Ein Nachruf auf Katharina Rutschky

Diese Frau ist gefährlich, hatte es geheißen, damals, Anfang und Mitte der neunziger Jahre. Da wagte es doch tatsächlich jemand, noch dazu eine Frau, dem Wahngebilde vom allgegenwärtigen und epidemischen Kindesmißbrauch, das sich an Universitäten, in Feuilletonredaktionen und Familienministerien ausgebreitet hatte, Fakten entgegenzusetzen. Katharina Rutschky legte sich mit Feministinnen an, für die Sex und Vergewaltigung mehr oder weniger das gleiche waren, und ließ in ihrem Buch Erregte Aufklärung den aufgeblähten “Dunkelziffern” über sexuelle Gewalt, die Vereine wie Wildwasser oder Zartbitter in die Welt gesetzt hatten, um ihre Existenz zu rechtfertigen, die Luft ab.

Das konnten die entsprechenden Milieus nicht auf sich sitzen lassen. Flugs wurde Rutschky als “Täterschützerin” diffamiert. Als sie an der FU Berlin einen Vortrag halten wollte, wurde sie von aufgebrachten “FrauenLesben” tätlich angegriffen und gewürgt. Weil sie Gewalt gegen Frauen und Kinder verharmlost habe. (weiterlesen…)

Veröffentlicht in:  on 16. Januar 2010 at 06:01 Kommentare (2)
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Betreutes Arbeiten

Die vielseitige Kathrin Passig bietet eine innovative und dringend benötigte Dienstleistung an, noch dazu zu einem lächerlich günstigen Preis: das betreute Arbeiten. Das funktioniert so:

Du kündigst vorher (schriftlich) an, was du an diesem Tag schaffen willst. Bitte keine unrealistischen Pläne. Alles über “5 Normseiten schreiben” halte ich für übertrieben. Weniger ist auch ok. Das Argument “Aber ich muss mehr schaffen, weil ich schon viel zu spät dran bin” zählt nicht.
Du kündigst vorher an, wann du zur Arbeit erscheinen willst und wie lange du bleiben willst. (Bitte nicht vormittags, da schlafe ich noch. Und allerhöchstens sechs Stunden.) Wenn du nicht erscheinst, rufe ich an. Wenn du nicht ans Telefon gehst, denke ich mir was anderes aus. Am Ende steht vor deinem Haus jemand in einem Hasenkostüm und hält ein Schild hoch “Hier wohnt jemand, der eigentlich seine Dissertation schreiben sollte!”

Mein Lieblingssatz ist dieser:

Ich glaube, dass produktive Arbeit möglich ist, auch wenn man nebenbei Twitter und Facebook vollschreibt und Katzenvideos guckt. Man muss den Umgang mit Ablenkungen irgendwie in den Griff bekommen, und zwar nicht durch Abschaffung der Ablenkungen.

Kathrin Passig ist übrigens die Mit-(und, wie ich vermute, Haupt-)Autorin des hilfreichen Breviers “Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin”. Lesen Sie’s. Es wirkt.

“Haben Sie keinen Anstand?”

Benjamin Netanyahus großartige Rede vor der UN hier im Original:

Veröffentlicht in:  on 26. September 2009 at 20:36 Kommentare (1)

Berlin-Babylon

Warum sprechen in der Notaufnahme eines Krankenhauses mitten in der deutschen Hauptstadt, die sich so viel auf ihre Weltläufigkeit einbildet, nicht nur sämtliche Mitarbeiter kein Englisch – noch nicht einmal die Ärzte, die doch einmal an einer Universität studiert haben müssen -, sondern sehen auch noch den Patienten aus dem Ausland, der fünf Sprachen fließend spricht, nur Deutsch eben bloß bruchstückhaft, an, als sei er derjenige, der provinziell ist?

Veröffentlicht in:  on 24. September 2009 at 23:41 Kommentare (7)

Ist es auch Wahnsinn, so ist es doch in Mode

Nach Felicia Langer bekommt mit Henning Mankell nun ein weiterer Israelhasser von Bundespräsident Horst Köhler einen Preis hinterhergeworfen. Die “umfassende Überprüfung” folgt dann wahrscheinlich ein halbes Jahr später.

Veröffentlicht in:  on 18. September 2009 at 14:02 Kommentare (1)

Zitat des Tages

Der Endkampf zwischen Säkularen und Religiösen – er findet wohl nur in den Wunschträumen jener statt, die nichts so sehr hassen wie ein nach wie vor berückend widersprüchliches, heterogenes Israel.

(Marko Martin: Vitales, freies Tel Aviv)

Henning Mankell haßt keine Juden, er will nur, daß sie verschwinden

Eines kann man dem linken europäischen Jet Set nicht nachsagen: daß es damit hinter dem Berg halten würde, was es von dem einzigen Staat mit jüdischer Bevölkerungsmehrheit tatsächlich hält. So deutlich sämtliche Register des antizionistischen Antisemitismus gezogen – “Israel ist ein Besatzerstaat, und zwar schon seit 1948; Israel ist ein Apartheidsstaat; die Palästinenser sind die ausschließlich Guten, die jüdischen Israelis die ausschließlich Bösen; eine friedliche Zweistaatenlösung kommt nicht in Frage, Israel muß komplett verschwinden” -  wie nun Henning Mankell, hauptberuflich Verfasser langweiliger und schlechtgelaunter Krimis, hat allerdings schon lange keiner mehr (er hieße denn Felicia Langer). Mankell schreibt,

der Staat Israel ist in seiner gegenwärtigen Form ohne Zukunft. Jene, die eine Zwei-Staaten-Lösung vertreten, denken ausserdem falsch. (weiterlesen…)

Druck auf Israel – ein Zeichen der Hilflosigkeit

Veröffentlicht in:  on 14. Mai 2009 at 18:37 Kommentare (1)
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Hätten Sie’s gewußt?

“Affären sind Fluchtwege aus der Monogamiefalle”. So ist ein sonst ganz lesenswerter Artikel auf der Wissenschaftsseite der WELT überschrieben. Ach nee. Und nächste Woche überrascht uns die Wissensredaktion mit Erkenntnissen wie “Trinken ist ein Fluchtweg aus der Durstfalle” oder “So besiegen Sie Ihre Müdigkeit: acht Stunden aufs Ohr legen”?

Rentnergewalt immer besorgniserregender

Für die Ermordung seiner drei Nachbarn in einer Kleingartenkolonie muss ein 66 Jahre alter Rentner lebenslang ins Gefängnis. … Der Bluttat im niedersächsischen Gifhorn war ein jahrelanger Kleinkrieg um Abfälle, Grundstücksgrenzen, Ruhestörung und Rasenmähen vorangegangen. „Der Angeklagte war verärgert über die Familie, weil sie seine Regeln missachtete“, sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Pohl in seiner Urteilsbegründung.

(Tagesspiegel vom 8.8.09)

Die Politik muß endlich handeln. Die einzige Lösung: ein sofortiges Verbot aller Schrebergärten. Am besten EU-weit. Es darf keine Schlupflöcher geben.<!–61447181–>