Nachklapp zum Frauentag

10. März 2008 § Ein Kommentar

Heute beim späten Frühstück erst gelesen: Die FAZ interviewt den einzigen weiblichen Redakteur der TITANIC, Martina Werner, über die Unterschiede zwischen weiblichem und männlichem Humor. Ihr Fazit: Ersterer ist nicht so dolle.

Was macht diesen weiblichen Humor aus?
Er ist vor allem harmlos. Lesen Sie mal in Frauenzeitungen die „witzigen“ Essays. Da wird dann von Männern erzählt, die ihre schmutzigen Socken nicht in den Wäschekorb werfen. … Viele Frauen sind leider durch Bücher von Hera Lind oder Amelie Fried oder durch Fernsehauftritte von Anke Engelke oder Barbara Schöneberger humorsozialisiert. Sie fürchten sich davor, ein Attribut der Weiblichkeit zu verlieren, wenn ihr Witz nicht niedlich und freundlich ist. … Ich denke, vielen Frauen reicht dieser kultivierte Humor.

Stehen Sie denn auf Zoten?
Durchaus. Eines meiner Lieblingstitelbilder hier war etwa das mit der nackten Frau, die sich lasziv Wasser über ihren Körper kippt. Darunter stand: „Frauen zu doof zum Trinken“.

Wie wirkt dieser Humor denn in Ihrem privaten Umfeld?
Auch da merke ich einen geschlechtsspezifischen Unterschied, wenn Freundinnen etwa von meinen pornografischen Witzen in der „Titanic“ geschockt sind oder Männer mir diese Art Humor nicht zutrauen. Ein anderes Beispiel sind die alten „Titanic“-Titel, die in meiner Wohnung hängen. Wenn wir Besuch bekommen, lachen immer nur die Männer über die Bilder.

Weil Frauen sie nicht witzig finden?
Weil sie sie nicht verstehen. Vielen Frauen fehlt das politische Grundwissen für das Lesen eines Satiremagazins. Deshalb hat die „Titanic“ auch überwiegend männliche Leser. Am humorlosesten sind übrigens Mütter. Ich habe selbst ein Kind und verbringe daher zwangsläufig viel Zeit mit anderen Müttern. Wenn es um ihre eigenen Kinder geht, hört der Spaß bei denen auf.


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Lulli-bulli

15. Februar 2008 § 2 Kommentare

Die fand ich als VIVA-Moderatorin schon gut:

Fernsehmoderatorin Charlotte Roche verteidigt Pornofilme und Prostitution und distanziert sich von der Feministin Alice Schwarzer. Die Behauptung, in Pornofilmen würden Frauen erniedrigt, könne sie nicht nachvollziehen, sagte die 29-Jährige in einem Interview des Magazins „Playboy“. Ich glaube nicht, dass Männer süchtig nach Pornos sind, weil diese Industrie das anbietet. Diese Riesenindustrie ist da, weil es einen unglaublichen Bedarf an Pornografie gibt“, sagte Roche, deren erster Roman „Feuchtgebiete“ am 25. Februar erscheint.

Pornografie abstellen zu wollen, finde sie „totalen Schwachsinn“. Auch sie selbst schaue gelegentlich Pornos: „Aus Neugier. Zur Entspannung, Aufgeilung, Inspiration.“ Allerdings sehe sie keine Filme des Typs „Frauen machen Pornofilme für Frauen“. Die seien zu seicht und „vollkommen lulli-bulli. Da geht’s nur darum, dass eine Frau in Eselsmilch badet und aussieht wie Kleopatra“, meinte Roche.

Gesittete Mysterienspiele

29. November 2007 § 2 Kommentare

Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle über das Berliner Pornfilmfestival geschrieben. Der Schriftsteller Hans Christoph Buch war auch da. Aber er hat andere Filme gesehen als ich.

Adam und Eva tun’s mit Kondom

19. November 2007 § 4 Kommentare

Uniformen, Orthodoxe und lüsterne Palästinenser: Israelische Pornos setzen landeseigene Akzente

Der Altersdurchschnitt liegt unter 30, und etwa zwei Drittel der Besucher sind weiblich. Beim 2. internationalen Pornfilmfestival Ende Oktober in Berlin bestätigt die Zusammensetzung des Publikums so gar nicht das Klischee vom typischen Pornokonsumenten, der sich fett, verschwitzt und männlich durch die Schmuddelabteilungen der Videotheken drückt. Studentisch geprägte Großstadtboheme findet sich zu den zahlreichen Filmen und Vorträgen auf dem von dem Filmemacher Jürgen Brüning initiierten Festival ein. Brüning gründete in den frühen neunziger Jahren bereits das Schwul-lesbische Filmfestival. Mit dem Pornfilmfestival will der 49-Jährige Kunst, Independent und Avantgarde zeigen – ohne den expliziten Charakter der Filme zu leugnen. Nur Durchschnittsware dürfe es eben nicht sein. Laut Brüning stammen 30 Prozent der gezeigten Filme von weiblichen Regisseuren.

Porno gibt es auch in Israel. Im Kreuzberger Eiszeit-Kino, 1980 von Brüning gegründet, beschäftigen sich gleich zwei Vorträge mit dem Sexfilm in Israel und seinen gesellschaftspolitischen Implikationen. Liad Kantorowicz spricht über „Soziale und politische Tabus in israelischer Pornografie“. Die kleine Frau in Hippiekleidung stellt sich als „Pro-Sex-Aktivistin“ vor; ihr Thema ist – wie bei vielen linken Israelis – die „Gewalttätigkeit“ der israelischen Gesellschaft. („Natürlich ist die palästinensische Gesellschaft ebenso gewalttätig, nicht daß Sie denken, ich sei voreingenommen gegen Juden.“) Vier gesellschaftliche Spannungsfelder behandelt Kantorowicz anhand von Filmbeispielen: das Militär; das Verhältnis zwischen Israelis und Palästinensern; jüdische Minderheiten, etwa Falaschas; und schließlich das Verhältnis zwischen Religiösen und Säkularen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

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