»Der Mensch soll nicht allein sein«

28. Juni 2013 § 2 Kommentare

Rabbiner David Lazar über gleichgeschlechtliche Ehen, jüdische Gemeinden in Schweden und die Beschneidungsdebatte

David Lazar wuchs in Los Angeles auf. Mit 18 Jahren kam er nach Israel. Bis 2010 war er Rabbiner der konservativ-jüdischen Masorti-Bewegung in Ramat Aviv. Anschließend ging er nach Stockholm (Schweden) und wurde Rabbiner der dortigen jüdischen Gemeinde. Vergangenes Jahr wählte ihn das schwul-lesbische Magazin QX zum „Hetero des Jahres“. Ich traf David Lazar am Vorabend des Christopher Street Day in Berlin.

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David, Sie engagieren sich seit Jahren für die LGBT-Community (Lesbian, Gay, Bisexual,Transgender). Wie kam es dazu? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Das Wort zum Karfreitag

6. April 2012 § Ein Kommentar

„Es ist oft schwierig, mit einem Menschen umzugehen, der viel oder nur noch meckert“, sagte die Pflegeexpertin Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe vor einiger Zeit der dpa. Da ging es um das Phänomen, dass zahlreiche Senioren aufgrund altersbedingter Veränderungen im Gehirn immer unausstehlicher werden. Man müsse ihnen dann umso sanfter und verständnisvoller begegnen, riet die Expertin.

Eben dieses hat Moderator Tom Buhrow versucht, als er in der gestrigen Ausgabe der ARD-Tagesthemen den 85-jährigen Günter „Literaturnobelpreisträger“ Grass zu dessen zum Gedicht umdeklarierten Anti-Israel-Pamphlet „Was gesagt werden muss“ interviewte. Zuvor hatte Grass über sein „Sekretariat“ mitteilen lassen, dass er in den Tagesthemen Fragen zu seinem Gedicht beantworten werde. Auch Mitarbeiter des ZDF-Kulturmagazins aspekte werde er „empfangen“, wie es huldvoll hieß.

Um 23 Uhr, nach der Quizsendung „Schlau wie die Tagesschau“, war es dann so weit. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Nachhilfe für Sigmar Gabriel

15. März 2012 § 5 Kommentare

In Hebron betreibe Israel ein „Apartheid-Regime“, schrieb der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel, nachdem er – vermutlich mit einer israelischen Menschenrechtsgruppe – einen Abstecher dorthin unternommen hatte. Da er sich mit Geschichte und Gegenwart der Stadt offenbar nicht beschäftigt hatte und unkritisch die Ansichten seiner Begleiter übernahm, sei hier auf drei Artikel hingewiesen, in denen unabhängig voneinander Besuche in Hebron geschildert werden, nebst historischem Hintergrund sowie kritischen Anmerkungen zur Agenda derjenigen, die Führungen durch jenen winzig kleinen Teil Hebrons veranstalten, in dem jüdische Siedler leben.

Jüdisches Wohnhaus in Hebron

Jüdisches Wohnhaus in Hebron

Der Historiker Yaakov Lozowick nahm im Dezember 2009 an einer Führung durch Hebron mit der israelischen Menschenrechtsgruppe B’tselem teil. Hier seine Eindrücke:

Hebron has been part of the Jewish story since its beginning, millennia ago. The pre-Zionist Jewish settlement had been there for centuries. The Jewish-Muslim relations in the early 20th century were good, and the Jews refused to believe their Arab neighbors would harm them. There was a massacre in 1929 when some neighbors murdered 67 Jews, while others protected Jews and saved their lives. Between 1929 and 1968 there were no Jews in Hebron. Their return, in 1968, was the first act of Israeli settlement in the West Bank. …

In 1997, when Israel ceded control of Hebron to the Palestinian Authority, it retained control of the eastern edge, designated H2, while the PA controlled most of town, H1. Israelis aren’t allowed into H1, so we came in not on the road marked „Jerusalem“ but through Kiryat Arba to the east. Some 10% of the Arab populace lives in H2, but as this B’tselem map shows (original here), they’re restricted only in a small sliver of H2.

Gabriel macht den Polenz

14. März 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Sigmar Gabriel war in Israel und verkündet auf seiner Facebook-Seite folgendes:

„Ich war gerade in Hebron. Das ist für Palästinenser ein rechtsfreier Raum. Das ist ein Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt.“

Nach so einer Äußerung ist Gabriel als Parteivorsitzender der SPD völlig untragbar. Er sollte sofort zurücktreten.

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Update: Gabriel „erläutert“ auf Facebook seinen Fauxpas und macht alles noch schlimmer:

„Ich halte die aktuelle Siedlungspolitik für falsch. Ich halte die Verhältnisse in Hebron für unwürdig. Beides würde mich nicht so bewegen, wenn ich nicht ein Freund Israels wäre (um mal diesen pathetischen Begriff zu wählen). Wir tun weder uns noch unseren Freunden in Israel einen Gefallen, wenn wir unsere Kritik immer nur in diplomatischen Floskeln verstecken.“

Genau, wahre Freunde werfen einem Apartheid-Vorwürfe an den Kopf. Mit solchen Freunden braucht man wahrhaftig keine Feinde mehr.

Warum die Prager Erklärung nicht antisemitisch ist

27. Februar 2012 § Ein Kommentar

Gegen Gauck wird ja – etwa in der taz – unter anderem eingewandt, dass er (mit Václav Havel) Mitunterzeichner der Prager Erklärung zum Gewissen Europas und zum Kommunismus sei und diese den Nationalsozialismus verharmlose. Der Politikwissenschaftler Barry Rubin befasst sich in der Jerusalem Post mit der Prager Erklärung:

„A relentless campaign has been waged by a tiny group of people to persuade Jews and Israelis to oppose the June 3, 2008 Prague Declaration on European Conscience and Communism, as if it were some horrible anti-Semitic document. This is a slanderously wrong claim. …

It is in the interest of Jews and Israelis to support this declaration and the ideas that lie behind it. Here’s why. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Der böse Levi und der gute Eppstein

25. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Abenteuerschriftsteller und sein kompliziertes Verhältnis zu den Juden. Mein Beitrag zum Karl-May-Jahr

»Empor ins Reich der Edelmenschen« war ein Vortrag betitelt, den Karl May acht Tage vor seinem Tod am 30. März 1912 im Wiener Sophiensaal hielt. Unter den Zuhörern, so will es jedenfalls die Anekdote, befanden sich die Pazifistin Bertha von Suttner sowie ein verkrachter 23-jähriger Postkartenmaler namens Adolf Hitler. Der war bekanntlich ein Fan des Erfinders von Winnetou und Hadschi Halef Omar, und der Karl-May-Verlag erlebte in den Jahren zwischen 1933 und 1945 seine kommerziell erfolgreichste Zeit. Hat sich Hitler etwa in seiner antisemitischen Weltsicht von dem Abenteuerschriftsteller inspirieren lassen? Klingt nicht »Edelmensch« fast wie der »arische Übermensch«, der sich anschickte, die Juden auszurotten und Europa in Schutt und Asche zu legen?
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Ist Milli Görüs islamophob?

25. August 2011 § Ein Kommentar

Dabei hatte sich Angela Merkel doch schon solche Mühe gegeben, umsichtig zu formulieren und keine Religion zu diskriminieren. Beim Festakt zum 60-jährigen Bestehen des Bundeskriminalamts in der vergangenen Woche sagte die Kanzlerin: »Der Terror von heute hat viele Gesichter«, und erwähnte dabei »islamistische Terroristen« ebenso wie den »Attentäter von Norwegen«, Anders Breivik.

Ausgewogener geht es kaum, sollte man meinen. Doch die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) ist nicht zufrieden. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wo bin ich?

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