seinem deutschen Verleger zu schicken. Ich habe den Fehler gemacht, ein Pamphlet zu veröffentlichen, ohne es als solches kritisch zu hinterfragen.

    Denn nicht nur die Palästinenser sind nach der Staatsgründung Israels 1948 Flüchtlinge geworden. Israel selbst wurde von Flüchtlingen, Überlebenden des Holocausts gegründet. Die geflüchteten jüdischen Minderheiten der arabischen Welt wurden dort aufgenommen. Israel bleibt verletzbar, umgeben von 20 autoritär regierten und meist hochgerüsteten arabischen Staaten mit rund 300 Millionen Einwohnern. Im arabischen Raum wurden Minderheiten wie die assyro-chaldäischen Christen, Yeziden und Kurden im Nordirak, Schwarzafrikaner im Südsudan, den Nuba-Bergen und Darfur Opfer von Genozid. Andere ethnische und religiöse Minoritäten müssen sich gegen Diskriminierung, Unterdrückung oder Verfolgung wehren.

    Frieden im „Heiligen Land“, in Israel und Palästina, der Rückzug der israelischen Armee aus allen seit 1967 besetzten palästinensischen Gebieten, die gegenseitige Anerkennung sind nur durch eine entschiedene offensive Friedenspolitik des Westens, der USA und Europas möglich. Deshalb sind militärische Sicherheitsgarantien der NATO, der USA und der UN unverzichtbar. Dazu gehört aber auch die Entmilitarisierung eines zukünftigen Staates Palästina. es muss genügen, dass 20 arabische fast ausnahmslos autoritär regierte Staaten über Militär verfügen. Deutschland ist besonders verpflichtet, die Zerstörung Israels zu verhindern. Jede deutsche Regierung muss sich für die Aufnahme Israels in die Europäische Union einsetzen, sofern eine israelische Regierung dieses eines Tages wünscht. Ein Rückzug aus den seit 1967 besetzten Gebieten könnte einen Frieden ermöglichen – VORAUSGESETZT, die Palästinenenser akzeptieren die Existenz Israels – da Sie dankenswerter Weise Hendryk Broder zitieren, möchte ich an dieser Stelle nur auf seine Ausführungen zur Räumung des Gaza-Streifens 2005 erwähnen: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,369947,00.html.

    Aber ich habe leider jemanden die Plattform gegeben, der über diese berechtigte Kritik hinausschiesst und hetzt. Da habe ich Lehrgeld zahlen müssen. Ich kann nur hoffen, dass von Mankell aus meine und Ihre Rückmeldung gewürdigt wird und auch er seine Ausführungen selbstkritisch hinterfragt. Ich bin Ihnen jedenfalls dankbar, dass Sie so gut und klar die Probleme dargestellt haben, dass ich bei dem, was ich von fremden Federn veröffentliche, in Zukunft kritischer hinterfrage. Wenn eine Rückmeldung von Mankell kommen sollte, lasse ich Sie es gerne wissen.

  • die verfolgten Juden im eingemahnten Palästinenser Staat wird Herr Mankell dafür aber wieder ganz doll ins Herz schließen – und wenn es sich ausgeht sie sogar zu Helden eines seiner herzzereißenden Romane machen.

    Hoch die internationale Solidarität mit toten Juden!

  • name sagt:

    oh, ich mag henning mankell sehr. er schreibt sehr gute bücher. da ist wohl der autor dieses beitrags ein wenig beleidigt, weil jemand eine andere meinung hat. nun ja, ein israeli der mordet, kann natürlich nie angeprangert werden, ohne dass einer mit der antisemitismuskeule vorbeikommt.

  • Thema eins sagt:

    […] Ingo Way und Daniel Leon haben alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt. […]

  • ekattwinkel sagt:

    Vielen Dank für diese Informationen über Henning Mankells antizionistische/antisemitische Haltung. Dass die Extreme sich berühren, haben wir in den letzten Jahren an Horst Mahler miterleben können, der sich vom Linksradikalen zum Rechtsextremisten entwickelt hat.
    Meine Erfahrung ist, dass man beim Argumentieren gegen Antisemitismus kaum eine Chance hat, selbst für die allerbesten sachlichen Informationen ein offenes Ohr zu finden. Der Hass sitzt zu tief. Dennoch darf man nicht aufgeben.
    Ich bin neu bei wordpress und entsetzt, dass die unsägliche DEUTSCHLANDPOLITIK immer wieder einen der Spitzenplätze besetzt. Daher bin ich froh, Ihre Seite gefunden zu haben.

  • Zaroff sagt:

    Ich kann nun wirklich nichts falsches an Mankells Aussagen finden.
    Angesichts der andauernden israelischen Menschenrechtsverletzungen, der Verstöße gegen Völker- und Kriegsrecht, der Ignorierung zahlreicher verbindlicher UN-Resolutionen kann man die Kritik an Israel gar nicht übertreiben.

    Israel in der EU, wie hier gefordert? Ich glaube nicht, daß ein Apartheitsstaat Mitglied in der EU werden kann.

  • […] Ingo Way und Daniel Leon haben alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt.   […]

  • Marina Vanderbek sagt:

    @ Joachim Fulda

    Mensch, da hat aber einer die Hosen gestrichen voll, was ? :-O

    @ „[…] Ingo Way und Daniel Leon haben alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt.[…]“

    Fürchtet da jemand, sein simples Bild der Welt werde Schaden nehmen, falls nicht ein sofortiges Ende der Debatte verhängt wird ? Na, ob der Neu-Liberale Way sich so recht wohl dabei fühlt, in einem Atemzug mit dem Stalinisten und Milosevic-Bewunderer Schikora genannt zu werden ? Daß der namenlose Poster den oben zitierten Satz gleich zweimal gepostet hat, läßt ahnen, welche Nöte er bei der Lektüre dieses threads auszustehen hatte.

  • […] so ist es doch in Mode Nach Felicia Langer bekommt mit Henning Mankell nun ein weiterer Israelhasser von Bundespräsident Horst Köhler einen Preis hinterhergeworfen. Die „umfassende […]

  • Charles sagt:

    Wallander 5 Minuten ertragen ist Strafe genug

  • J.Haller sagt:

    Danke für die Informationen zu dem Fall. Hier sollte eine weitere Beschwerde im Bundespräsidialamt anhängig werden. Ich frage mich, warum die Berater des Bundespräsidenten diese Dinge nicht prüfenoder prüfen können (wollen?). Da muß sich dringend etwas ändern!

  • Jörg Schulze sagt:

    Wallander und anderes Mankell Geschreibsel ist so langweilig, das ich mich immer frage, wie langweilig das Leben seiner Leser wohl sein muss, damit sie seine Romane interessant finden.
    Seine Haltung ist die eines typischen europäischen Linksintellektuellen: Israel wird an europäischen Standards gemessen, die Palästinenser dürfen morden wie immer sie wollen, denn erstens sind sie ja „unterdrückt“ und zweitens irgendwie anders, archaischer, aus einer anderen geschichtlichen Periode quasi. Damit ist die Argumentation dieser linkis geschichtsblind, rassistisch und kolonialistisch. Leider meistens auch faktenresistent, aber man sollte solche Leute bei jeder Gelegenheit als das bezeichnen was Sie sind: dumm und bösartig.

  • […] vorher bei der Generaldirektion Palästinas und im Interview mit (wundert’s?) Aftonbladet als Antisemit und Israelvernichter geoutet hatte. Daraufhin schrieb ich am 21.09.2009 eine E-Mail an unseren […]

  • […] zu kommentieren; das haben andere bereits ausführlich und kompetent getan, beispielsweise Ingo Way und Gerd Buurmann. Noch müßiger ist es, die für die Vergabe des […]

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