Sexy Korinthen

21. Juni 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Auch in diesem Jahr fiel mir wieder auf, daß der Christopher Street Day stets mit Betonung auf dem zweiten Wortbestandteil ausgesprochen wird, so als sei es der Gedenktag für einen Herrn namens Christopher Street, obwohl sich der Name auf Ereignisse bezieht, die in der Christopher Street stattgefunden haben, weswegen eigentlich das erste Wort betont werden müßte.

Was mir beim Anhören der Berichte zum Berliner CSD auf Radioeins auch noch auffiel: Seit ein paar Jahren sprechen immer mehr Leute die Wörter Sexualität und sexuell mit stimmlosem S aus, wie in Sex, obwohl es zwar im Lateinischen wurzelnde, aber eben deutsche Wörter sind, die den deutschen Ausspracheregeln unterliegen, welche bei einem S am Wortanfang stimmhafte Aussprache fordern.

„Das der deutschen Phonetik widersprechende stimmlose Eingangs-S hat sich beim Einsilber allerdings auch nur zwecks besserer Unterscheidbarkeit von der gleichlautenden Ziffer durchgesetzt“, vermutet mein Freund Felix. „Das war vor 20 Jahren noch nicht so (zumindest in den verschämt-präpubertären Kommunikationssituationen, an die ich mich so erinnere).“

Mir erscheint folgendes plausibler: Thomas Brussig hat in „Helden wie wir“ erschöpfend erklärt bzw. seinen Ich-Erzähler erklären lassen, warum Sex mit scharfem S einfach geiler klingt („ein Wort wie ein Peitschenschlag“) als in der Aussprache seiner Mutter („findest du Katarina Witt 6y?“).

Tagged:, , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Sexy Korinthen auf By the Way ....

Meta

%d Bloggern gefällt das: