Diese Frau ist gefährlich, hatte es geheißen, damals, Anfang und Mitte der neunziger Jahre. Da wagte es doch tatsächlich jemand, noch dazu eine Frau, dem Wahngebilde vom allgegenwärtigen und epidemischen Kindesmißbrauch, das sich an Universitäten, in Feuilletonredaktionen und Familienministerien ausgebreitet hatte, Fakten entgegenzusetzen. Katharina Rutschky legte sich mit Feministinnen an, für die Sex und Vergewaltigung mehr oder weniger das gleiche waren, und ließ in ihrem Buch Erregte Aufklärung den aufgeblähten “Dunkelziffern” über sexuelle Gewalt, die Vereine wie Wildwasser oder Zartbitter in die Welt gesetzt hatten, um ihre Existenz zu rechtfertigen, die Luft ab.
Das konnten die entsprechenden Milieus nicht auf sich sitzen lassen. Flugs wurde Rutschky als “Täterschützerin” diffamiert. Als sie an der FU Berlin einen Vortrag halten wollte, wurde sie von aufgebrachten “FrauenLesben” tätlich angegriffen und gewürgt. Weil sie Gewalt gegen Frauen und Kinder verharmlost habe. (weiterlesen…)